Autopflege Vorsicht, Salzfraß!

Gut gepflegt ins Frühjahr - das sollte auch fürs Auto gelten. Ein gründlicher Check von Technik und Oberflächen nach dem Winter erhöht nicht nur die Verkehrssicherheit, sondern auch den Wiederkaufswert. manager-magazin.de sagt, worauf es ankommt.

Landsberg/Bonn - Starker Frost und Schneefall oder Schmuddelwetter mit Regen und Temperaturen um den Gefrierpunkt - je nach Region haben Autofahrer die Wintermonate unterschiedlich erlebt. Vor dem Durchstarten im Frühling ist jetzt die richtige Zeit, die Technik zu checken und die Spuren des Winters am Wagen zu beseitigen.

Zwar sei die Fahrzeugtechnik heute so gut, dass nach dem Winter keine größeren Maßnahmen erforderlich sind, sagt Manfred Groß aus dem ADAC-Technikzentrum in Landsberg. Nach wenigen Jahren sei jedoch trotzdem zu erkennen, ob der Wagen regelmäßig eine Frühjahrskur bekam oder nicht.

Und ein schlechter Pflegezustand kann sich negativ auf den Wiederverkaufswert auswirken. Darüber hinaus leidet laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) in Bonn die Zuverlässigkeit des Wagens - auch die Verkehrssicherheit wird in Mitleidenschaft gezogen.

Am meisten Sorgen bereitet Manfred Groß zufolge noch immer der Streusalzeinfluss - auch wenn die Straßendienste längst viel dosierter mit Salz gegen Glatteis vorgehen. Lagert sich am Fahrzeug Salz ab, kann es zusammen mit Feuchtigkeit den Rostfraß fördern: Das gilt unter anderem für Bereiche wie Radkästen und Unterboden. "Wenn das Salz nicht beseitigt wird, wird es auch im Sommer bei jeder feuchten Witterung aktiviert", sagt Groß.

Um das zu verhindern, empfiehlt der ZDK im Frühling eine gründliche Fahrzeugreinigung inklusive Unterbodenwäsche. Besonders sollte dabei auf Salzrückstände in Nischen und Ritzen, zum Beispiel an Türschwellen, Gummidichtungen, Motorhauben- und Heckklappen geachtet werden - zu erkennen sind sie an weißlichen Krusten.

Wie Salzfraß die Elektrik bedroht

Wie Salzfraß die Elektrik bedroht

Wo die Bürsten der Waschanlage nicht hingelangen, muss mit dem Schwamm per Hand nachgearbeitet werden. Bloßes "Unterplätschern" mit dem Wasserschlauch reicht laut Manfred Groß als Unterbodenwäsche übrigens nicht aus: "Dafür ist schon ein Hochdruckreiniger nötig."

Auch für den Motorraum empfiehlt der ADAC-Experte eine gründliche Reinigung. "Dort gibt es viele unlackierte Teile wie den Zylinderkopf oder das Gehäuse der Lichtmaschine, die durch Salzspritzer ebenfalls korrodieren können." Salzfraß an Steckern der Elektrik könne außerdem zu Funktionsausfällen führen.

Nach dem Waschen ist eine Inspektion der Lackoberfläche sinnvoll. Hochgewirbelter Splitt kann den Lack an der Frontpartie beschädigt haben. Besonders tückisch sind Schäden, bei denen der Lack bis aufs Blech abgesplittert ist. Werden sie nicht behandelt, entwickeln sich die kleinen Macken zu größeren Roststellen, da Feuchtigkeit eindringen und der Rost sich weiterfressen kann, warnt der ZDK. Der Verband empfiehlt, kleinere Schäden mit einem Lackstift auszubessern.

Eine Politur und Versiegelung der Lackierung mit Hartwachs bietet anschließend Schutz. "Ein- bis zweimal im Jahr sollte man das schon machen", empfiehlt Manfred Groß vom ADAC.

Auch im Fahrzeuginnenraum gibt es nach dem Winter einiges zu tun. Der Auto Club Europa (ACE) legt Autofahrern eine gründliche Entrümpelungsaktion nahe: Im Kofferraum deponiertes Winterzubehör wie Schneeketten, Schneeschaufel, Handfeger und Enteiser sollte aussortiert werden. Es ist im Frühjahr und Sommer nur überflüssiger Ballast, der Platz raubt und den Spritverbrauch erhöht.

Teppich, Fußmatten und Polstern sollte ebenfalls etwas Aufmerksamkeit gewidmet werden. Der Teppich und die Fußmatten können durch mit den Schuhen hineingetragenen Schnee durchfeuchtet sein.

Unter vier Millimeter läuft nichts

Unter vier Millimeter läuft nichts

ADAC-Mitarbeiter Groß empfiehlt, in diesem Fall zum Trocknen einfach Zeitungspapier unter die Fußmatten zu legen. Wird nichts unternommen, kann sich Schimmel bilden, und im schlimmsten Fall rostet das Bodenblech von innen an.

Grober Schmutz sollte nach ZDK-Empfehlung zunächst mit dem Staubsauger abgesaugt werden. Danach wird auf Teppich und Polster ein Reinigungsschaum aufgebracht, der den Dreck fasertief entfernt und zudem die ursprüngliche Farbe der Sitze wieder auffrischt. Außerdem verschwinden dadurch meist muffige Gerüche - ein Hauch einer frischen Frühlingsbrise kann ja auch im Auto nicht schaden.

Um das Auto für den Frühling fit zu machen, sollten auch wieder die Winter- gegen die Sommerreifen getauscht werden. Wann dafür der geeignete Zeitpunkt ist, hängt von den regionalen Wetterbedingungen ab. Bis Ostern sollten die Winterreifen aber in jedem Fall noch draufbleiben, da noch mit Wintereinbrüchen zu rechnen ist.

Beim Reifenwechsel sind die Winterpneus genau zu inspizieren: Haben sie weniger als vier Millimeter Profil, lohnt sich nach Angaben des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe die Einlagerung nicht, da im nächsten Winter ohnehin ein neuer Satz angeschafft werden muss. Bei genügend Profil sollte ihr Montageort am Auto mit Kreide- oder Ölstift vermerkt werden - etwa "vorne links" oder "hinten rechts". Am besten lagern Winterreifen hängend auf einem Reifenständer an einem dunklen und kühlen Ort.

Felix Rehwald, dpa

Fotostrecke: Frühjahrskur fürs Fahrzeug

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