Mazda Ryuga Dramatik pur

Rund 50 Neuheiten buhlen derzeit in Detroit auf der Automesse um Aufmerksamkeit. Mazda hat damit keine Probleme, denn die Japaner haben eine aufsehenerregende Studie mitgebracht - mit Flügeltüren, riesigen Rädern und Flanken nach Art eines Zen-Gartens.

Das Wort Ryuga bedeutet im Japanischen soviel wie "anmutiger Fluss", doch eigentlich denkt man eher an ein Wildwasser, wenn man Mazda-Designdirektor Laurens van den Acker über die neue Studie Ryuga reden hört. "Einige Proportionen wirken wie vom Wind gepeitscht", sagt der Niederländer. "Dramatik überall, zumal es nirgendwo eine echte Kante gibt." Insofern passt der Vergleich mit einem ruhig dahinfließenden Gewässer natürlich doch wieder, denn das 4,28 Meter lange Sportcoupé steht trotz aller Rasanz sehr harmonisch und geschmeidig auf den enormen 21-Zoll-Rädern, die wie Turbinenschaufeln geformt sind.

Es gibt also nicht nur keine Kanten an der Karosserie des Ryuga, sondern auch sonst kaum den Fluss der Linien störende Elemente. Rückspiegel beispielsweise sind keine vorhanden. Stattdessen sitzen Mikrokameras in winzigen Auslegern am vorderen Ende der Dachstreben, die auch die seitlichen Blinkerleuchten tragen.

Das schillernde Rot der Karosserie soll an fließende Lava erinnern, heißt es bei Mazda. Und Designer Yasushi Namakuta erklärt, dass die Seitenflächen "von japanischen Trockengärten inspiriert" seien, in denen die "sorgfältig geharkten Kieselsteine wirken wie feine Kräuselungen, die eine sanfte Brise auf der Wasseroberfläche erzeugt".

Aluminium, Leder und lichtdurchlässiger Kunststoff

Auch im Innern ist der Viersitzer eine Augenweide. Die Mittelkonsole sieht aus, als würde sie schweben. Das Lenkrad ist wie ein U geformt, also oben offen, um einen ungehinderten Blick auf die Instrumente und die Straße freizugeben. Als Oberflächen dominieren Leder, poliertes Aluminium und lichtdurchlässige Kunststoffe. Außerdem bewiesen die Designer auch bei Details Mut zur Form, zum Anderssein, zum Experiment. Das Ryuga-Interieur wirkt so vertraut und futuristisch zugleich.

Nicht futuristisch, sondern auf der Höhe der technischen Entwicklung befindet sich der Antrieb des Konzeptautos. Es handelt sich um einen 2,5-Liter-Ottomotor, der sowohl mit Benzin, als auch mit dem Kraftstoff E85 (einem Benzin-Ethanol-Gemisch) betrieben werden kann. Die Leistung wird via Sechsstufen-Automatikgetriebe an die Vorderräder abgegeben.

"Der Ryuga ist ein Forschungsprojekt und wird daher nicht in Serie gehen", sagt Designer van den Acker. Er ergänzt allerdings, dass "die hier gezeigte Oberflächensprache" schon bald weiter konkretisiert und "dann auch in neuen Serienfahrzeugen" umgesetzt werde.

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