Nissan Terranaut Ein Auto für das Extreme

Der Genfer Autosalon öffnet in dieser Woche seine Tore. Auf der Haute-Couture-Schau präsentieren die Autohersteller nicht nur ihre neuen Modelle, sondern auch ihre futuristischen Ideenskizzen. Nissan zeigt zum Beispiel die Studie Terranaut.

Genf - Ehemalige Geländewagen treten inzwischen massenhaft als Sport Utility Vehicles (SUVs) auf, das heißt als zunehmend für den ganz normalen Autoalltag eingerichtete Fahrzeuge, die möglichst elegant und respekteinflößend daherrollen sollen, denen aber von den einstigen Besonderheiten der Gattung nur noch die erhöhte Sitzposition und zumindest in den meisten Fällen ein spritverzehrender Allradantrieb geblieben ist.

Nissan steuert diesem Trend nun entgegen - wenn auch nur in Form einer Studie. Das Auto heißt Terranaut, entstand im europäischen Designzentrum des Unternehmens in London und wird erstmals beim Genfer Autosalon (2. bis 12. März) gezeigt.

Der Terranaut dürfte Geologen, Archäologen, Biologen oder Ethnologen gefallen, darüber hinaus auch Weltenbummlern mit wissenschaftlichem Interesse oder Abenteurern, die auch im tiefen Dschungel oder in menschenleerer Steppe noch den Hightech-Kontakt mit dem Rest der Welt aufrecht erhalten wollen. Mit anderen Worten: Der Terranaut ist eine Auto-Idee für eine sehr spitze Zielgruppe, aber gerade deshalb als maßgeschneidertes Einzelstück faszinierend.

Nissan hat ein Auto gebaut für "die extremeren Regionen dieser Welt", wie es in einem Begleittext heißt. Der Wagen soll eine "mobile Arbeitsstation" abgeben für Menschen, "die es aus Spaß oder Wissensdurst in die abgelegensten Gegenden der Erde zieht." Projektleiter Felipe Roo Clefas: "Der Terranaut wurde entwickelt, um in allen Gegenden der Welt Untersuchungen vornehmen und kommunizieren zu können."

Arbeitsplatz und Autositz

Für solche Unternehmungen braucht man zunächst einen robusten, hochbeinigen Geländewagen mit grundsolider Technik. Die bietet der Terranaut, und darüber hinaus ist er für drei Leute konzipiert, die auf Fahrer- und Beifahrersitz Platz nehmen sowie auf einem speziellen Sessel im Fond des Wagens.

Dieser dritte Sitz ist als Arbeitsplatz konzipiert. In den drehbaren Einzelstuhl ist eine Computertastatur angeordnet. Mit ihr können sämtliche Computer, Kommunikations- und Analysegeräte gesteuert werden, die im Halbrund um den Sitzplatz angeordnet sind. Dieser Bereich wird von einer Glaskuppel im Dach überwölbt, und damit der Zugang zu diesem Minilabor erleichtert wird, haben die Designer auf der linken Seite des Autos die B-Säule weggelassen und gegenläufig öffnende Türen angebracht.

Auffällig am Auto sind, neben speziellen Kameras, die herkömmliche Außenspiegel ersetzen, vor allem die extragroben Reifen von Goodyear. Sie sitzen auf 19-Zoll-Felgen und funktionieren auf halbwegs stabilem Untergrund wie gewöhnliche Geländewagenpneus. Wird das Gelände jedoch richtig rustikal, kann der Luftdruck der Reifen per Knopfdruck des Fahrers gesenkt werden, und dann erhalten die Gummis speziellen Geländeeigenschaften, um den Terranaut weiterzutragen auf die letzten weißen Fleckchen, die es auf den Landkarten noch gibt.

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