Schwarzwald-Tour Wie gemalt

Sanfte Bergkuppen, sattgrüne Wiesen und dicke Nadelwälder mit kühlen Badeseen. Auf einer Fahrt auf der Schwarzwald-Panoramastraße kann man eine Seite Deutschlands kennenlernen, die man eigentlich nur aus Bilderbüchern kannte.

Hamburg - Schwarzwald-Panoramastraße, das klingt natürlich verlockend, und der Name täuscht nicht. Das tollste Stück dieser malerischen Strecke ist kaum 30 Kilometer lang, führt aber dennoch dort entlang, wo das höchste Mittelgebirge Süddeutschlands schön und typisch ist. Man kann die Route als Dreieckskurs befahren, zum Beispiel von Freiburg aus, doch richtig los geht es erst in Waldkirch, einem Luftkurort, 15 Kilometer nordöstlich von Freiburg gelegen am Eingang des Elztales.

Unmittelbar am Ortsrand beginnt die Panoramastraße (L 120), die zunächst mild ansteigt, sich bald aber in ziemlich kniffligen Kehren und Serpentinen durch den Kandelwald hinaufwindet, auf den höchsten Punkt der Strecke, den Kandel. Der Aussichtsberg ragt 1243 Meter hoch und türmt sich eindrucksvoll über der oberrheinischen Tiefebene auf. Hier lohnt sich unbedingt ein Stopp auf dem großen Parkplatz und ein kurzer Spaziergang zur Aussichtskanzel auf dem Gipfel, die bei klarem Wetter einen erstaunlichen Weitblick bis in den Nordschwarzwald, in die Vogesen und sogar bis in die Schweizer Alpen bietet.

Vom Kandel aus geht es wieder hinab, weiter auf der Panoramastraße in lockeren Schwüngen über grüne Kuppen und an großen Gehöften vorbei nach St. Peter und St. Märgen. Wer die Kandel-Strecke bereits kennt oder nur eine kleine Runde drehen möchte, hat übrigens zweierlei Variationsmöglichkeiten: Entweder man beginnt die Tour bereits kurz vor Waldkirch, nämlich in Denzlingen und biegt dort rechts ab ins Glottertal. Ja, das ist die Gegend, in der die fernsehberühmte Schwarzwaldklinik steht. Durchs Glottertal erreicht man auch St. Peter. Oder aber man fährt, vom Kandel kommend, durchs Glottertal wieder zurück und hinunter in die Rheinebene bei Freiburg.

Erholung pur

Erholung pur

Auf der Schwarzwald-Panoramastraße jedoch geht es weiter via St. Märgen nach Hinterzarten und Titisee. Dort herrscht Touristikstimmung pur, was schon der riesige Busparkplatz am Ortseingang anzeigt. Der See liegt hübsch inmitten dunkler Nadelwälder, es gibt Eisdielen, Campingplätze, aber auch stille Wanderewege ringsum. Zum Erholen ist die Gegend ideal, für einen erfrischenden Sprung ins Wasser sowieso. Titisee-Neustadt, das sich aus insgesamt sechs Ortsteilen zusammensetzt, verzeichnet pro Jahr nach eigenen Angaben rund 600.000 Übernachtungen und ist mithin eines der touristischen Zentren im Schwarzwald.

Für die Erkundungstour per Auto bieten sich wiederum mehrere Möglichkeiten. Einerseits eine südliche Variante, die an den Schluchsee und zur Benediktinerabtei St. Blasien führt. Dann eine südwestliche Route, bei der man die höchste Erhebung des Schwarzwaldes, den Feldberg (1493 Meter), passiert und danach die Qual der Wahl hat, durchs Münstertal, auf den Belchen oder Richtung Hochkopf und Wehratal zu fahren. Allesamt wunderbare Strecken voller Kurven und Aussichtspunkte, gemütlicher Gasthäuser und kuscheliger Ortschaften.

Wir allerdings fuhren von Titisee aus auf direktem Weg Richtung Freiburg, und zwar die B 31 durchs Höllental und die Ravennaschlucht. Die Straße ist blendend ausgebaut, zum Teil mehrspurig und daher an Wochenenden alles andere als romantisch. Wer aber das Glück hat, die Strecke einigermaßen für sich zu haben, der wird ganz sicher Fahrspaß empfinden, denn die Landschaft ist wunderschön, manche Felsen direkt neben den Leitplanken schroff und steil, und es stellt sich bisweilen das Gefühl ein, tief in den Alpen unterwegs zu sein anstatt im lieblichen Schwarzwald.

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