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Neuer Mercedes SLK: Mit Magic Sky Control und Airscarf

Neuer Mercedes SLK Kantiger Auftritt

Sparsamer und optisch ernsthafter tritt der neue Mercedes SLK an. Die dritte Generation des Roadsters mit dem faltbaren Stahldach hat die Verspieltheit des als Nasenbär verspotteten Vorgängers abgelegt. Dazu gibt es eine Glasmütze, die auf Knopfdruck Schatten spendet.

Detroit - Als Mercedes 1996 den ersten SLK auf der Automesse in Turin vorstellte, war Carlo Pedersoli - besser bekannt als Bud Spencer - zugegen, um für das Auto zu werben. Der massige Mann im eher engen Roadster, die Proportionen wollten nicht so recht zueinander passen. Jetzt, bei der inzwischen dritten Auflage des Modells, wäre Signore Pedersoli eine ideale Besetzung für den Wagen. Denn der neue SLK wirkt ausgewachsen, kraftvoll und vergleichsweise wuchtig.

Die Optik, so teilt Mercedes mit, solle zum einen an den Mercedes 190 SL von 1955 erinnern, sowie zugleich an den aktuellen Supersportwagen SLS. Das klappt auch, denn der steil stehende Kühlergrill, die breite Chromstrebe, auf der mittig ein großer Mercedes-Stern wie eine Gürtelschnalle sitzt, prägen auch die Frontpartie der beiden Vorbilder. Trotz des kantigeren Auftritts fährt das Auto mit einem cW-Wert von 0,30 vor; das zunächst schnittiger erscheinende Vorgängermodell bot dem Fahrtwind mit 0,32 jedoch mehr Widerstand.

Wer sich für den SLK interessiert, der ab 17. Januar bestellt werden kann, muss vor allem drei Entscheidungen mit je drei Auswahlmöglichkeiten treffen. Zunächst die Motorisierung. Im Angebot sind anfangs zwei 1,8-Liter-Vierzylinder mit 184 oder 204 PS sowie ein komplett neuer 3,5-Liter-V6-Motor mit 306 PS. Sportliche Fahrleistungen bieten alle drei Varianten, am sparsamsten ist natürlich das schwächste Aggregat mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter je 100 Kilometer, was gleichbedeutend ist mit einem CO2-Ausstoß von 142 Gramm je Kilometer. Eine Start-Stopp-Automatik wird übrigens in jedem SLK ab Werk mitgeliefert.

Qual der Wahl

Sodann gibt es drei Fahrwerksvarianten, nämlich eine konventionelle Stahlfederung, ein straffer abgestimmtes Sportfahrwerk und ein System mit elektronisch geregelten Dämpfern - d ie beiden letzteren kosten natürlich Aufpreis. Ob sich das Investment lohnt, lässt sich allerdings erst beurteilen, wenn der Wagen auf der Straße ausprobiert werden kann.

Dann wird auch die dritte zu fällende Entscheidung überprüft werden können. Denn Mercedes offeriert für den SLK erstmals ein klassisches, in Wagenfarbe lackiertes Stahldach, das sich im Kofferraum versenken lässt. Als Alternativen stehen ein Panoramadach mit dunkel getöntem Glas zur Verfügung sowie ein Panoramaglasdach mit Magic Sky Control, das sich auf Knopfdruck aufhellt oder wieder verdunkelt.

Der Name klingt nach Zauberei, doch tatsächlich geht es um Physik. Im Innern des Glasdachs nämlich sind Partikel eingeschlossen, die sich nach dem Anlegen einer elektrischen Spannung stracks ausrichten und so Licht nahezu ungehindert durchs Glas dringen kann. Wird ein Knopf erneut gedrückt und der Strom ausgeschaltet, torkeln die Teilchen willkürlich durcheinander - das Glasdach erscheint dunkel, die Transparenz nimmt deutlich ab.

Sind die drei beschriebenen Grundfragen zum SLK geklärt, bleiben die üblichen Überlegungen von Neuwagenkäufern. Soll die Mittelkonsole von gebürstetem Aluminium verkleidet sein, oder lieber von Wurzelnussfurnier dunkelbraun oder Esche schwarz? Ist das neue Windschott namens Airguide aus durchsichtigem Kunststoff nötig? Soll das Nacken-Warmluftgebläse Airscarf geordert werden?

Ein paar Dinge sind glücklicherweise schon geklärt. So baut Mercedes in jeden SLK komplett mit LED bestückte Heckleuchten ein, alle Autos erhalten aus Gründen der Gewichtsersparnis Motorhaube und Kotflügel aus Aluminium und stets ist eine so genannte Müdigkeitserkennung an Bord. Das hat natürlich seinen Preis, und der liegt für das Einstiegsmodell bei 38.675 Euro. Für diese Summe wird aber mutmaßlich kaum ein Exemplar verkauft - Verlockungen zum weiteren Geldausgeben gibt es ja genug.

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