Übersicht Die Lieblingsautos der Inder

Suzuki drängt darauf, die Bande mit Volkswagen zu lösen. Für VWs Indien-Pläne sind das schlechte Nachrichten: Die Statistik der beliebtesten indischen Neuwagen zeigt, wie stark der japanische Hersteller den Hoffnungsmarkt dominiert. Aber auch Hyundai und Tata greifen an - ein Überblick.

Maruti Suzuki Alto: Er ist gerade mal 3,33 Meter lang, hat einen Dreizylindermotor und wiegt leer nur 690 Kilogramm: Elektrische Fensterheber sucht man vergebens, Servolenkung oder Klimaanlage gibt es nur in den besseren Ausstattungsvarianten. Doch der Alto hat ein unschlagbares Argument: Einen Preis von 235.000 Rupien (umgerechnet 3600 Euro) für die Basisversion. 247.000 Altos hat Maruti-Suzuki in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 verkauft, zeigt die Verkaufsstatistik des Autodatenspezialisten Jato. Damit ist der Kleinwagen mit weitem Abstand Indiens bestverkauftes Auto.

Maruti Suzuki Swift: 6200 Euro für den großen Bruder des Alto

Maruti Suzuki Swift: Der große Bruder des Alto ist aus Indiens Straßenbild kaum mehr wegzudenken. 141.000 Exemplare verkaufte Suzuki Maruti von Januar bis August dieses Jahres in Indien. Wobei groß eher relativ ist: Die aktuelle dritte Generation des Swift ist gerade mal 3,9 Meter lang. Rund 6200 Euro müssen die Inder für die Basisversion des Swift bezahlen. Für Suzuki macht sich der frühe Einstieg in Indien bezahlt. Bereits 1981 gründete Suzuki ein Jointventure mit dem indischen Autohersteller Maruti. Zwei Jahre später lief der Maruti 800, ein Nachbau eines alten Modells des Suzuki Alto, vom Band. Der Wagen wurde bis 2010 unverändert verkauft, mit seinen Nachfolgern dominiert Suzuki bis heute den Markt.

Maruti Suzuki Wagon R: Sparsamer Minivan mit viel Platz

Maruti Suzuki Wagon R: Eine Schönheit ist der Wagon R mit seinem kantigen Aussehen nicht gerade - dafür bietet er für seine Länge von gerade mal 3,5 Metern innen viel Platz. Das kommt bei indischen Autokäufern offenbar an: 102.000 Wagon R-Modelle hat Maruti Suzuki in den ersten acht Monaten verkauft. Der Mini-Minivan landet damit auf dem dritten Platz der Jato-Verkaufsstatistik. Der Neuwagenpreis für das billigste Modell - das auf Komfort wie elektrische Fensterheber verzichtet - liegt bei rund 4.900 Euro.

Hyundai i10: Koreanischer Konzern erobert mit Kleinstwagen Marktanteile

Hyundai i10: Der koreanische Autohersteller gehört in Indien zu den erfolgreichsten Automarken. Bestseller ist der Kleinstwagen: Von Januar bis August 2011 wurden 99.000 Stück des i10 neu zugelassen, das ergibt Platz vier in der Verkaufsstatistik. Die 5200 Euro teure indische Basisversion hat Hyundai mit einen 1,1-Liter-Dreizylindermotor mit 69 PS bestückt. In Europa selbstverständliche Extras wie Zentralverriegelung, ABS und Airbags sind aber teureren Modellen vorbehalten.

Maruti Suzuki Omni: Ein Microvan für 3400 Euro prägt das Straßenbild

Maruti Suzuki Omni: Dieser Microvan prägt die indischen Straßen: Seit 1984 produziert Maruti den Omni, der auf dem Suzuki Carry basiert. Nur 3,3 Meter ist der Omni lang, erhältich ist er als Familienauto und als Gewerbefahrzeug. Fünf oder acht Sitze bietet das Fahrzeug, sein Basismotor leistet gerade mal 37 PS und erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h. Beachtlich niedrig ist sein Preis: Nur 3400 Euro kostet die billigste Familienvariante, die Basisversion des Gewerbefahrzeuge ist noch etwas günstiger. Das Preis-Argument zieht wohl auch bei den Autokäufern: 62.000 Omnis wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 2011 in Indien verkauft.

Mahindra Bolero: Mit dem Geländewagen über alle Schlaglöcher

Mahindra Bolero: Die Straßen in Indien sind oftmals alles andere als gut - für Autos wie den Bolero sind sie kein Problem. Der mit 9000 Euro vergleichsweise günstige Geländewagen hat sich vor allem in ländlichen Gebieten Indiens zum Bestseller gemausert. Im September hat der indische Autohersteller seinem Fahrzeug ein Facelift spendiert, was die Verkaufszahlen im Laufe des Jahres noch nach oben treiben dürfte. Doch auch das Vorgängermodell verkaufte sich gut: In den ersten acht Monaten dieses Jahres setzte Mahindra 62.000 Boleros ab.

Tata Indica: Das erste vollständig in Indien gebaute Auto

Foto: DPA

Tata Indica: Dieser Fünftürer ist das erste vollständig in Indien gebaute Auto, seine Außenhülle ließ Tata allerdings vom italienischen I.DE.A-Institut designen. Mit 3,6 Metern Länge konkurriert der 4400 Euro teure Indica mit den Maruti-Suzuki-Modellen Alto, Swift und Wagon R und Hyundais i10. Allerdings nimmt der Verkaufserfolg des Indica ab: 59.000 Indicas wurden in den ersten acht Monaten in Indien neu zugelassen, im Vorjahreszeitraum waren es noch 77.000.

Hyundai Santro: Bollywood-Star Shahrukh Khan als Werbeträger

Hyundai Santro: Im Jahr 1997 brachte Hyundai seinen Kleinwagen Atos unter dem Namen Santro auf den indischen Markt - mit einem cleveren Schachzug: Die Koreaner verpflichteten den Bollywood-Star Shahrukh Khan als Werbeträger. Das Design der ersten Santro-Generation fand nicht bei allen Anklang, doch der niedrige Preis machte das Auto zum Verkaufserfolg. Die zweite Generation des 3,5 Meter langen Kleinwagens, der Santro Xing (im Bild), kam 2003 auf den indischen Markt und verkauft sich weiterhin gut: In den ersten acht Monaten des Jahres fand der Santro Xing 55.000 Käufer. Die Basisversion startet bei knapp 4000 Euro.

Hyundai i20: Noch ein Koreaner vor der US-Konkurrenz

Hyundai i20: Seit Dezember 2008 ist der i20 in Indien erhältlich - und füllt die Nische zwischen dem Kleinwagen i10 und dem Kompaktwagen i30. Mit vier Metern Länge fällt er für europäische Maßstäbe aber noch sehr bescheiden aus. Seine weltweite Plattform wurde übrigens im Hyundai-Center in Rüsselsheim entwickelt. 54.000 Stück verkauften die Koreaner von Januar bis August in Indien - das ergibt Platz 9 im Jato-Verkaufsranking. Die Basisversion mit einem 1,1-Liter-Benzinmotor und 85 PS kostet in Indien rund 6700 Euro.

Ford Figo: Cooler Bruder des Fiesta, in Indien produziert

Ford Figo: Vor zwei Jahren stellte Ford der Weltöffentlichkeit den Figo vor, dessen Name auf Italienisch so viel wie "cool" bedeutet. Hergestellt wird das Fahrzeug, das viele Teile des Fiesta verwendet, ausschließlich in Indien. Mit 3,8 Metern Länge konkurriert es mit dem Swift von Maruti Suzuki, als Basismotorisierung kommt ein 1,2 Liter-Benziner mit 71 PS zum Einsatz. 53.100 Figos hat Ford von Januar bis August 2010 verkauft, das ergibt Platz 10 für das ab 5400 Euro erhältliche Fahrzeug. Ford ist übrigens der einzige westliche Autohersteller, der es in den ersten acht Monaten dieses mit einem Modell unter die Top 15 in Indien schafft.

Tata Nano: Das mutigste Projekt von Tata - doch der Knirps stottert

Foto: Ho / REUTERS

Tata Nano: Er ist wohl das bekannteste, aber auch wagemutigste Projekt des indischen Autoherstellers Tata: Das Billigauto Nano, das zu seinem Marktstart im Jahr 2009 nur umgerechnet 1500 Euro kosten sollte. Mehr als 500.000 Nanos pro Jahr wollte Tata ursprünglich verkaufen, doch bisher lässt der Erfolg auf sich warten. Laut der Jato-Statistik hat Tata in den ersten acht Monaten dieses Jahres gerade mal 50.100 Nanos verkauft. Lediglich 3,10 Meter lang ist der indische Knirps, der Motor hat gerade mal 32 PS - doch im Inneren ist das Fahrzeug erstaunlich geräumig. Mittlerweile kostet der Nano ab 140.000 Rupien (rund 2000 Euro) - wegen gestiegener Rohstoffpreise.

Tata Indigo: Luxusauto für die Mittelklasse

Foto: REUTERS

Tata Indigo: Die gerade mal 4 Meter lange Limousine basiert auf Tatas Microvan-Bestseller Indica. Optisch gibt das Auto nicht viel her. Dafür bietet das Fahrzeug innen für kompakten Abmessungen viel Platz - ein auf dem indischen Markt wichtiges Verkaufsargument. Indische Autotester bezeichnen das Fahrzeug als Luxusauto für die Mittelklasse, Zentralverriegelung und Klimaanlage sind serienmäßig enthalten. Der Preis ist für Europäer äußerst moderat: Die Basisversion des Indigo gibt's ab rund 6600 Euro. Insgesamt 49.000 Indigos verkaufte Tata von Januar bis Ende August in Indien - das ergibt Platz 12 im Ranking.

Maruti Suzuki Ritz: In Indien und Deutschland zuhause

Maruti Suzuki Ritz: Diesen Kleinwagen bekommt man auch auf deutschen Straßen zu sehen: In Deutschland heißt das Auto allerdings Suzuki Splash, Opel bietet mit dem Agila ein baugleiches Modell an. Mit seinen 3,7 Metern Länge ist der Ritz nicht gerade ein Riese auf der Straße. Klimaanlage und Servolenkung hat der Ritz auch in Indien serienmäßig an Bord. Airbags und ABS sind allerdings den teureren Varianten vorbehalten. Rund 7100 Euro kostet die Basisversion des Ritz in Indien. In den ersten acht Monaten dieses Jahres fand der Ritz 48.900 Käufer - das ist Platz 13 in der Jato-Verkaufsstatistik.

Maruti Suzuki Eeco: Family Size mit bis zu sieben Plätzen

Maruti Suzuki Eeco: Seit 2010 ist Marutis neuester Streich im Minivan-Segment auf dem indischen Markt: Ein 3,7 Meter langes Auto, das je nach Bestuhlung zwischen 5 und 7 Personen Platz bietet. Im Prinzip ist das Fahrzeug ein Facelift des etwas in die Jahre gekommenen Maruti Omni, der Motor ist mit 74 PS allerdings deutlich leistungsstärker. Der Autohersteller preist das Fahrzeug mit dem schönen Slogan "Happiness family size" an, immerhin 46.900 Käufer hat Suzuki Maruti damit in den ersten acht Monaten dieses Jahres glücklich gemacht. Dazu könnte wohl auch der Preis beigetragen haben: In der Basisversion ist das Auto ab 4.100 Euro in Indien erhältlich.

Toyota Innova: Minivan nach europäischem Vorbild auf Platz 15

Foto: REUTERS

Toyota Innova: Auf Platz 15 findet sich das erste Auto, dass von den Außenmaßen her europäischen Vorstellungen eines Minivans entspricht: 4,5 Meter ist Toyotas Innova lang, die Motorisierungsvarianten fangen bei zwei Litern Hubraum an. Acht Sitze bietet bereits das Einstiegsmodell, auf Airbags oder elektrische Fensterheber muss man in dieser Basisvariante allerdings verzichten. Rund 12.400 Euro werden für das Einstiegsmodell fällig, Von Januar bis August 2011 fand der Innova in Indien 34.500 Käufer.

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