Mittwoch, 27. Mai 2020

De-Tomaso-Comeback Zurück auf der Überholspur

Er war ein begnadeter Autoentwickler und ein toller Rennfahrer. Als Geschäftsmann hatte Alejandro De Tomaso allerdings alles andere als ein glückliches Händchen. Nicht ohne Grund schlitterte das Unternehmen vor einigen Jahren in die Pleite. Doch jetzt deutet sich die Auferstehung der legendäre Automarke an.

Hamburg - Ferrari, Lamborghini, Maserati - bei diesen Namen klingen italophilen Autofans die Ohren. Was inzwischen nur noch ein Trio ist, war früher mal ein Quartett: Denn von 1959 bis 2002 zählte auch De Tomaso zum illusteren Kreis italienischer Traumwagen. Und wenn es nach Gian Mario Rossignolo geht, könnte das auch bald wieder so sein. Denn nach seinen Engagements im Fiat-Vorstand, bei der italienischen Telecom sowie dem Kugellagerhersteller SKF will der jetzt 79-jährige Rossignolo die Marke De Tomaso wieder zum Leben erwecken.

"Ich wollte immer ein eigenes Auto bauen", sagt Rossignolo, "und im Luxussegment ist Platz für eine weitere Marke." Er hätte auch eine eigenes, ganz neues Autolabel aus der Taufe heben können, aber der Unternehmer sagt: "De Tomaso ist ein Juwel, das man nur wieder auf Glanz polieren muss." Das sei zwar nicht ganz einfach, aber durchaus möglich. Schließlich habe die PS-Gemeinde die Marke noch nicht vergessen. Wer De Tomaso bei Google eingibt, erhält vier Millionen Treffer. Und in den USA, wo irgendwann rund ein Drittel der Autos verkauft werden sollen, habe De Tomaso einen guten Klang und eine solide Kundenbasis. "Dort sind noch viele tausend Pantera-Modelle unterwegs", so Rossignolo.

Für den Neustart hat Rossignolo bereits konkrete Pläne. "Wir beginnen mit einem sportlichen Geländewagen, viel eleganter als Porsche Cayenne und Co. Das Auto, das etwa 120.000 Euro kosten soll, wird 2011 auf dem Genfer Salon debütieren. Danach wird eine Limousine folgen, noch ein Jahr später ein Sportwagen als Coupé und Cabrio." Schon im ersten Jahr sollen rund 3000 Autos gebaut werden, im zweiten Jahr 5000 und dann soll sich die Produktion bei 7000 bis 9000 Fahrzeugen einpendeln. "Das ist ein gesundes Niveau, mit dem wir Geld verdienen und trotzdem exklusiv bleiben können", sagt Rossignolo.

Bislang allerdings existieren die Autos nur auf dem Papier. Doch Rossignolo wirkt entschlossen. Bei den Gläubigern in Modena hat er sich den Namen De Tomaso gesichert, und auch schon die Frage der Produktion geklärt. Kürzlich kaufte er eines von drei Pininfarina-Werken.

Und die Frage der Technik der Autos? "Es ist ein Dilemma: Jeder möchte ein Auto so individuell wie ein Maßanzug, andererseits müssen wir möglichst große Stückzahlen erreichen, um die Preise zu drücken", sagt Rossignolo. Gelöst werden soll der Widerspruch durch das System Univis, eine innovative Aluminiumstruktur, die mit wenigen, standardisierten Bauteilen auskommt.

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