Techno Classica Des Kaisers neuer Wagen

Mit mehr als 2500 Oldtimern und klassischen Automobilen, die zum Verkauf angeboten werden, ist die Essener Messe "Techno Classica" in diesem Jahr wieder einer der größten Marktplätze der boomenden Branche. Noch bis Sonntag geht die Show.

Essen - "Die Oldtimer-Szene ist ein blühender Wirtschaftszweig mit prächtigem Wachstum", berichtete Leon Franssen, Geschäftsführer des Veranstalters der diesjährigen Messe "Techno Classica" (bis 1. April), die seit Donnerstag ihre Tore geöffnet hat. Das Angebot reicht von rostigen Einstiegsmodellen ab etwa 500 Euro bis hin zu teuren Raritäten mit Preisen im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Bereits in den vergangenen Jahren habe es bei Oldtimern jährliche Preissteigerungen von 10 bis 15 Prozent gegeben, sagte Franssen. Der Gesamtumsatz der Branche in Deutschland werde auf jährlich etwa fünf Milliarden Euro geschätzt, in ganz Europa auf rund 16 Milliarden Euro. Mit einem Alter von mehr als 25 Jahren zählten jedoch lediglich 0,8 Prozent der in der EU registrierten rund 225 Millionen Fahrzeuge zu den Oldtimern. Mit jährlich rund 1,4 Milliarden gefahrenen Kilometern liege der Anteil der Oldtimer am Straßenverkehr bei rund 0,07 Prozent.

Dieser geringe Anteil der Oldtimer müsse bei der aktuellen Feinstaub-Debatte im Auge behalten werden, forderte Johannes Hübner vom Automobilclub von Deutschland (AvD). Mit einer Kampagne unter dem Titel "Freie Fahrt für Oldtimer" wolle der Automobil-Club bei der bevorstehenden Messe für Ausnahmeregelungen für historische Fahrzeuge werben. Der Ausstoß von extrem feinen Dieselrußpartikeln sei ohnehin nur ein Problem moderner Fahrzeuge. "Für den Betrieb eines Autos muss der Originalzustand zum Produktionszeitpunkt genügen", sagte Hübner.

Vom alten Eisen bis zum Kult

Zu den Höhepunkten der diesjährigen Messe zählt ein Mercedes-Benz 770 des ehemaligen deutschen Kaisers Wilhelm II aus dem Museum des Automobilherstellers. In der Preiskategorie zwischen 20.000 Euro und 100.000 Euro seien für "Sonntags-Ausfahrten oder Touren zu historischen Veranstaltungen" aber auch Modelle wie die Mercedes-Benz Limousine 220 SE mit Heckflosse, der VW Käfer oder Sportwagen wie der Alfa Romeo Spider zu haben, hieß es.

Viele so genannte Youngtimer mit einem Alter ab etwa 20 Jahren wie der Ford Capri oder der Opel Commodore hätten bereits Kult-Status. Wer jedoch auf der Suche nach "Einsteiger-Modellen" wie dem Ford Taunus oder dem Opel-Kadett sei, müsse sich auf dem so genannten Frischluft-Handelsplatz zwischen den Messehallen umsehen.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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