Audi TT Roadster 3.2 quattro Offene Eleganz

Ohne Frage ist der Audi TT Roadster 3.2 quattro ein Sportwagen, allerdings einer, der seinem Fahrer wenig Zugeständnisse abverlangt und nicht stets zur Kurvenhatz animiert. Der Sechszylinder agiert bei niedrigen Drehzahlen mit tiefen Tönen, die umso schärfer klingen, wenn es hochtourig die Straßen entlanggeht.

Ingolstadt - Es ist eine große Herausforderung für jeden Designer, ein Sinnbild für guten Stil noch zu verbessern. Mit der offenen Variante des TT ist dies Audi offensichtlich gelungen. Den einst puristischen Sportwagen der 90er Jahre verlieh Audi-Chefdesigner Walter de Silva einen Hauch von Eleganz. Das Cabrio mit seinem Textildach ist geöffnet wie geschlossen ein Hingucker und auch angesichts seiner Fahrleistungen und seines Fahrverhaltens einen längeren Blick wert.

Gewölbte Seitenflächen und gestreckte Proportionen machen es deutlich: der Roadster ist erwachsen geworden. Trotz dieses Wachstums im Vergleich zur ersten Generation bleibt das Blechkleid sportlich-knapp und unübersichtlich. Vor allem nach schräg hinten, vom Fahrersitz aus, ist eher zu ahnen als zu sehen, was da vor sich geht. Doch so etwas ist wohl zweitrangig bei einem solchen Auto.

Einfach unaufgeregt

Typisch Audi ist die Gestaltung und Verarbeitung. Der Platz des Fahrers ist so eingerichtet, wie man es sich in einem Auto dieses Schlages wünscht. Sitz, Bedienhebel sowie -tasten sind dort, wo man sie vermutet. Die Instrumente wurden schlicht und ohne Aufgeregtheit gezeichnet. Statt in der designverliebten Struktur seines Vorgängers sitzt nun der Fahrer nun in einem sportlich ausgerichteten Cockpit. Die Sitze geben ebenso Komfort wie guten Seitenhalt. Selbst lange Passagen lassen sich darin entspannt absolvieren.

Von seinem Fahrcharakter gibt sich der Roadster in der großen Motorversion eher als Cruiser. Es mangelt kaum an Leistung, aber es wird auch beim Tritt aufs Gaspedal nicht jener spontane Kick ausgelöst, den sportliche Fahrer so schätzen. Der Sechszylinder agiert mit tiefen Tönen bei niedrigen Drehzahlen und mit schärferen Klängen bei höheren Touren.

Mit Fahrfreude am Lenkrad

Mit Fahrfreude am Lenkrad

Das Schalten kann man dabei getrost der S-Tronic überlassen. Eher als unterhaltsames Intermezzo denn als echte Notwendigkeit dienen die beiden Paddel am Lenkrad. Mit ihnen kann man manuell ins Geschehen eingreifen. Doch insbesondere im Sportmodus ergibt sich dazu kein vernünftiger Grund.

Aufgrund des Quattro-Antriebs gibt es sehr neutrale, bis in hohe Geschwindigkeiten sichere Kurveneigenschaften. Praktisch jederzeit steht reichlich Traktion zur Verfügung. Die direkte wie mitteilsame Lenkung, samt der standfesten, sensibel ans Werk gehenden Bremsen bescheren so Fahrfreude und Agilität. Und natürlich ist das Fahrwerk sportlich-straff, doch keinesfalls unkomfortabel.

Nicht zuletzt die steife Bauweise sorgt für ein neues Fahr- und Qualitätsgefühl. Dabei baut der TT auf einem Alu-Rahmen auf und soll in puncto Torsionssteifigkeit die Werte seines gewiss nicht klapperigen Vorgängers um 100 Prozent übertreffen. Windgeräusche trüben dabei kaum das Fahrvergnügen.

Ohne Frage ist der Audi TT Roadster ein Sportwagen, allerdings einer, der seinem Fahrer wenig Zugeständnisse abverlangt und nicht stets zur Kurvenhatz animiert. Wem das allerdings nicht reicht, der wird schon bald von Audi ebenfalls bedient. Die Sportversion TTS mit einem bissigen Zweiliter-Turbo-FSI ist in Vorbereitung.

Norbert Michulsky, ddp

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