Freitag, 18. Oktober 2019

Tricks zum Spritsparen Alles super fraglich

Teure Tankfüllung: Die halbgaren Spritspartricks
DPA

2. Teil: Anti-Aging für den Motor

Weit verbreitet sind auch Additive für Kraftstoffe und Motoröle. Die gibt es nicht nur an der Tankstelle in besonders teuren Treibstoffsorten wie Shell V-Power oder Aral Ultimate. Man kann sie auch separat kaufen. Zum Beispiel bei der Firma Mathy in Soltau. Dort gibt es verschiedene Zusätze für Benzin und Diesel, die das Kraftstoffsystem des Fahrzeugs reinigen, Ablagerungen abbauen und so Verschleiß vorbeugen und Effizienz erhöhen sollen.

Nach demselben Prinzip hat das Unternehmen einen Zusatz für das Motoröl entwickelt, das ebenfalls dem Verschleiß vorbeugen und den Motor reinigen soll. Dieses Produkt sei eine Art Anti-Aging-Programm für den Motor, erläutert der Vertriebsmanager Olaf Dobrowolski. Es bringe die ursprüngliche Effizienz des Antriebs zurück und ermögliche einen harmonischeren Lauf. Auch Vertragswerkstätten haben schon auf die Mathy-Additive zurückgegriffen - pro Anwendung zu 15 bis 50 Euro.

Zur Verbrauchssenkung taugen solche Zusätze laut KÜS-Experte Schuster aber nicht: "Eine wirkliche Verbesserung in den angepriesenen Bereichen konnte in unabhängigen Tests bisher noch nicht nachgewiesen werden." Handelsübliche Qualitätsöle seien deshalb völlig ausreichend.

Direkt beim Kraftstoff setzt die Firma MagnaFuel aus Königsbrunn an. Das Unternehmen verkauft über seine Internetseite für 51 Euro plus Versand zwei Magneten, die an die Kraftstoffleitung geknipst werden können. Sie sollen den Sprit magnetisch ionisieren und die Molekülstrukturen besser sortieren. So werde die Verbrennung optimiert, es gebe weniger Ablagerungen im Motor, die Emissionen gingen zurück, der Verbrauch sinke. Um wie viel? MagnaFuel macht hierzu keine genauen Angaben.

Solche Werte anzugeben, könnte auch schwierig werden, meint KÜS-Experte Schuster: "Eine Verbrauchsersparnis ist bei solchen Systemen weder messbar, berechenbar noch technisch erklärbar", sagt der Fachmann. Wer genau hinsieht, entdeckt auch einen bedeutungsschwangeren Hinweis auf der MagnaFuel-Internetseite: "Die Aussagen sind nicht wissenschaftlich gesichert und die Wirkungen nicht in jedem Anwendungsfall zu erwarten."

Von Thomas Geiger, dpa

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