Ferrari 458 Italia Schöne Grüße an den Hintermann

Ferrari reklamiert nicht weniger als eine neue Ära der Mittelmotor-Supersportwagen. Einleiten soll das rasante Zeitalter ein neues Modell namens 458 Italia, das auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Mitte September in Frankfurt Premiere feiern wird.

Hamburg - Ein Auto mitentwickeln, das Rennteam beraten und das Formel-1-Comeback vorbereiten - Michael Schumacher dürfte derzeit der Überstundenkönig bei Ferrari sein. "Enorm" sei die Unterstützung gewesen, die der Vollgas-Champion bei der Konstruktion des jüngsten Serienmodells der Marke geleistet habe, heißt es aus der Firmenzentrale in Maranello. Erste Informationen zum neuen Auto wurden jetzt bekannt, in wenigen Wochen, auf der IAA in Frankfurt, soll der Wagen erstmals öffentlich präsentiert werden.

Ferrari 458 Italia heißt das neue Modell, wobei die Ziffernfolge auf Hubraum (4,5 Liter) und die Zylinderzahl des neuen Motors hinweist, der Zusatz "Italia" wiederum "eine Hommage an Italien und seine einzigartigen Qualitäten" sein soll, wie es Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo ausdrückt. Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird das gerne hören - ganz Italien ist also angeblich so knackig und begehrenswert wie ein irre schneller, knallrot lackierter Sportwagen.

Das frische Modell löst den bisherigen Ferrari F 430 ab, der mit 490 PS antrat und rund 175.000 Euro kostete. Das neue Modell ist der erste Ferrari mit Benzin-Direkteinspritzung. Der vor der Hinterachse platzierte V8-Motor leistet 570 PS, gibt maximal 540 Nm Drehmoment ab und beschleunigt den knapp 1,4 Tonnen schweren Zweisitzer in 3,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Als Höchstgeschwindigkeit gibt Ferrari "mehr als 325 km/h" an.

570 PS sind nicht zum Sparen da

Die Formulierung "mehr als" gilt selbstverständlich auch für Verbrauch und CO2-Ausstoß. Denn die offiziellen Werte von 13,7 Liter je 100 Kilometer und 320 Gramm CO2 je Kilometer markieren lediglich das theoretische Minimum. Kein F 458 Italia wird von seinem Eigner derart keusch bewegt werden. Wozu schließlich pflanzt Ferrari dem Wagen ein Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe und allerlei elektronische Hilfssysteme ein, die von der Formel-1-Entwicklung abgeleitet sind.

Optisch bleibt das Auto der klassischen Ferrari-Linie treu. In lässigen Schwüngen flattert das Blechkleid über das Aluminium-Chassis. Die Karosserie ist flach, wirkt muskulös und sieht schon von außen arg unübersichtlich aus. Doch weil ein Ferrari nicht zum Rangieren, sondern zum Vorwärtsstürmen gebaut ist, kümmert das keinen. All jene, die künftig vom neuen F 458 Italia überholt werden, dürfen sich an einem wuchtigen Heck erfreuen, das sich erstmals mit drei mittig platzierten Auspuff-Endrohren verabschiedet. Ein kleiner Gruß an die Nachfahrenden.

Über den Preis des neuen Modells ist übrigens noch nichts bekannt. Dass das Auto jedoch teurer wird als das Vorgängermodell, liegt in der Logik der Luxusbranche. Genaueres wird vermutlich Luca di Montezemolo nach der Weltpremiere in Frankfurt verkünden.

Ferrari 458 Italia: Der neue Supersportwagen in Bildern

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