Flugauto Von der Straße in den Himmel

Einfach die Flügel ausklappen und abheben - den Traum staugeplagter Autofahrer haben Studenten des Massachusetts Institute of Technology wahr gemacht. Ihr Auto verwandelt sich dank ausklappbarer Tragflächen sekundenschnell zum Flugzeug.

Plattsburgh - 37 Sekunden. So lange dauerte der Jungfernflug des Terrafugia Transition, eines Prototypen, der irgendetwas zwischen Auto und Cessna ist. Der erste Flugtest fand am 5. März auf einer Startbahn in Plattsburgh im US-Bundesstaat New York statt. Nach dem kurzen Flug landete das Auto wieder sicher auf der Startbahn. In den folgenden zwei Tagen absolvierte das Mobil noch sechs weitere Kurzflüge. Die Firma Terrafugia  plant in den kommenden Monaten noch weitere Testflüge mit mehreren Manövern, um die Flugeigenschaften des fliegenden Autos zu erproben.

Das Transition-Auto könnte auch für Nicht-Piloten attraktiv sein, weil man keinen richtigen Pilotenschein braucht, um es zu fliegen. Nach den Vorschriften der Federal Aviation Administration fällt er in die Kategorie Leichtsportflugzeug. Dafür ist lediglich eine Sportpiloten-Lizenz erforderlich, für die man rund 20 Trainingsstunden absolvieren muss.

Das Transition-Mobil ist ein Zweisitzer, der von einem 100 hp Rotax Motor angetrieben wird. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 105 Stundenkilometern schluckt er laut Hersteller fahrend knapp acht Liter Benzin auf 100 Kilometer. In der Luft verbraucht er etwas mehr: Mit seinem 75-Liter-Tank hat er in der Luft eine Reichweite von 725 Kilometern - bei einer Fluggeschwindigkeit von 185 Stundenkilometern.

Die Umwandlung vom Flugzeug zum Auto soll ganz simpel erfolgen: Vom Fahrersitz aus kann der Pilot die Flügel einklappen lassen und den Antrieb vom Propeller auf die Vorderräder umschalten - angeblich soll das innerhalb von 30 Sekunden passieren.

Carl Dietrich, Chef und Mitbegründer der Firma Terrafugia, preist das fliegende Auto als Revolution in der Fortbewegung an. Vor allem in ländlichen Regionen könnten die Menschen davon profitieren. "Von den 5000 Flughäfen in den USA besitzen die meisten keine Leihwagen-Stationen - noch nicht mal einen Taxistand", sagte Dietrich auf einer Pressekonferenz anlässlich des Jungfernflugs.

Transition könnte zu einer besseren Nutzung dieser Flughäfen führen. Und zudem die Sicherheit verbessern: "Einer der Hauptgründe für Flugunfälle ist schlechtes Wetter", sagte Dietrich. Mit dem Transition jedoch könnte ein Pilot bei schlechtem Wetter ganz einfach am nächst gelegenen Flughafen landen, die Flügel einklappen und auf der Straße weiter fahren. Sobald sich das Unwetter gelegt habe, könnte er dann wieder am nächsten Flughafen abheben.

Zum ersten Mal wurde das Konzept des fliegenden Autos im Jahr 2005 getestet - in einem Windkanal. Damals waren Dietrich und seine Frau noch Studenten. 2006 gründeten sie die Firma Terrafugia. Sie hoffen, die ersten fliegenden Autos im Jahr 2011 ausliefern zu können.

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