Mittwoch, 29. Januar 2020

Luxusreisemobile Villen auf Rädern

Die Reisemobile der Wuppertaler Manufaktur Volkner bieten für bis zu zwei Millionen Euro mehr Komfort als manches Eigenheim: Bäder mit edelsteinbesetzten Armaturen, Parkettböden, eine Profiküche, und zwischen den Achsen parkt in der absenkbaren Garage der Sportwagen. manager-magazin.de berichtet aus der Luxusschmiede.

Wuppertal - Urlaub im Wohnwagen gilt gemeinhin nicht als Gipfel der luxuriösen Feriengestaltung. Investiert man allerdings eine siebenstellige Summe in ein Reisemobil, darf man einiges an Komfort erwarten. Die Wuppertaler Manufaktur Volkner sucht ihre Kunden am oberen Ende der Skala: Zwei Millionen Euro kostete der bisher teuerste Wohnwagen, der die Edelwerkstatt verlassen hat. Den bis zu zwölf Meter langen Luxusmobilien sieht man ihr edles Interieur aber nicht auf den ersten Blick an.

"Die Leute, die richtig reich sind, wollen es am wenigsten zeigen", weiß Stephanie Volkner. Deshalb hat die Firma ein echtes Millionärs-Mimikry-Fahrzeug am Start: Den mit allen Schikanen ausgerüsteten "Performance" gibt es auch als Bus. "Wir betreiben einen Riesenaufwand, damit man nicht erkennt, dass er ein Reisemobil ist." Eine gute Markise für ein Wohnmobil etwa koste 1500 Euro - wenn man sie von außen gar nicht erkennen können soll, komme man auf den 15-fachen Preis. Dafür könne man das gute Stück dann aber auch auf dem Busparkplatz vorm Eiffelturm parken, ohne dass es groß auffiele.

Schon in der als Wohnmobil erkennbaren Variante macht das Fahrzeug eine gute Figur. Das 35 Quadratmeter große Vorzeigefahrzeug der Volkners ist mit glitzerndem, blauen Granit gefliest, die Einbauküche prunkt mit Massivschränken aus Kirschholz, der Plasmafernseher lässt sich geräuschlos im Sideboard versenken, über dem geräumigen Doppelbett gibt ein leuchtenumsäumtes Schiebefenster den Blick in den Himmel frei, und die Fußbodenheizung reicht bis unter die Duschtasse im Wellnessbad.

Die rollende Villa schluckt locker 20 bis 30 Liter

Der Clou des Fahrzeugs aber liegt in dem Mitteleinzug zwischen den Achsen, auf den Gerhard Volkner ein Patent hält: Auf Knopfdruck fährt aus der beheizten integrierten Garage das Beiboot aus - ein Mercedes SLK. Die geflieste Grundplatte der Garage dient auch als von einer Markise überschattete Terrasse, ein Gasaußengrill ist fest am Fahrzeug installiert.

Die Innenplanung lebt vom Detail. Die Oberschränke in der Küche sind zurückversetzt, weil man in den Schulterzonen mehr Bewegungsfreiheit braucht als für die Füße. Der Generator ist dreifach schallgedämmt - und weil es trotzdem immer noch nicht ganz geräuschlos geht, fragt das zentrale Steuerungssystem Brainpilot vor 18 Uhr nach, ob die Kapazität der Batterien noch bis zum nächsten Morgen reicht, damit nachts nicht der Generator anspringen muss. Eine Wärmebildkamera vorne und Rückfahrkamera für das entspannte Einparken hinten helfen dem Fahrer.

Ein Spritsparer ist das Fahrzeug allerdings nicht - mit Granit und Massivholz beladen schluckt das Reisemobil, das für eine Belastung von bis zu 18 Tonnen zugelassen ist, locker 20 bis 30 Liter.

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