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Mercedes Concept A: Neustart für die A-Klasse

Foto: Wenhao Yu/ dpa

Mercedes Concept A Vom Langweiler zum Beau

Ein Kühlergrill wie ein Sternenhimmel, Scheinwerfer mit Glasfasertechnik und ein Cockpit nach Art eines Kampfjets. Deutlicher als mit dem Concept A hätte Mercedes die stilistische Kehrtwende der A-Klasse kaum inszenieren können. Leider ist das Auto nur eine Messestudie.

Shanghai - Bislang war eine gänzlich neue Mercedes A-Klasse nur Theorie. Aber jetzt wird es so langsam konkret: Bei der großen Automesse in Shanghai zeigen die Stuttgarter eine erste Designstudie, die einen Ausblick auf die Optik der neue Kompaktwagen-Modellfamilie gibt.

Das Schaustück aus der Feder von Designchef Gorden Wagener illustriert eine scharfe Kehrtwende in der Kompaktklasse. Während das aktuelle Modell mit Sandwichboden, hoher Sitzposition und der Silhouette eines Vans den praktischen Langweiler gibt, spielt die Studie so etwas wie den Verführer in der Kompaktklasse. Weich geschwungene Blechflächen, markante Sicken und Falze, eine flache, gestreckte Silhouette und sportliche Proportionen geben dem Coupé einen starken Charakter.

Spannend sind vor allem die Details des offiziell noch nicht vermessenen Zweitürers, der wohl etwas mehr als vier Meter lang ist. So soll der große, vom Stoßfänger durchzogene Kühlergrill an einen Sternenhimmel erinnern. Deshalb ist er nicht von den üblichen Löchern oder Lamellen perforiert, sondern von vielen hundert silbernen Sechsecken geschmückt, die auf konzentrischen Stäben befestigt sind. Dieses Motiv griffen die Designer auch bei den Felgen wieder auf. Damit das Tagfahrlicht zum Sternenhimmel passt, wurden dort 90 Glasfaserelemente einzeln in Aluminiumröhren gehüllt, um so eine Vielzahl von Lichtpunkten zu erzeugen.

Sportstudio statt Sanatorium

So deutlich wie außen inszeniert Mercedes den Richtungswechsel auch im Innenraum. Sportstudio statt Sanatorium, Hightech statt Holzfurnier lautet die Botschaft. Der Fahrer wird scheinbar zum Jetpiloten, wenn die Hand statt des Ganghebels einen Schubregler greift, die Frischluft aus scheinbar rot glühenden Düsen strömt, das mit Stoff bespannte Armaturenbrett an eine Tragfläche erinnert und die ebenfalls feuerrot illuminierten Rundinstrumente den Fahrer informieren. Selbst die vier Einzelsitze mit den deutlichen Seitenwangen und den integrierten Kopfstützen würden sich in einem Flugzeug wahrscheinlich gut machen.

Klar, wie häufig bei Showcars, haben die Designer auch in diesem Fall ziemlich dick aufgetragen, um die Neugier zu schüren. Doch was davon bis zum Serienauto übrig bleibt, sind zumindest die etwas luftigeren und weniger geometrischen Formen, die vom Flügeltürer SLS inspirierten Lüfterdüsen und der große Monitor, der wie ein Flachbildfernseher frei über der Mittelkonsole steht.

Auch manches Technikdetail wird sich wohl im späteren Serienmodell wiederfinden. Im Kühlergrill integriert sind beispielsweise die Radarsensoren für das laut Mercedes erste, im gesamten Geschwindigkeitsbereich aktive adaptive Bremssystem in der Kompaktklasse. Es überwacht den Abstand zum Vorausfahrenden, schlägt vor einer drohenden Kollision Alarm und bereitet den Bremsassistenten auf eine punktgenau Bremsung vor, die allerdings der Fahrer selber auslösen muss.

Unter der Haube steckt zudem der erste Vertreter einer neuen Generation von Vierzylinder-Benzinmotoren. Weiterhin quer eingebaut, aber nicht mehr für den Sandwichboden gekippt, holt er dank Turbo und Direkteinspritzung aus zwei Litern Hubraum 210 PS und unterstreicht damit den neuen, sportlichen Anspruch der A-Klasse. Dazu passt auch die Doppelkupplungsautomatik, die in der neuen Kompaktklasse Mercedes-Premiere feiert. Über den Durchschnittsverbrauch des Aggregats machte Mercedes bislang keine Angaben.

Langes Warten auf das Serienmodell

Zwar kann Mercedes mit dem Concept A sicher bei so manchem Audi A3- oder BMW 1er-Käufer die Begehrlichkeit wecken, doch befriedigt wird sie fürs erste nicht. Denn der offizielle Generationswechsel beginnt im September auf der IAA in Frankfurt mit der neuen B-Klasse, die als konservative Konstante zunächst einmal die Bestandskunden umgarnen soll. Erst danach, jedoch ebenfalls mit vier Türen, folgt die nächste A-Klasse. Bis 2014 sind dann auch noch ein kleiner Geländewagen und eine handliche Limousine geplant. Von einem Coupé im Stil des Konzeptautos ist bislang noch nicht die Rede.

Designchef Gorden Wagener: "Bis jetzt haben wir immer vom vier Modellvarianten in dieser Klasse gesprochen. Aber wenn die fertig sind, fällt uns ja vielleicht noch etwas anderes ein." Womöglich bekommt die Studie aus Shanghai in ein paar Jahren doch noch eine Chance.

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