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Growler E 2011: Eine Legende kommt zurück

Foto: Robert Palm/Vizualtech

Growler E 2011 Rückkehr einer Ikone

Bislang hat es nur für faszinierende Animationen von modernisierten Autolegenden gereicht. Doch dieses Mal werden die Wünsche des schwedischen Computerkünstlers Bo Zolland offenbar Wirklichkeit. Zusammen mit einem Schweizer Designer will er den Jaguar E-Type nachbauen.

Umeå - Für Enzo Ferrari war er "das schönste Auto der Welt", er hat einen Platz im Museum of Modern Art in New York und ist bei seinen Fans unvergessen: Der Jaguar E-Type gilt als Ikone der Swinging Sixties und einer der prägenden Sportwagen des letzten Jahrhunderts. Nur Jaguar selbst hat bei der Traditionspflege irgendwie den Faden verloren. Zwar feiern die Briten gerade treu und brav den 50. Geburtstag der Legende, doch die immer mal wieder avisierte Neuauflage eines kleinen, handlichen, leichten und vor allem schnellen Sportwagens ist bei den Briten noch immer nicht in Sicht.

Dass der Klassiker jetzt womöglich trotzdem ein Comeback feiert, verdanken die Jaguar-Fans dem schwedischen Computerkünstler Bo Zolland. Seit mehr als zehn Jahren visualisiert er automobile Träume von beeindruckender Qualität und entwirft faszinierende Sportwagen zwischen gestern und morgen. Ein Buckelvolvo Baujahr 2010, eine Stingray Corvette von heute, ein moderner Chevrolet El Camino? Auf seinem Rechner fahren solche Modelle längst. Nur auf die Straße haben sie es bislang nie geschafft.

Diesmal könnte das allerdings gelingen. Denn für die Neuinterpretation des E-Type, der mit Rücksicht auf die Namensrechte zum Growler E-2011 mutiert, hat er den Designer Robert Palm ins Boot geholt, der den Wagen tatsächlich bauen möchte. "Wir planen eine Kleinserie und werden das erste Auto Mitte 2012 fertig gestellt haben", verspricht der Schweizer. Jeweils sechs Monate werden sie an einem Fahrzeug bauen, und viel mehr als drei oder vier Exemplare können sie nebeneinander nicht bewältigen.

Das Design des Growler orientiert sich tatsächlich stark am Original. Gestern wie heute gibt es deshalb eine endlos lange Haube mit einem vergleichsweise kleinen Kühlerschlund. Die Kabine sitzt ganz weit hinten fast auf der Achse, und das Dach schmilzt förmlich auf den breiten Hüften dahin.

Vertraute Form, neues Innenleben

Die Technik dagegen ist nagelneu: Unter der Klassiker-Karosse steckt ein Jaguar XKR, den die Väter des Growler allerdings ein wenig verfeinern wollen. Dem fünf Liter großen Kompressor-V8 entlocken sie dann 600 statt 510 PS und das Gewicht soll um rund 200 Kilo sinken. Entsprechend schnell dürfte der Wagen werden. "Wir planen mit einem Sprintwert von weniger als vier Sekunden", sagt Palm. Und ein Spitzentempo jenseits von 300 km/h sollte auch drin sein.

Großer Aufwand, kleine Serie, langwierige Montage - das treibt den Preis ganz ordentlich in die Höhe, räumt Palm ein: "Die ersten Autos werden wohl zwischen 750.000 und einer Million Euro kosten. Nur wenn wir die Serie vergrößern können, landen wir vielleicht bei 500.000." Wem das zu viel ist oder der alte E-Type einfach besser gefällt, für den gibt's einen schönen Trost: Gut erhaltene Originale im Top-Zustand kosten nur rund ein Zehntel.

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