Autoscheinwerfer Leuchtende Gesichter

Ohne Scheinwerfer hätten Autofahrer keinen Durchblick - und den Wagen fehlte das Gesicht. Die Designer gestalten die Lampen mal aggressiv oder gelegentlich als freundlich wirkende Verzierung. Einige leuchtende Beispiele aus den Genfer Messehallen.

Genf - Autoscheinwerfer prägen das Erscheinungsbild eines Fahrzeugs: Beim Peugeot 308 etwa sind die Frontleuchten langgezogen und mandelförmig in die Fahrzeugfront integriert und wirken fast schon grotesk, die Mercedes E-Klasse erhellt die Umgebung aus einem rautenähnlichem eleganten Hauptscheinwerfer und beim Mini stärkt die Lichtquelle in einem klassisch runden Gehäuse die Retro-Optik.

Die letzte Form dominierte über Jahrzehnte das Leuchtendesign. Die Glühlampe war umgeben von einem schüsselförmigen Reflektor und eine runde - manchmal auch eine rechteckige - Glasabdeckung schützte die empfindliche Lichtquelle. Diese einheitliche Bauweise stammt aus den sechziger Jahren, als die Hersteller die Form der Leuchten immer mehr standardisierten.

War die Gestaltung des Bauteils früher eher von praktischen Aspekten getrieben, haben die Designer heute mehr Freiheiten. Mittlerweile ist der Scheinwerfer ein bedeutendes Detail, das erheblich zum gesamten Erscheinungsbild eines Autos beiträgt - die Hersteller sprechen in diesem Zusammenhang gern vom Gesicht und Charakter eines Wagens. Die Frontpartien moderner Fahrzeuge sind häufig angeschrägt, um einen möglichst geringen Luftwiderstand zu bieten. Deshalb müssen die einzelnen Leuchten aktueller Scheinwerfer oft übereinander und schräg versetzt positioniert werden, was die Oberfläche der Glasabdeckung vergrößert. Besonders deutlich wird dies im bereits erwähnten Peugeot 308.

Linse statt Reflektor

Auch neue Technologien haben das Aussehen der Leuchten stark verändert. "Durch den Einsatz von Linsen kann der Lichtstrahl der Quelle optimal positioniert werden, so dass der Einsatz eines Reflektorspiegels nicht mehr nötig ist", sagt Steffen Pietzonka, Lichttechnik-Marketing-Leiter beim Leuchtenhersteller Hella. Aus diesem Grund ist übrigens auch der Einsatz klarer Abdeckscheiben möglich.

Künftig sollen Scheinwerfer die Straße noch besser ausleuchten. Denn ab Ende 2010 will Hella ein besonderes Fernlicht anbieten. Es soll immer aktiviert sein. Das Blenden vorausfahrender oder entgegenkommender Autos wird durch eine Elektronik verhindert. Dabei wird das Xenon-Leuchtmittel so angesteuert, dass die Lichtstärke im Bereich des anderen Verkehrsteilnehmers reduziert wird, während die Umgebung trotzdem optimal zu erkennen bleibt.

Auch bei der LED-Technik sieht der Hella-Experte noch reichlich Entwicklungspotential. Zwischen 2015 und 2020 sollen die Leuchten so ausgereift sein, dass bis zu 100 Dioden die Lichtquelle an einem Auto bilden. Dann könnten die Designer auch Serienfahrzeuge mit ähnlich kunstvollen Scheinwerfern ausstatten, die man häufig an Konzeptfahrzeuge findet.

Autoscheinwerfer: Charakter für den Wagen

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