Audi A4 Avant Eleganter Lademeister

Ein halbes Jahr nach dem Debüt der A4 Limousine präsentiert Audi in Genf jetzt auch die zugehörige Kombiversion Avant. Und die hat nicht nur optisch das Zeug zum Kassenschlager.

Der A4 ist das meistverkaufte Modell von Audi. Zwar drängen die Bayern in neue Segmente, doch das Mittelklasse-Modell bleibt Audi-Chef Rupert Stadler "das Rückgrat der Marke". Seit dem Generationswechsel des A4 im vergangenen Herbst ist die Limousine auf dem Markt, doch mit dieser Karosserieform allein ist zumindest in Deutschland kein Staat zu machen. Die Mittelklasse wird beherrscht vom Kombi, der bei Mercedes als T-Modell, bei Audi als Avant und bei BMW als Touring zwischen Füssen und Flensburg auf einen Verkaufsanteil von gut 50 Prozent kommt.

Vor diesem Hintergrund ist es keine Überraschung, dass Audi ein halbes Jahr nach der Stufenheckversion des A4 jetzt den neuen Avant präsentiert. Der Lademeister feiert seine Premiere auf dem Genfer Autosalon (6. bis 16. März) und soll schon in diesem Frühjahr bei den Händlern stehen.

Das günstigste Modell wird zur Markteinführung 30.600 Euro kosten. Im Herbst reicht Audi das Basismodell mit dem 120 PS starken 1,8-TFSI-Motor nach, das 27.550 Euro kosten wird. Rechnet man auf dieser Grundlage den Avant-Aufschlag aus, müssen Kombikunden 1650 Euro mehr bezahlen als Limousinenkäufer.

Zum Start tritt der A4 Avant mit einem 1,8 Liter großen Direkteinspritzer-Motor mit Turbo an, der 160 PS leistet. Darüber rangiert als zweiter Benziner der Startauflage ein 3,2 Liter großer V6-Motor, der 265 PS aufbietet und den Avant mit einem Sprintwert von 6,4 Sekunden zum Eiltransporter macht.

Wer lieber Diesel tankt, für den beginnt die schöne neue Kombi-Welt mit einem zwei Liter großen Vierzylinder, der zu Beginn der Modellkarriere 143 PS auf die Straße bringt und später im Jahr auch mit 170 PS angeboten werden wird. An der Spitze steht auch hier ein V6-Motor, der aus drei Litern Hubraum 240 PS und 500 Nm schöpft. Damit nimmt er dem großen Benziner im Prestigeduell von 0 auf 100 sogar noch eine Zehntel Sekunde ab.

Wie teuer dieser Spaß an der Tankstelle wird, verrät Audi noch nicht. Doch ähnlich wie bei der Limousine reklamieren die Bayern auch für den Kombi deutlich mehr Fahrvergnügen bei weniger Verbrauch. Die Leistung der Motoren sei im Schnitt um 8 Prozent gestiegen, während die Benziner im Mittel fast 12 und die Diesel knapp 9 Prozent weniger Durst entwickeln, heißt es in Ingolstadt.

Mehr Platz im Heck

Mehr Platz im Heck

Vielfahrer werden diese Information dankbar zur Kenntnis nehmen und sich vermutlich auch über die Vielzahl neuer Assistenzsysteme wie den Tempomat mit automatischer Abstandsregelung, die Kontrolle des toten Winkels oder die Hilfe bei der Spurführung freuen. Doch wichtiger dürfte den Avant-Kunden der Fortschritt im Fond sein. Schließlich war der Vorgänger eher schön als praktisch und mit einem Ladevolumen von 442 Litern kaum mehr konkurrenzfähig.

Weil der Neue gegenüber dem Alten aber in der Länge um zwölf Zentimeter zulegte und auf 4,70 Meter gestreckt wurde, finden Eleganz und Effizienz jetzt wieder besser zusammen: Bei aufrechter Rückbank schluckt der Kombi künftig 490 Liter und zieht damit knapp am T-Modell der Mercedes C-Klasse vorbei, das mit einem Volumen von 485 Litern bislang den Maßstab in der Mittelklasse setzte.

Der BMW 3er Touring wirkt da mit 460 Litern schon etwas abgeschlagen und verliert beim Maximalwert noch mehr. Denn legt man die Rückbank komplett um, bieten der BMW lediglich 1385 Liter Stauraum. Der neue Audi legt um 230 auf 1430 Liter zu, und Mercedes verteidigt mit 1500 Litern die Führung.

Laderaumboden mit Teppich oder Gummibelag

Allerdings ist es natürlich nicht der Raum allein, der Lademeister glücklich macht. Sondern es sind die Details, die den Umgang mit den Lasten des Alltags erleichtern sollen. Audi hat mit dem neuen A4 Avant in dieser Disziplin nichts grundlegend Neues zu bieten. Doch immerhin gibt es einen mit feinem Teppich ausgeschlagenen Laderaum, dessen Wendeboden eine abwaschbare Unterseite hat.

Es gibt die üblichen Zurrösen und ein paar seitliche Fächer, und es gibt eine pfiffige Laderaumabdeckung, die auf ein Antippen nach oben fährt. Außerdem bietet Audi die Option auf eine Durchladeluke mit Ski- und Snowboard-Tasche, ein in Schienen geführtes Fixiersystem für das Gepäck und einen Elektromotor für die Heckklappe.

Trotz des Geländewagenbooms - Kombis stehen noch immer hoch im Kurs. Analyst Christoph Stürmer vom Marktbeobachter CSM begründet dies an der Kombination vieler positiver Eigenschaften aus anderen Segmenten. "Von den Limousinen haben sie die Sportlichkeit und die Sparsamkeit, vom Van die Flexibilität und vom Geländewagen das Platzangebot."

Dabei könnte die Absatzkurve künftig noch steigen. "Wenn die SUV im Zuge der CO2-Diskussion noch stärker unter Druck geraten, könnten die Kombis einen neuen Aufschwung erfahren", schätzt der Analyst. "Die Frage ist heute also nicht, ob man einen Kombi kauft, sondern eher, warum man keinen kauft."

Eleganter Lademeister: Der Audi A4 Avant in Bildern

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