Mercedes S 600 Pullman Luxuriöser Palast

Lang, länger, am längsten - die Königs-Karosse fährt vor. Für die obersten Zirkel der Macht hat Mercedes sich etwas ganz Besonderes ausgedacht. Die Stuttgarter entwickeln derzeit auf Basis der S-Klasse die Langversion S 600 Pullman.

Stuttgart - Die Idee des Wohnzimmers auf Rädern kommt von der Eisenbahn. Die amerikanische Firma Pullman Palace Car Company fertigte solche Waggons mit luxuriöser Saloneinrichtung - und flugs sprang der Begriff "Pullman-Wagen" auch aufs Automobil über. Und zwar nur für die allerfeinst ausgestatteten Varianten; so ein Auto wurde zum Beispiel Anfang der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts für Japans Kaiser Hirohito von Mercedes-Benz gefertigt. Und auch Bundespräsidenten fuhren zu Repräsentationszwecken gern mit einem schwarz glänzenden 600er-Pullman mit Staatsgästen durch Bonn.

Für die gegenwärtige Herrschergeneration gibt es nun demnächst eine neue Pullman-Limousine. Das Auto wird nach Mercedes-Angaben auf der gepanzerten Langversion des aktuellen S 600 basieren. Allerdings wächst die Karosserie gegenüber dieser Variante um nochmals rund eineinhalb Meter in die Länge, sodass der Wagen auf insgesamt etwa 6,70 Meter gedehnt wird. Da bleibt genug Platz, um im durch eine Trennwand abgeteilten Fond einen viersitzigen Salon einzurichten, bei dem sich die Gesprächspartner und ihre Dolmetscher oder Protokollanten gegenübersitzen können.

Repräsentation muss sein

Um diese immense Masse Auto in Bewegung setzen zu können, montiert Mercedes den bekannten Zwölfzylinder-Biturbo-Motor unter die Fronthaube, eine Maschine, die 517 PS leistet und ein Drehmoment von 830 Nm bereitstellt. Über den Spritverbrauch und den CO2-Ausstoß muss man in diesem Fall nicht groß diskutieren, denn beides ist unter allen Umständen viel zu hoch. Andererseits wird sich die Verbreitung des S 600 Pullman bei einem Preis "im niedrigen siebenstelligen Bereich", wie ein Mercedes-Sprecher sagt, in überschaubaren Grenzen halten.

Bleibt die Frage, ob Mercedes nicht allmählich etwas viele Fahrzeuge im Highend-Segment anbietet. Neben der schon erhältlichen S-600-Langversion und den beiden Maybach-Modellen nun auch noch die alle drei in den Schatten stellende Pullman-Limousine. Man sehe da keine Überschneidungen, heißt es bei Mercedes auf entsprechende Fragen. Schließlich werde der überlange Pullman nahezu ausschließlich von Regierungen und Königshäusern zu Repräsentationszwecken bestellt.

Andererseits: Repräsentativ ist ein Maybach ja auch, und bei den eher bescheidenen Stückzahlen - in Deutschland wurden im vergangenen Jahr laut KBA 32 Modelle neu zugelassen - wären der Nobelmarke ein paar zusätzliche Königs-Versionen sicher ganz recht gewesen.

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