VW Touran Hände weg vom Lenkrad

Langweiler und Spätzünder - mit dem Touran enterte VW spät den Markt der Kompaktvans. Doch trotz seines eher biederen Designs setzte sich das Auto an die Spitze des Segments. VW will diese Position festigen: Beim Autosalon in Paris werden die Wolfsburger eine aufgehübschte Version des Vans präsentieren.

Paris - Bislang punktete der Touran auf der Vernunftskala. Das variable Familienauto von Volkswagen war so etwas wie die "Quadratisch-praktisch-gut"-Variante unter den Kompaktvans - sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner aus viel Platz, solider Verarbeitung, ausgereifter Technik und einem Allerwelts-Design. Vor drei Jahren erst kam das Modell auf den Markt - und ziemlich zügig setzte es sich an die Spitze des Segments in Deutschland. Und auch europaweit rangiert der Touran inzwischen bei 11 Prozent Marktanteil unter den Kompaktvans.

Diese Position möchten die Wolfsburger nun festigen und setzen an der größten Schwachstelle des Wagens an: dem Design. Der neue Touran - eigentlich nur durch ein Facelift aufgehübscht, aber VW spricht forsch von der zweiten Generation - wird beim Autosalon in Paris (30. September bis 15. Oktober) vorgestellt. Auffallen wird er vor allem durch seine flottere Front- und Heckoptik. Vorn erhält das Auto nämlich den neuen, verchromten VW-Kühlergrill in Wappenform sowie neue Stoßfänger und Scheinwerfer, die an jene im Eos erinnern. Und hinten wurden ebenfalls Stoßfänger und Rückleuchten neu gestaltet.

Bloß nicht lenken, der Wagen kann es besser

Parallel dazu möbelte VW den Innenraum auf, spendierte großzügig Blenden und Zierleisten in "Edelstahl-Optik", suchte neue Polsterstoffe aus und baut nun in jedes Touran-Modell ein CD-Radio inklusive MP-3-Anschluss ein. Sechs Airbags, ESP und eine Gespannstabilisierung stehen beim Thema passive Sicherheit auf der Habenseite. Als Extras und gegen Aufpreis werden zum Beispiel ein Berganfahrassistent, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion, eine dritte Sitzreihe sowie erstmals das System "Park Assist" angeboten.

Der Touran ist der erste VW mit dem neuen Einparkassistenten, der mit Ultraschallsensoren arbeitet und per Knopfdruck immer dann aktiviert werden kann, sobald der Wagen mit weniger als 30 km/h dahinrollt. Dann erfasst das System beim langsamen Vorbeifahren alle Parklücken links und rechts des Fahrstreifens und berechnet den idealen Einparkweg, sobald eine Lücke groß genug ist. Die Startposition für den Einparkvorgang erhält der Fahrer über ein Display angezeigt. Hat er den Touran auf diese Position bugsiert und den Rückwärtsgang eingelegt, rangiert der Touran binnen 15 Sekunden in die Lücke. Dabei lenkt das Auto vollautomatisch, der Fahrer muss lediglich Gas geben und bremsen.

Noch im November soll die überarbeitete Version des Kompaktvans bei den Händlern stehen. Das günstigste Modell ist der Touran mit 1,6-Liter-Benziner und 102 PS zu einem Preis ab 20.460 Euro. Noch zwei weitere Ottomotoren stehen zur Wahl, es handelt sich um 1,4-Liter-Twincharger-Aggregate mit entweder 140 oder 170 PS. Der stärkere 1.4 TSI wird erst ab nächstem Frühjahr zur Verfügung stehen. Die Dieselpalette umfasst vier TDI-Maschinen mit 90, 105, 140 und 170 PS. Außerdem hat VW noch eine "Eco-Fuel" genannte Erdgas-Variante im Angebot, die 109 PS leistet.

manager-magazin.de

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