Designerautos Rennmaschinen und Robo-Winzlinge

Die verrücktesten Autos der Welt sind bei der Los Angeles Auto Show zu sehen: Die Designer haben ein halbes Jahrhundert vorausgedacht und die Fahrzeuge des Jahres 2057 entworfen. Herausgekommen sind holografische Karosserien, Flitzer aus mutierenden Metallpartikeln - und Viersitzer, die sich in vier Einsitzer verwandeln können.

Los Angeles anno 2057: Die Büroangestellte Linda macht früh Feierabend, sie will eine Spritztour nach Las Vegas unternehmen. Draußen geht es nur im Schritttempo voran. Doch Linda hat keine Angst vor Megastaus. Ihr wendiger Volkswagen Slipstream ist wie gemacht ist für den Verkehr in Los Angeles. Der Einsitzer sieht aus wie eine elektrische Zahnbürste auf Rädern. Aufrecht stehend braucht er fünfmal weniger Platz als ein konventionelles Auto und wuselt sich mühelos durch den dichtesten Verkehr.

Vor den Toren der Stadt verwandelt sich der VW Slipstream in eine Rennmaschine: Automatisch kippt er in die Horizontale, am Heck fahren kleine Flügel aus. Dank perfekter Aerodynamik schießt Linda mit mehr als 400 Sachen davon.

So stellen sich Designer die Vehikel vor, mit denen Autofahrer in 50 Jahren unterwegs sein werden. Wo die Reise hingeht, zeigen die so genannten Advanced-Design-Studios bei einem Wettbewerb, der alljährlich zur Automesse in Los Angeles ausgeschrieben wird - Motto diesmal: "Robocar 2057". Die Messe findet vom 14. bis zum 25. November statt.

Auto-Visionen für das Jahr 2057

Acht Hersteller beteiligen sich an der Design Challenge. Der auffälligste Trend kommt in diesem Jahr aus dem Internet: Analog zum Mitmach-Netz wollen die Designer die Ausgestaltung der Fahrzeuge künftig teilweise den Kunden überlassen und geben lediglich einen Gestaltungsrahmen vor.

So zeigen die Mercedes-Kreativen eine Vision namens Silverflow, die sich mit Hilfe magnetischer Steuerelemente aus Abermilliarden kleiner Metallpartikel zusammensetzt und jede beliebige Form annehmen kann. Ein Kopfdruck genügt, schon wird aus dem sportlichen Einsitzer ein robuster Geländewagen oder ein praktischer Van. Das ist nach heutigem Stand der Technik zwar unmöglich - wäre jedoch enorm praktisch. Zum Parken zerlegt sich der Silverflow in seine Einzelteile und wird zum Beispiel zu einer silbern schimmernden Pfütze. Falls der Wagen eine Beule bekommt, genügt ein Magnet zur Sofort-Reparatur.

Die Karosserie ist nur noch eine Holografie

Die Karosserie ist nur noch eine Holografie

Auch bei Audi bekommt der Kunde in 50 Jahren ein Chamäleon-Auto. Herzstück des Virtuea Quattro ist eine Steuereinheit mit Wasserstoffantrieb und Autopilot, um die herum die Holografie einer Karosserie projiziert wird. Wie der Wagen aussehen soll, kann der Fahrer per Knopfdruck auswählen - heute TT, morgen A8.

Der japanische Hersteller Honda hat sich der Lösung des Verkehrsproblems verschrieben. Seinen Beitrag 1 hoch 4 können sich vier Pendler teilen: Sobald die gemeinsame Fahrstrecke absolviert ist, lösen sich auf Knopfdruck die variablen Molekülstrukturen. Aus dem Viersitzer werden plötzlich vier Einsitzer, die mit einem Solar-Hybrid-Antrieb in den Feierabend flitzen.

Besonders nah am Roboter-Motto des Wettbewerbs sind die Designer von Nissan geblieben. Ihr Auto mutiert zum Automaten, der sich als treuer Freund der Familie nützlich macht. Morgens holt der Nissan One One die Zeitung ins Haus. Waschen, Bügeln, Staubsaugen – all das erledigt der wendige Robo-Winzling, der wie ein Skater durch die Wohnung flitzt. Fehlt etwas im Kühlschrank, fährt er alleine zum Einkaufen. Und sobald die Schule aus ist, bringt er die Kinder zum Fußballtraining.

Los Angeles Auto Show: Die verrücktesten Fahrzeuge in Bildern

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