Donnerstag, 14. November 2019

Live-Test auf der Autobahn Hält Teslas Model S, was es verspricht?

Start vor der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen: Wir testen Teslas Model S in den kommenden Tagen auf Batterie und Nieren
manager magazin
Start vor der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen: Wir testen Teslas Model S in den kommenden Tagen auf Batterie und Nieren

2. Teil: Besuch bei einem Freiherrn mit Strom im Blut

+++ Mittwoch 17.20 Uhr +++

Wir werden jedenfalls auf der Tour noch einmal versuchen, einen Batterieforscher ans Telefon zu bekommen, um die Möglichkeiten und Hindernisse der verschiedenen Technologien zu ergründen.

+++ Mittwoch 17.15 Uhr +++

Wegen der Probleme mit seinem Akku musste von Gemmingen sogar seinen alten Mercedes wieder anmelden. Der hat bereits knapp 600.000 Kilometer auf dem Tacho und noch den ersten Motor. "Dafür bräuchten Sie drei Batterien beim Tesla Roadster", sagt er und lacht. Wenn er kann, nimmt er aber das Elektroauto - weil es mehr Spaß beim Fahren mache. Und zur Ehrenrettung der Batterie sei ergänzt: Die ersten knapp 200.000 Kilometer hat sie kaum Verluste gehabt, erst danach ging es abwärts.

+++ Mittwoch 17.10 Uhr +++

Freiherr von Gemmingen schwört aber ohnehin auf das Tanken bei Privatleuten. Bauern gehören zu seinen bevorzugten Zielen, sie verfügen oft über einen Starkstromanschluss. Manche Bauersfrau habe ihm aber den Saft abgedreht, obwohl ihr Mann der Ladeaktion bereits zugestimmt hatte. "Frauen sind genauer als Männer und wollen den Strom nicht verschenken", sagt von Gemmingen. Männer geben sich dagegen oft mit einer Testfahrt als Gegenleistung zufrieden.

+++ Mittwoch 17.05 Uhr +++

Gerade rauschen wir an der Ausfahrt Wiesloch an der A5 vorbei. Dort hat Bertha Benz bei ihrer ersten Langstreckenfahrt mit ihrem Benz-Patent-Motorwagen zum ersten Mal Benzin getankt - Wundbenzin in einer Apotheke. Eine offizielle Strom-Ladesäule gibt es in Wiesloch laut unserer App jedoch noch nicht.

+++ Mittwoch 16.58 Uhr +++

Unser Gastgeber hat sich mit einem freundlichen Scheinwerferblinken verabschiedet. Sein Rodster hat bereits 249.000 Kilometer auf dem Buckel und kommt nicht mehr so weit: 100 Kilometer gibt die Batterie noch her. Weil die Garantie nur für 166.000 Kilometer galt, hat Gemmingen sich eine neue Batterie bestellt - Listenpreis 30.000 Euro. Er habe aber einen Rabatt bekommen, weil er für Tesla oft Interessenten von den Autos überzeugt habe. Einen Foto-Überblick von unserem Besuch sehen Sie hier.

+++ Mittwoch 16.28 Uhr +++

Zurück auf der Straße, 205 Kilometer in der Batterie. Herr von Gemmingen begleitet uns noch bis zur Autobahn in Richtung Frankfurt. Weiter schafft er es mit seinem Tesla Roadster leider nicht, aber davon gleich mehr!

+++ Mittwoch 15.25 Uhr +++

Doch auch ohne die Supercharger soll es in Deutschland bald zügiger gehen. Die für Europa konfigurieren Fahrzeuge laden laut Tesla drei mal so schnell wie unser US-Pressefahrzeug.

+++ Mittwoch 15.20 Uhr +++

Ein guter Moment, um an das Versprechen von Tesla-Chef Elon Musk zu erinnern: Auch in Europa soll es bald ein Ladenetzwerk geben, an dem die Autos in 30 Minuten 80 Prozent vollladen können. Mit sage und schreibe 150 Ampere!

Endlich Strom: Das Model S lädt in Karlsruhe neben seinem Vorgängermodell, dem Roadster von Freiherr Hansjörg Eberhard von Gemmingen-Hornberg
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Endlich Strom: Das Model S lädt in Karlsruhe neben seinem Vorgängermodell, dem Roadster von Freiherr Hansjörg Eberhard von Gemmingen-Hornberg

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