Mercedes E-Klasse Vorzeitige Premiere

Der für die Premiere der neuen Mercedes E-Klasse geplante Überraschungseffekt ist vorzeitig verpufft: Noch geheime Fotos des neuen Modells wurden versehentlich ins Internet gestellt, bevor der Wagen in Detroit offiziell debütiert.

Wenn es um neue E-Klasse-Modelle geht, hat Mercedes offenbar stets Pech. Vor der vorangegangenen Premiere fotografierten Touristen das Fahrzeug bei den Dreharbeiten zu "Men in Black 2" in New York. Jetzt, einen Monat vor der für den 10. Januar in Detroit vorgesehenen Weltpremiere der nächsten E-Klasse, gerät die PR-Strategie wieder ins Trudeln.

"Da wurde aus Versehen eine Seite mit Bildern der neuen E-Klasse freigeschaltet", bestätigt Mercedes-Sprecher Frank Bracke. Das Missgeschick passierte offenbar im Zusammenspiel einer Agentur mit der Mercedes-Vertriebsgesellschaft.

Ein holländisches Autoblog stellte die Bilder umgehend ins Web . Die Autogemeinde kann nun schon früher als geplant die neue Limousine in Augenschein nehmen. Die Fotos zeigen ein schokoladenbraunes Auto mit großem Kühlergrill, Doppel-Scheinwerfern die wie verschobene Parallelogramme aussehen und einem recht derb ausgestellten hinteren Radhaus. Den ersten Bildern nach zu urteilen, nähert sich das Design der E-Klasse an jenes des Oberklasse-Modells S-Klasse an.

Am Terminplan für die E-Klasse ändert sich nichts

Umfassend beurteilen lässt sich das erst am 10. Januar nächsten Jahres in Detroit, wenn Mercedes am Vorabend der dortigen Motorshow erstmals offiziell die Hüllen vom neuen Auto fallenlässt. Auf der US-Messe selbst wird der Wagen übrigens nicht gezeigt - die Preview ist lediglich eine Show für Autojournalisten. Die Publikumspremiere der neuen E-Klasse nämlich ist für den Autosalon in Genf (5. bis 15. März 2009) vorgesehen.

Der Schwerpunkt des neuen Modells wird allerdings weniger auf dem Design liegen, denn das hat sich ja nun nicht so großartig verändert, sondern auf der Sicherheitstechnik. Das Auto soll, so hört man aus Stuttgart, der sicherste Wagen in dieser Klasse sein. Mehrere Sensoren und Kameras überwachen das Umfeld des Fahrzeugs und füttern die Assistenzsysteme mit Informationen, so dass zum Beispiel bei Bedarf automatisch eine Notbremsung eingeleitet wird. Zudem soll die E-Klasse einen Spurhalteassistenten, eine Toter-Winkel-Überwachung und eine Erkennungselektronik für Tempolimit-Verkehrsschilder erhalten.

Pannen auch bei Audi und BMW

Details dazu wird es erst zur Premiere geben. Einstweilen aber scheint in der Automobilindustrie ein Sicherheitssystem zu fehlen, das die vorzeitige Fotoveröffentlichung verhindert. Denn nicht nur Mercedes mit der E-Klasse ist davon betroffen. Vor knapp zwei Jahren erschienen auch die Fotos des Audi A5 rund zwei Wochen vor der geplanten großen Enthüllungsshow auf dem Autosalon in Genf im Internet. Angeblich war eine undichte Stelle im Mailverkehr damals der Grund für das Bilder-Leck.

Und bei BMW gab es vor der Premiere des aktuellen 3er-Modells im Frühling 2005 einen ziemlichen Wirbel, weil schon ein halbes Jahr vor der Premiere des Autos die Bilder versehentlich an die Öffentlichkeit geraten waren. Prompt gab es Probleme mit dem Verkauf des bis dahin gebauten Modells, weil die potentielle Kundschaft lieber auf den neuen Wagen warten wollte. Bei Mercedes wird es diesen Effekt wohl nicht geben. Dazu ist der Termin der offiziellen Premiere zu nahe - und außerdem kauft derzeit ohnehin kaum noch einer Limousinen der gehobenen Klasse.

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