Fotostrecke

Rinspeed Bamboo: Fröhlicher fahren

Foto: Rinspeed

Rinspeed Bamboo Das Sommerauto

Das Auto sieht aus wie eine Mischung aus Golfkarre und Eisverkäufer-Mobil, heißt Bamboo und soll auch noch ökologisch korrekt sein. Die Schweizer Firma Rinspeed wird die Studie beim Autosalon in Genf Anfang März vorstellen - bemalt vom New Yorker Künstler James Rizzi.

Genf - Frank M. Rinderknecht, der Gründer und Chef des Schweizer Unternehmens Rinspeed AG, ist so etwas wie das Unikum des Autosalons in Genf. Alljährlich zeigt er auf der Frühjahrsmesse der Autobranche Vehikel, die sich von allen anderen ausgestellten Fahrzeugen drastisch unterscheiden. Schwimmautos, Tauchautos, ein Modell mit integriertem Motorboot, Öko-Sportwagen im Science-Fiction-Design oder Autos, bei denen sich auf Knopfdruck die komplette Karosserie verwandelt kamen da in den vergangenen Jahrzehnten zur Präsentation. Beim diesjährigen Autosalon (3. bis 13. März) ist das Unternehmen zum 33. Mal vertreten und zeigt ein abermals skurriles Auto - den Rinspeed Bamboo.

Die Vorbilder dieses Projekts erfasst der Kenner auf den ersten Blick: Der Mini Moke, den einst Mini-Erfinder Sir Alec Issigonis für die British Motor Corporation entwarf und sein direkter Konkurrent Renault Mehari, der unter den Schönen und Reichen an der Côte d'Azur noch heute Kultstatus genießt.

Doch der Bamboo hat mit Retro demonstrativ nichts im Sinn. Der Blick ist vielmehr nach vorn gerichtet - der Antrieb legt ebenso davon Zeugnis ab, wie die zum Bau verwendeten Materialien. So deutet der Name bereits darauf hin, das zahlreiche Bauteile des Innenraums aus Bambusfasern gefertigt sind. Außerdem soll eine generelle Assoziation zur Natur, zum Sommer, zum Süden hergestellt werden. Rinderknecht nennt sein Auto forsch "das wohl einzige Lifestyle-Fahrzeug mit Elektroantrieb".

Ein 72 PS starker Elektromotor treibt das knapp 1,1 Tonnen schwere, viersitzige Mobil an. Als Stromspeicher sind Lithium-Eisen-Akkus vorgesehen, deren Kapazität bei 16 Kilowattstunden liegt, womit nach Angeben von Rinspeed eine Reichweite von rund 100 Kilometern gewährleistet ist. An Bord ist überdies ein Klappfahrrad untergebracht, damit man die berühmte letzte Meile zum Strand oder zum Grillplatz auch per Muskelkraft zurücklegen kann.

Innenraumbeduftung mit Lavendel, Meeresbrise oder Piniengeruch

Um Aufmerksamkeit zu erregen, hat Rinderknecht für den Bamboo den New Yorker Künstler James Rizzi gewonnen. Der bemalte beispielsweise das aufblasbare Dach der Studie mit einer für ihn typischen, kunterbunten und detailreichen Strandszene. Am Überrollbügel des Wagens ist ein so genanntes Rizzi-Bird befestigt. Der Gag des stilisierten Federtieres ist, dass sich seine Farbe verändern lässt. Rinderknecht stellt sich vor, dass dadurch die Kommunikation mit anderen Verkehrsteilnehmern angeregt wird. Etwa so: "Ein grüner Vogel etwa bedeutet den Passanten 'Ich habe Lust auf Kontakt. Wo also ist die nächste Party?'"

Auch die anderen Sinne soll der Bamboo anregen. Obwohl ein weitgehend offenes Auto, soll der Innenraum je nach Wahl der Insassen von diversen Düften durchströmt werden, um das Wohlbefinden an Bord zu steigern. Im Angebot sind vorerst "betörende Lavendeldüfte, salzige Strandbrisen oder süßharziger Pinienwaldgeruch", wie es auf der Webseite von Rinspeed heißt.

Normalerweise sind die Rinspeed-Mobile lustige Gags im ansonsten eher humorfreien Umfeld der Automesse - und landen als Unikate irgendwann wohl in irgendeiner Tiefgarage. Im Fall des Bamboo jedoch träumt Rinspeed-Chef Rinderknecht von einer Serienfertigung - "als elektrische oder aber auch konventionell betriebene Version". Das Gefährt könnte nach seinen Vorstellungen als Mietwagen in südlichen Urlaubsländern oder als Shuttlemobil für Ferienhaussiedlungen zum Einsatz kommen. Hauptsache es scheint dort, wo das Auto dereinst herumfahren soll, die Sonne.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.