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Youngtimer: Die zehn renditeträchtigsten Modelle

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Youngtimer Spekulieren auf die Blechklassiker von morgen

Sie sind ein Hingucker: Rare Autos aus den 80er und frühen 90er Jahren. Youngtimer bieten einen günstigen Einstieg in die Welt der Fahrzeugsammler. Als Geldanlage sind sie jedoch noch riskanter als Oldtimer.
Von Martin Hintze

Hamburg - "Barcelona kauft sich einen Knirps" - diese Schlagzeile sorgte in der fußballfreien Sommerzeit kurz für Aufregung. Der neunjährige Ire Zak Gilsenan soll auf die Fußballschule der katalanischen Ballkünstler gehen. Schon jetzt wird er als "Irish Messi" gehandelt. Die Wettbüros in seiner Heimat nehmen bereits Tipps an, ob er an seinem 21. Geburtstag Kapitän der irischen Nationalmannschaft sein wird.

Ganz ähnliche Wetten gehen Autosammler ein, wenn sie auf Youngtimer setzen. Die Grundfrage: Welches Auto wird der Klassiker der Zukunft? Wer als Käufer dabei nur den Aspekt des möglichen Wertzuwachses betrachtet, geht jedoch eine gewagte Spekulation ein. "Youngtimer sind als Geldanlage viel zu riskant", sagt Thomas Schwarz, Fahrzeugtechniker vom ADAC. Als Alternative zu Wertpapieren oder zum Festgeldkonto taugen sie aus Sicht des Experten für klassische Fahrzeuge nicht.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens: Die Auswahl ist riesig. Zu den Youngtimern werden Fahrzeuge gezählt, die mindestens 15 Jahre, aber im Gegensatz zu Oldtimern noch keine 30 Jahre alt sind. Rund 5,7 Millionen Autos aus den 80er und frühen 90er Jahren rollen derzeit über Deutschlands Straßen, hat das Kraftfahrtbundesamt ermittelt.

Eine riesige Zahl im Vergleich zu den 259.000 Wagen mit dem Oldtimer-Kennzeichen "H". Um aus dieser Masse an Fahrzeugen die Stars von morgen herauszupicken, braucht man Expertenkenntnisse - ähnlich wie die Spieler-Scouts des FC Barcelona.

Hohe Wartungskosten

Zweitens: Echte Schnäppchen werden oft unter der Hand verkauft. Garagenfunde mit wenig Laufleistung und einem gepflegten Zustand werden häufig innerhalb der Familie oder an Freunde abgegeben. Werden Youngtimer über Händler oder Auktionen verkauft, ist mit Aufpreisen zu rechnen.

Drittens: Die laufenden Kosten können schnell in die Höhe schießen. Anders als bei Oldtimern mit H-Kennzeichen gewährt der Staat den Youngtimern keinen Steuervorteil. Auch Ausnahmen für Ökozonen gelten nicht. Hinzu kommen natürlich Versicherungsbeiträge und die Garagenmiete. Und obendrein die Kosten für Wartung und Instandhaltung, die bei älteren Autos meist deutlich höher sind als bei Neuwagen. Diese Faktoren können einen möglichen Wertzuwachs schnell aufzehren.

Auf der Haben-Seite steht dagegen der im Vergleich zu vielen Oldtimern günstigere Preis. Das macht sie besonders für die Einsteiger unter den Autosammlern interessant. Wer sich beim Kauf an ein paar Grundregeln hält, erhöht zumindest die Wahrscheinlichkeit, bei einem späteren Verkauf die entstandenen Kosten wieder einzufahren.

Worauf Käufer achten müssen

Entscheidend für den Wert eines Youngtimers sind zunächst einmal der Zustand und die Laufleistung. "Die Marke von 100.000 gefahrenen Kilometern gilt bei vielen als die magische Grenze", sagt der Hamburger Oldtimer-Händler Claus Mirbach, der bereits seit 1958 im Geschäft ist. Je weniger Kilometer auf dem Tacho stehen, desto höher der Preis.

Im Gegensatz zu historischen Autos, bei denen Beulen und Schrammen durchaus den Wert steigern können, wenn sie beispielsweise von einem berühmten Rennen stammen, sollte der Zustand eines Youngtimers "erstklassig" sein, so Mirbach. Dabei sei ein Originalfahrzeug in jedem Fall wertvoller als ein restauriertes. "Der Wagen sollte am besten handgewaschen und vom Chauffeur gefahren sein", ergänzt der Experte. Ein lückenloses Wartungsheft gehört natürlich dazu.

Die renditeträchtigsten Youngtimer

Positiv auf den Wert wirkt sich auch die Seltenheit eines Fahrzeugs aus. Gefragt sind beispielsweise eher Modelle, von denen nur eine begrenzte Zahl gebaut wurde. "Wertsteigerungen sind generell eher bei teureren Autos zu erwarten", erklärt Mirbach. Zu den gefragtesten Marken gehören seiner Meinung nach Mercedes, Ferrari und Aston Martin.

Der Datenanbieter Classic-Car-Tax hat für manager magazin online die Top 10 der renditeträchtigsten Youngtimer der vergangenen zehn Jahre zusammengestellt.

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