Donnerstag, 5. Dezember 2019

Autopremieren 2012 Ein neuer Golf und viele kleine SUVs

Premieren: Das Autojahr 2012
TMN

2012 wird ein besonderes Autojahr: Zwar erwarten die Analysten nur eine mäßige Stimmungslage. Doch wichtige Premieren werden den Absatz wohl beflügeln. Immerhin wird der VW Golf, das meistverkaufte Auto der Republik, runderneuert. Das animiert die Wettbewerber.

Duisburg/Limburg - Es gibt geborene Gewinnertypen. Seit Jahren schon hält sich der VW Golf an erster Stelle der Zulassungsstatistik. Kein anderes Auto in Deutschland wird so häufig verkauft - und das schon seit seiner Premiere in den 70er Jahren. Wenn so ein Auto erneuert wird, dann zieht das die Blicke auf sich. Im kommenden Jahr geht der Bestseller aus Wolfsburg in die siebte Generation. "Wir zeigen das Auto im Herbst auf dem Pariser Salon und beginnen unmittelbar danach mit dem Verkauf", sagt ein VW-Sprecher.

Bevor es soweit ist, wird es in der Kompaktklasse eine ganze Reihe anderer Neuheiten geben: Audi hat für den Genfer Autosalon im März den Nachfolger des A3 angekündigt, Seat bereitet einen neuen Leon vor, und Mercedes will mit einer jugendlicheren A-Klasse punkten. Außerdem stellt Volvo dem C30 einen Viertürer zur Seite, der C40 oder V30 heißen wird. Aus Korea vermeldet Hyundai die Neuauflage des i30, und Kia wird auf der gleichen Plattform den nächsten C'eed bringen. Einzige Japan-Neuheit in dieser Liga ist der Subaru Impreza.

Früher war die Kompaktklasse einmal das wichtigste Segment des Marktes. "Doch das ist vorbei", sagt Marktforscher Nick Margetts vom Analyseinstitut Jato Dynamics in Limburg. "Die Musik spielt heute bei den kleinen Geländewagen." Für kein anderes Segment gibt es laut Margetts solche Wachstumsprognosen und entsprechend viele Neuheiten.

2012 kommt der CX-5 als erstes Kompakt-SUV von Mazda. Honda und Ford stellen Nachfolger von CR-V und Kuga in Aussicht. Außerdem kommen Citroën und Peugeot mit den vom Mitsubishi ASX abgeleiteten Zwillingen C4-Aircross und 4008 neu ins Spiel. Ebenfalls neu in dieser Klasse ist der Subaru XV. Opel will mit einem Auto auf Basis des Corsa beweisen, dass Geländewagen auch klein sein dürfen. In den Klassen darüber geben 2012 der neue Range Rover sowie die zweite Generation des Mercedes GL den Ton an.

Reichlich Nachwuchs bei den Kleinen

Auch bei den Kleinwagen gibt es reichlich Nachwuchs: Nach dem VW Up kommen im Frühjahr die Konzerngeschwister Seat Mii und Skoda Citigo auch in Deutschland in den Handel. Peugeot hat für Genf den neuen 208 angekündigt. Mitsubishi bringt einen neuen Colt, und bei Renault feiert im Oktober die nächste Generation des Clio Premiere.

In der Oberklasse dagegen wird es 2012 offenbar ein wenig ruhiger. Bislang weiß man nur von einem Shooting Break des Mercedes CLS, also einer sportlichen Kombiversion. Es gibt das Gerücht über einen Kombi des Jaguar XF. Fest versprochen dagegen ist das Gran Coupé, mit dem BMW die 6er-Reihe abrunden möchte. In der Klasse darunter bringen die Bayern den neuen 3er auch wieder als Touring. Ein Coupé ist noch nicht beschlossen.

Neue Sport- und Traumwagen für jeden Geldbeutel gibt es wieder zahlreich: Toyota bringt für Preise um 30 000 Euro das Boxer-Coupé GT-86 und Subaru den baugleichen BRZ. Porsche startet erst den Boxster, legt dann die Cabrio-Version des 911 nach und im Herbst den neuen Cayman. Und bei Mercedes geht pünktlich zum 60. Geburtstag die nächste Generation des SL ins Rennen.

Bei den Elektroautos lässt, gemessen an den Plänen der Hersteller, die Spannung etwas nach. Denn viel Neues wird es nicht geben. Der verspätete Nissan Leaf wird dann endlich zu kaufen sein, Chevrolet Volt und Opel Ampera sind voll verfügbar, und die deutschen Hersteller erweitern zunächst ihr Hybrid-Programm.

So gibt es von BMW einen 5er in der Benzin-Batterie-Kombination, Audi startet den Verkauf des A6 Hybrid. Neuland betritt immerhin Mercedes mit der E-Klasse als erstem Diesel-Hybrid aus Deutschland. Dass die deutschen Hersteller erst einmal ihr Hybrid-Angebot ausweiten, hält Beobachter Margetts für einen klugen Schachzug. Denn ob die Käufer ihre Angst vor leeren Akkus in Elektroautos überwinden, werde sich erst zeigen.

Insgesamt rechnet Margetts mit einer eher mäßigen Marktentwicklung: "Der Erfolg von 2011 war auf eine Welle früherer Bestellungen zurückzuführen, die mittlerweile abgearbeitet sind", sagt der Experte. Wartezeiten würden sich deshalb für viele Modelle verkürzen oder ganz auflösen. Also könnten Kunden weiter auf das Geschäft mit Verkaufsförderungsmaßnahmen hoffen: "Rabatte und Sonderangebote gehören dann wieder zur Tagesordnung."

Thomas Geiger, dpa

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