Mazda MX-5 Realo Roadster

Nachahmer hat der Mazda MX-5 viele. Doch während Nachzügler wie der Fiat Barchetta schon wieder in der Versenkung verschwunden sind, ist der japanische Flitzer heute - 20 Jahre nach seinem Markteintritt - lebendig wie eh und je. Damit auch bei den Kunden keine Müdigkeit aufkommt, hat Mazda dem Roadster jetzt einen Facelift verpasst.

Hamburg - Ein Roadster, im Stile klassischer britischer Flitzer? Der Mazda-Vorstand war von der Idee wenig begeistert. Wer sollte denn so etwas kaufen. Die Entwickler des japanischen Hersteller focht das nicht an. Konspirativ gingen sie zu Werke und setzen ihre Idee um: den MX-5 Miata, der 1989 Weltpremiere feierte.

Offene Sportwagen gab es damals zwar auch, aber ausschließlich für Besserverdiener – in Gestalt des Porsche 911 Cabrio, des Mercedes SL oder der Corvette. Dank des flotten Flitzers aus Japan konnten endlich auch Normalverdiener ohne Dach fahren.

Vom Start weg wurde das Auto ein Erfolg. Zwar verkauften sich andere Mazda-Modelle häufiger, doch keines brachte der bis dahin farblosen Marke so viel Pep. Kein anderer Mazda wurde mit so vielen Preisen – es waren bislang fast 200 – bedacht, und kein anderer rief so viele Nachahmer auf den Plan. Hätte der MX-5 nicht die Renaissance des Roadsters eingeleitet, es gäbe heute wahrscheinlich weder BMW Z4 noch Mercedes SLK.

Vorsichtiger Facelift

Während die Konkurrenten von Fiat, Toyota oder Rover praktisch vergessen sind, steht Mazda treu zum Bestseller, der seit Mai 2000 als "meistverkaufter Roadster der Automobilgeschichte" im Guinness Buch der Rekorde steht und bis heute auf eine Produktionszahl von mehr als 850.000 kommt. Regelmäßig wird da Auto modernisiert.

Vor zwei Jahren etwa reichte Mazda eine Roadster-Coupé-Variante mit festem Klappdach nach. Jetzt erhalten Roadster und Roadster-Coupé der dritten Generation noch einmal ein gründliches Facelift. Mit frisch gestylter Frontpartie, verbesserten Motoren und neuen Preisen startet der MX-5 Ende April in den Frühling. Der neue Grundpreis liegt bei 22.000 Euro und damit ein paar Hunderter höher als bislang.

Weil der MX-5 bereits eine Ikone ist wie VW Käfer oder Chevrolet Corvette, waren die Designer bei der Modellpflege sehr vorsichtig; lediglich Schürzen und Schweller wurden ausgetauscht – so halten sich auch die Investitionen für die Renovierung im Rahmen. Immerhin lässt der Wechsel vom runden Kühlerschnorchel zum Mazda-typischen Fünf-Eck-Kühlergrill den Roadster erwachsener und aggressiver erscheinen.

Kleine Verbesserungen unter der Haube

Die Zeit des optischen Ankuschelns ist also vorbei. Innen merkt man den Fortschritt nur an Details: Die Ablagen sind ein bisschen größer geworden, die Verkleidungen ein bisschen feiner, die Instrumente ein wenig bunter und die Dämmung des Verdecks ein wenig dicker. Außerdem gibt es nun auf Wunsch einen Anschluss für den iPod, ein Musiksystem von Bose und Sportsitze von Recaro.

Zwar bleibt es auch dort bei den bekannten Motoren mit 1,8 und 2,0 Litern Hubraum und 126 oder 160 PS. Doch haben die Japaner den Verbrauch um 4 bis 7 Prozent gedrückt und den Spaßfaktor vor allem beim Zweiliter-Motor deutlich gesteigert, denn der Motor dreht nun ein paar hundert Touren höher. Damit wächst nicht nur das Sprintvermögen, sondern aufgrund von Feintuning im Auspuff klingt der Roadster nun auch sportlicher.

Weil man in engen Kehren die Hände am besten am Lenkrad lässt, bietet Mazda für den Roadster nun auch ein Automatikgetriebe an. Die sechsstufige Schaltung, die es für einen Aufpreis von 1800 Euro nur für den großen Motor gibt, arbeitet feinfühlig, lässt sich mit Wippen am Lenkrad steuern und nimmt dem kleinen Derwisch nur wenig von seiner Schärfe. Im Gegenteil: Passstraßen machen jetzt viel mehr Spaß und im Feierabendstau auf der Uferpromenade hat der Kupplungsfuß nun endlich Pause.

So leidenschaftlich man mit dem MX-5 auch um die Kurven fegen kann, so leicht behält man die Kontrolle über den Wagen. Dafür gibt sorgt neben direkter Lenkung und strammem Fahrwerk der tiefe Schwerpunkt.

Weil das Modell allen Edelroadstern zum Trotz noch immer eine große Faszination auslöst, denkt Mazda keineswegs daran, den MX-5 wie Barchetta & Co. einzustellen. Eine neue, dann vierte Generation des MX-5 wird wohl in drei bis vier Jahren vorfahren.

In den US-Designstudios, in der Nähe Frankfurts und in Japan wetteifern die Mazda-Kreativen bereits um die Form des Nachfolgers. Und auch die Konkurrenz wacht wieder auf. VW hat auf der Messe in Detroit vor wenigen Wochen einen kleinen Roadster vorgestellt.

Mazda MX-5: Der Evergreen in Bildern

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