Automobilsalon Genfer Glitzerschau

Frühlingshafte Cabriolets, glänzende PS-Giganten und ein schillernder Swarovski-Sportwagen – auf der Genfer Autoschau funkeln die Hersteller wieder um die Wette. Im Trend liegen vor allem die sportlichen Geländewagen (SUVs) aus den USA, die von den europäischen Autobauern in leicht abgewandelter Form präsentiert werden.

Genf - Der traditionelle europäische Start ins Autojahr auf dem Genfer Autosalon (2.-12. März) wirkt auf den ersten Blick wie die unbefangene Glitzerschau einer prosperierenden Branche.

Doch beim genaueren Hinschauen ist schnell erkennbar, dass die großen europäischen Autobauerauch viel automobile Vernunft präsentieren: Praktisches wie den Peugeot 207 oder den Skoda Roomster, immer mehr Hybrid- und extrasaubere Dieselmodelle und "Wundertüten" wie die Volkswagen-Studie Concept A, auf dessen Plattform Volkswagen  gleich mehrere neue Modelle schneidern könnte.

Genf 2006 zeigt also alle automobilen Facetten, aber "kein Durchbruch-Thema", wie das B&D-Forecast-Institut urteilt. Zu sehr sind die Hersteller wohl auch damit beschäftigt, ihr Geschäft den veränderten Rahmenbedingungen anzupassen und profitable Strukturen zu finden.

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Genfer Autosalon: Die Trends in Genf
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Dies bedeutet vor allem massive Kostensenkung - VW, Renault  und die Mercedes Car Group haben mit diesem Thema in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen gesorgt. Fast schon vergessen scheint es, dass auch Opel und Ford  schmerzhafte Einschnitte hinter sich haben.

Dabei ist vorsichtiger Optimismus für 2006 nach den guten Verkaufszahlen im Januar in Westeuropa (plus 3 Prozent) wohl angebracht. Und das, obwohl in diesem Jahr kein Volumenmodell aus deutscher Produktion an den Start geht.

Wenn denn bei aller Vielfalt am Genfer See doch ein gewisser Trend auszumachen ist, dann der des SUV. Die eher kleinen europäischen Varianten der aus den USA stammenden Sport Utility Vehicles (sportliche Geländewagen) ähneln ihren großen amerikanischen Brüdern kaum. Allenfalls der Mercedes GL oder Audis Q7 kommen deren Dimensionen nahe. VW zeigt mit dem Concept A, wie eine kleinere SUV- Variante aussehen könnte, auch der Audi Allroad Quattro ist eine europäische Interpretation des SUV-Gedankens, der sich in diesem Jahr auch Opel mit dem Antara anschließen wird.

Aus SUV wird SAV

Aus SUV wird SAV

Die anderen Hersteller von Ford (Focus S-Max) bis Toyota (Studie Urban Cruiser) variieren das SUV-Konzept in Richtung SAV (Sports Activity Vehicle) - ein SUV mit mehr Raumangebot und mehr Straßenkomfort und auch ein Trend mit Zukunft, wie der Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer glaubt.

Hervorzuheben sind unter anderem noch die französischen und italienischen Autobauer. Das für den PSA-Konzern so wichtige Volumenmodell, der Peugeot 207, feiert in Genf beispielsweise seine Weltpremiere. Und Alfa Romeo will die neue Stärke des Fiat-Konzerns  demonstrieren und präsentiert mit dem Alfa Spider und dem Kombi 159 Sportwagon zwei Hingucker, von denen der letztere auch in Deutschland das Zeug zum Verkaufsrenner haben könnte.

Die drei großen deutschen Rivalen Audi , BMW  und Mercedes-Benz setzen dagegen eher auf Leistungssteigerung und ergänzen ihre Modellpalette entsprechend. Audi bietet seinen RS4 als Cabrio oder Avant jetzt mit 420 PS an, BMW bringt den Z4 als neues Coupé oder als überarbeiteten Roadster an den Markt. Bei Mercedes-Benz lässt die hauseigene Tuning-Schmiede AMG die Muskeln spielen, von der sechs Hochleistungsvarianten mit bis zu 612 PS vorgestellt werden. Beim Nachbarn Porsche haben der 911 Turbo und der eher für den Rennsport gedachte 911 GT3 Premiere.

Die Schweizer sind wieder gute und neutrale Gastgeber und freuen sich auf über 140 Welt- und Europapremieren. Eine davon kommt sogar aus ihrem Land, das eigentlich keine Autoindustrie hat: Der Zürcher Autoveredler Frank Rinderknecht sorgt jedes Jahr mit einer High-Tech-Studie für Aufsehen: Diesmal ist es der Zazen, ein fast transparenter Sportwagen auf Porsche Basis mit einer Karosserie aus dem Spezial-Kunststoff Makrolon von Bayer und einem Lack, in dem Millionen winziger Swarovski-Kristalle funkeln.

Frank Heidmann, dpa

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