Mercedes/Porsche Vollgas ohne Dach

Der Spätsommer verspricht lang und heiß zu werden. Im September kommen mit dem Mercedes McLaren SLR Roadster und dem Porsche 911 Turbo Cabriolet zwei superschnelle Sonnenanbeter auf den Markt.

Das Rennen um die erste Meldung hat Mercedes gewonnen. Die Daimler-Pressestelle vermeldete etwas früher als Porsche , dass es bald ein "Open-Air-Erlebnis für alle Sinne" geben werde: ab September nämlich den Supersportwagen SLR McLaren auch in einer Variante mit versenkbarem Stoffdach und damit als Roadster.

Wie das Coupé auch erhält der Wagen eine aus Carbonfaser-Werkstoffen gefertigte Karosserie, einen V8-Kompressormotor von AMG mit 626 PS und allerlei andere Hightech-Zutaten wie eine Luftbremse, die im Kofferraumdeckel integriert ist, sowie Carbon-Keramik-Bremsscheiben.

Das halbautomatische Stoffdach, teilt Mercedes mit, werde es in drei unterschiedlichen Farben geben. Und es wird sich in weniger als zehn Sekunden öffnen oder schließen lassen. Das ist ziemlich hurtig - passt also insgesamt gut zum Auto. Denn der offene SLR wird eine Höchstgeschwindigkeit von 332 km/h erreichen und in 3,8 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigen. Wie viel Benzin er dabei verbrennt, teilt Mercedes vorsichtshalber nicht mit. Es wird aber kaum weniger sein als beim Coupé, für das offiziell 14,5 Liter Superplus je 100 Kilometer angegeben werden, wobei im Alltagsbetrieb wohl locker drei Liter mehr üblich sein dürften.

Auch den Preis des SLR Roadsters hält Mercedes vorläufig noch geheim. Allerdings dürfte das Auto, das serienmäßig mit Klimaautomatik, Bose-Musikanlage, Navigationssystem und Carbon-Schalensitzen ausgestattet wird, rund 470.000 Euro kosten. Für diese Summe könnte man ab 8. September auch drei nagelneue Porsche 911 Turbo Cabriolet bestellen. Die Zuffenhausener rollen ihr rabiatestes offenes Modell ab 8. September zu den Händlern - zu einem Preis von 150.862 Euro.

Das Dach faltet der Mercedes doppelt so schnell ein

Das Dach faltet der Mercedes doppelt so schnell ein

Porsche setzt damit die mittlerweile bereits 20-jährige Tradition fort, das jeweilige 911-Turbo-Modell auch mit Stoffdach anzubieten. In diesem Fall handelt es sich also um den aktuellen "Turbo" mit 3,6-Liter-Sechszylinder-Boxermotor und Biturbo-Aufladung, der 480 PS entwickelt und dazu 620 Nm.

Wer die Version mit dem automatisierten Getriebe Tiptronic S bestellt, kann ebenfalls wie SLR-Piloten in 3,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Bei Vollgas jedoch müsste der Porsche-Fahrer dem Mercedes-Mann die Vorfahrt lassen, denn beim Turbo-Cabrio sind 310 km/h das Höchste der Geschwindigkeitsgefühle.

Und auch bei der Dachgymnastik ist der Mercedes etwas schneller. Dafür funktioniert das Verdeck beim Porsche vollautomatisch - und zwar in 20 Sekunden. Interessant wird es ab Tempo 120, denn dann fährt automatisch der Heckflügel aus, und zwar beim Cabriolet um drei Zentimeter höher als beim Coupé, um ordentlich Druck auf die Hinterachse zu erzeugen.

Während sich die beiden Autos auf den Datenblättern in punkto Fahrleistungen also gar nicht so arg unterscheiden, sind sie dennoch komplett unterschiedlich positioniert. Der SLR ist eine Sportwagen-Orchidee, extrem teuer und selten. In den ersten drei Monaten wurden in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt lediglich zwölf Exmplare des SLR-Coupés neu zugelassen. Der kommende Roadster dürfte diese Größenordnung kaum nennenswert verändern.

Bei Porsche dagegen gehört der Turbo zu den großen Geldbringern. Das liegt einmal an den Stückzahlen (zirka 6000 Turbo-Modelle pro Jahr), aber noch viel mehr an der Gewinnmarge, die Analysten auf etwa 32 Prozent taxieren. Für das Cabrio dürfte das eine oder andere Prozentpünktchen noch dazukommen.

SPIEGEL ONLINE

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