Mittwoch, 29. Januar 2020

Luxuswohnmobile Schlösser auf Rädern

So mancher Amerikaner hat sich mittlerweile für kleinere, spritsparende Autos erwärmt. Das Herz gehört bei vielen aber nach wie vor den Dickschiffen. Auch bei den beliebten Motorhomes gilt weiter das Motto "je größer, desto besser" - und in der Hinsicht macht den Luxus-Coaches der Marke Monaco keiner was vor.

Las Vegas - Wer am Stadtrand von Las Vegas im Laden von Eric Island steht, sieht Camping plötzlich mit anderen Augen. Denn der smarte Mittvierziger macht Schluss mit den Vorurteilen von drangvoller Enge, feuchtem Mief und wackeliger Notbehausung. Island ist einer der erfolgreichsten Partner von Monaco Coaches und verkauft den Rolls-Royce unter den Wohnmobilen. Wenn es gut läuft, sogar zwei- oder dreimal pro Woche.

Die günstigsten Modelle Diplomat oder Camelot gibt es ab 300.000 Dollar aufwärts. Islands Bestseller aber ist die Signature Series, das Flaggschiff von Monaco. Schon in der Standardversion mehr als 600.000 Dollar teuer, 16 Meter lang, mit Doppelbereifung und Zwillingsachsen fast groß wie ein Reisebus. Nicht nur die schiere Größe ist imponierend, sondern auch die Ausstattung. Sind die vier riesigen Erker auf Knopfdruck ausgefahren, dann hat allein das Wohnzimmer 30 Quadratmeter. Der Esstisch reicht für eine Großfamilie, der größte der drei Flachbildschirme an den Wänden hat das gefühlte Format einer Tischtennisplatte, und das Ledersofa würde sich auch in einer Hotellobby gut machen.

Halb integriert in das Wohnzimmer ist die Küche, die ebenfalls erstaunlich ausgestattet ist. Etwa mit einem Kühlschrank, der den Namen auch verdient, einem Herd mit vier Platten, sowie Mikrowelle, Backofen und Grill. Abwaschen muss in diesem Nobelhobel keiner mehr. "Selbstverständlich ist eine Spülmaschine an Bord", sagt Chefverkäufer Dwight und zieht gleich auch noch die Klappe vor der Waschmaschine und dem Wäschetrockner auf.

Videoüberwachung vom Schlafzimmer aus

Zwar können neben dem Fahrer bis zu sechs Gäste mitreisen, doch üblicherweise würden die Riesen-Wohnmobile von Paaren genutzt, heißt es. "Drinks für sechs, Essen für vier und Schlafen für zwei", fasst Dwight die übliche Belegung zusammen und führt ins Allerheiligste: das Schlafzimmer. Dick gepolstert wie in einem Luxushotel und fast verborgen unter einem Berg von Decken und Kissen thront in der Mitte des Raumes ein riesiges Doppelbett mit elektrisch verstellbarer Matratzenhärte. "Natürlich für jede Seite individuell."

Links und rechts davon ist neben dem Safe eine zweite Kommandozentrale platziert: Von dort aus können die Besitzer nicht nur die Beleuchtung im ganzen Wagen steuern, sondern auch die Videoüberwachung starten. "Kommen die Kinder heute zu spät heim, schleicht ein Bär um den Grill, oder macht sich jemand an den Gartenmöbeln zu schaffen? Ein Knopfdruck, und Sie sind im Bild", sagt Dwight.

Schon die Grundfläche des Wagens imponiert. Doch offenbar ist eine Etage nicht genug. Das Dach ist dank einer Rahmenkonstruktion aus Stahl so stabil, dass es viele Kunden als Terrasse nutzen und dort mit bis zu zehn Leuten ein Barbecue feiern. Und zwischen den Achsen surren auf Knopfdruck riesige Kofferraum-Tabletts heraus, die all das aufnehmen, was man sonst im Keller verstaut.

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