Infiniti FX50 Cayenne-Jäger aus Fernost

In den USA ist Nissan mit seiner Nobelmarke Infiniti längst dick im Geschäft. Mit dem Nobel-Geländewagen FX wagen sich die Japaner nun auch auf europäisches Terrain. Konkurrent ist vor allem Porsches Cayenne.

Wenn Wayne Bruce den Begriff Geländewagen hört, legt sich seine Stirn in Falten. Infinitis FX sei trotz seines gewaltigen Formats eher ein höhergelegter Sportwagen, behauptet der Sprecher der Nissan-Nobelmarke. Schließlich nutze das Fahrzeug die gleiche Bodengruppe wie der Flitzer 350Z.

Was auch immer der FX nun ist - verkaufen tut er sich gut. 2003 wurde das Auto erstmals vorgestellt und seitdem rund 100.000-mal verkauft. Der Wagen prägt seither das Gesicht der Marke. Nun soll der FX zum Motor für das Europa-Geschäft werden und vor allem Porsche-Cayenne-Fahrer zum Autowechsel bewegen. Im Herbst eröffnet Infiniti in Spanien, Frankreich und der Schweiz die ersten Filialen, Deutschland folgt im Frühjahr 2009.

Dabei setzen die Japaner vor allem auf ein sportliches Design. Optisch macht das Auto außen etwas her, doch innen zahlen vor allem die Passagiere im Fond einen hohen Preis. Aus anderen Autos dieses Kalibers und dieser Bauart ist man mehr Platz gewohnt.

Auch der Kofferraum könnte durchaus größer sein, zumal man das Gepäck erst einmal auf Hüfthöhe stemmen muss, damit es überhaupt hinter die große Klappe passt. In der ersten Sitzreihe dagegen genießt man ausreichend Freiheiten für Knie und Kopf und fühlt sich trotz der hohen Sitzposition nicht abgehoben, sondern mitten im Geschehen.

Dafür sorgt auch das überraschend agile Fahrverhalten: Dank Aluminium an Türen, Hauben und Fahrwerk bleibt der FX rund 200 Kilo unter seinen Wettbewerbern, sagen die Entwickler. Zwar wiegt er trotzdem rund zwei Tonnen, doch mit einem auf Knopfdruck verstellbaren Fahrwerk, einer ganz leicht mitlenkenden Hinterachse und einer präzisen Lenkung lässt sich das Dickschiff ungewöhnlich flott auch durch engere Kurven führen.

In sechs Sekunden auf Tempo 100

In sechs Sekunden auf Tempo 100

In Fahrt gebracht wird das Infiniti-Flaggschiff von einem Achtzylindermotor mit fünf Litern Hubraum und 390 PS. Geregelt von einer butterweichen Siebenstufen-Automatik mit Schaltpaddeln am Lenkrad, beschleunigt die Maschine die Wuchtbrumme binnen rund sechs Sekunden auf Tempo 100.

Und wer spürt, wie der FX davonstürmt, der hegt am Spitzentempo von 250 km/h keinen Zweifel. Die Verbrauchswerte dürften weit im zweistelligen Bereich liegen. Inifiniti möchte für sein Trumm lieber keine Daten veröffentlichen - sie wären wohl wenig schmeichelhaft.

Weil der V8 des FX50 zwar gut fürs Image und die Überholspur ist, aber vielleicht doch nicht ganz den europäischen Trinksitten entspricht, wird es zum Start auch den FX37 geben. Ihn treibt ein 3,7 Liter großer Sechszylindermotor mit 320 PS an, der nach Messung diverser Fachmagazine rund sieben Sekunden für den Standardsprint braucht und auf etwa 230 km/h kommen wird. Außerdem bereiten die Japaner auch einen Dieselmotor vor, der mit sechs Zylindern, drei Litern Hubraum und etwa 250 PS allerdings erst 2010 kommen wird.

Innen bietet der Infiniti alles, was man von einem Luxusliner erwartet: Für jeden Handgriff gibt es Elektromotoren, die Sitze tragen weiches Leder, die Konsolen sind mit ansehnlichen Imitaten von Holz und Metall verkleidet, und die Assistenzsysteme nehmen dem Fahrer reichlich Arbeit ab, warnen zum Beispiel beim Verlassen der Ideallinie oder halten den Abstand zum Vorausfahrenden ein. Nur: Im Krieg der Knöpfe fehlt ein Friedensangebot. Sowohl das Lenkrad als auch die Mittelkonsole wirken überfrachtet und verwirrend. Und ein paar Ablagen mehr wären auch ganz brauchbar.

Stolzer Preis für ein No-Name-Auto

All der Luxus hat seinen Preis. Während das Grundmodell bei rund 55.000 Euro starten wird, werden für die voll ausgestattete V8-Version stolze 80.000 Euro aufgerufen. Für eine Nobody-Marke ist das eine stattliche Summe. Im Vergleich mit der Konkurrenz sei der FX aber ein Schnäppchen, argumentiert man bei Infiniti. "Ein entsprechend ausgestatteter Porsche Cayenne ist 20.000 Euro teurer."

Wayne erzählt, auf dem Genfer Autosalon habe Infiniti "schon 20 Reservierungen entgegengenommen. Und alle kamen sie von Porsche-Cayenne-Fahrern." Vermutlich sieht man das in Zuffenhausen gelassen - im Geschäftsjahr 2006/2007 verkauften die Schwaben von ihrem Geländerenner 34.745 Stück.

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