Porsche 911 Turbo Schneller, teurer, breiter

Der Genfer Autosalon naht und schon jetzt ist klar, dass es eine Show der schnellen Autos wird. Porsche präsentiert seine (bisher) stärkste Version der aktuellen Elfer-Baureihe: den 911 Turbo. Der Radikalsportwagen ist in allen Disziplinen noch extremer als das Vorgängermodell.

Stuttgart - Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, dann kommen von irgendwo doch noch ein paar PS daher. Das ungefähr ist das Motto, nach dem die schwäbischen Sportwagenbauer von Porsche mit jedem neuen Modell die Leistung des Vorgängers immer neu in den Schatten stellen. Bei neuen 911 Turbo ist das nicht anders.

Aus Zuffenhausen dringen zu diesem Auto erstaunliche Angaben. Die Leistung zum Beispiel wurde im Vergleich zum bisherigen Modell um satte 60 PS auf nun 480 PS (353 kW) gesteigert. Noch nie war der 3,6-Liter-Boxermotor so kräftig - pro Liter Hubraum entwickelt er jetzt 133 PS.

Fettes Heck: Mächtige Auspuffendrohre, breit ausladende Radhäuser und ein neue geformter Spoiler prägen die Hinteransicht des stärksten Serien-Elfers aller Zeiten

Fettes Heck: Mächtige Auspuffendrohre, breit ausladende Radhäuser und ein neue geformter Spoiler prägen die Hinteransicht des stärksten Serien-Elfers aller Zeiten

Turbo-Blick: Mit größeren Lufteinlässen und ganz weit außen platzierten Nebenscheinwerfern jagt der neue 911 Turbo in seine Sportwagenzukunft

Turbo-Blick: Mit größeren Lufteinlässen und ganz weit außen platzierten Nebenscheinwerfern jagt der neue 911 Turbo in seine Sportwagenzukunft

Immer wieder einen Tick mehr: Der neue 911 Turbo wurde abermals schneller und stärker und teuerer als sein Vorgänger. Von der Seite betrachtet fallen jedoch zuerst die neuen Lufteinlässe zwischen Tür und Hinterrad auf

Immer wieder einen Tick mehr: Der neue 911 Turbo wurde abermals schneller und stärker und teuerer als sein Vorgänger. Von der Seite betrachtet fallen jedoch zuerst die neuen Lufteinlässe zwischen Tür und Hinterrad auf

Geballtes Hightech-Paket: Der 911 Turbo rast bis zu 310 Stundenkilometer schnell

Geballtes Hightech-Paket: Der 911 Turbo rast bis zu 310 Stundenkilometer schnell

Foto: Porsche AG
Tastenfahrer: Wird die kleine "Sporttaste" bei voller Beschleunigung gedrückt, startet der "Overboost"

Tastenfahrer: Wird die kleine "Sporttaste" bei voller Beschleunigung gedrückt, startet der "Overboost"

Foto: Porsche AG
Besser geht nicht: Mehr Leistung bei weniger Verbrauch - der Porsche 911 Turbo saugt 12,8 Liter Benzin pro 100 Kilometer

Besser geht nicht: Mehr Leistung bei weniger Verbrauch - der Porsche 911 Turbo saugt 12,8 Liter Benzin pro 100 Kilometer

Foto: Porsche AG


Porsche 911 Turbo: Das Wurfgeschoss
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Und selbstverständlich sind auch alle anderen Leistungsdaten in die Höhe geschnellt. Das Drehmoment etwa kletterte von bislang 560 auf nun 620 Nm, und dieses Kraftmaximum steht jetzt zwischen 1950 und 5000 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung (vorher: 2700 bis 4600 Umdrehungen). Das macht den Wagen nochmals schneller: Von 0 auf Tempo 100 rast der 911 Turbo jetzt in 3,9 Sekunden mit Schaltgetriebe und in 3,7 Sekunden, sofern der Fahrer die Gangwechsel dem aufpreispflichtigen Automatikgetriebe überlässt. Die Höchstgeschwindigkeit ist dann wieder für beide Getriebevarianten gleich: 310 km/h.

Um künftigen Turbo-Kunden eine Argumentationshilfe beim Thema Wirtschaftlichkeit an die Hand zu geben, bemühten sich die Porsche-Entwickler nicht nur um die Leistungsexplosion, sondern auch das Eindämmen des Benzindurstes. Zwar wurde der Durchschnittsverbrauch nur um ein Zehntel auf 12,8 Liter pro 100 Kilometer reduziert, aber entscheidend ist, dass sich nun rechtschaffen formulieren lässt: mehr Leistung bei weniger Verbrauch.

Turbolader mit variabler Geometrie

Turbolader mit variabler Geometrie

Zum ersten Mal bietet Porsche im Turbo auch die Sonderausstattung "Sport Chrono Paket" an, zu deren Umfang unter anderem ein am Lenkrad aktivierbarer Rundenzeitzähler gehört. Wichtiger dürfte manchem Kunden jedoch ein kleiner Knopf neben dem Schalthebel sein, die "Sporttaste". Wird sie bei voller Beschleunigung gedrückt, kommt es zum "Overboost". Dann wird der Ladedruck des Turboladers bis zu zehn Sekunden lang um 0,2 bar angehoben, und das Drehmoment für diese Frist auf 680 Newtonmeter hochgepeitscht.

Was das bringt? "Die Zeit für die Zwischenbeschleunigung von 80 auf 120 km/h verkürzt sich damit beim handgeschalteten 911 Turbo um 0,3 auf 3,5 Sekunden", heißt es in einer Mitteilung aus Zuffenhausen.

Der Grund für den enormen Leistungszuwachs beim neuen Modell ist ein Abgasturbolader mit variabler Turbinengeometrie, der nach Porsche-Angaben erstmals bei einem Ottomotor zum Einsatz kommt. Damit die gewaltige Kraft auch in Vortrieb übersetzt werden kann, wurde der Allradantrieb des Autos neu entwickelt. Die Kraftverteilung übernimmt eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung.

Das geballte Hightech-Paket unter der Karosserie kommt äußerlich kaum zum Ausdruck. Die Frontpartie wurde nur dezent durch größere Lufteinlässe, ovale Bi-Xenon-Scheinwerfer, LED-Blinkleuchten und tief außen angebrachte Nebelscheinwerfer modifiziert. Am Heck bläht sich das Turbomodell um 2,2 Zentimeter breiter auf als sein Vorgänger, der Spoiler wurde neu geformt, und verändert wurden auch die seitlichen Lufteinlässe hinter den Türen, die den Motor mit Frischluft versorgen.

Ab 24. Juni wird der 911 Turbo bei den deutschen Händlern stehen, zum Grundpreis von 133.603 Euro Kurz danach debütiert das Auto auch in den USA, dem wichtigsten Markt für die schwäbischen Sportwagenspezialisten. In Genf zeigt Porsche übrigens noch eine weitere Weltneuheit: den 911 GT3. Die Daten zu diesem Modell gibt es allerdings erst auf der Messe. Damit es vorläufig keinen Overboost an Zehntelsekunden gibt.

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