Aston Martin Rapide "Der schönste Viertürer der Welt"

Einer klaren Form und einer schönen Silhouette hat sich Aston Martin verschrieben. Auf der Motorshow in Detroit stellte der Hersteller seine Studie Rapide vor, einen luxuriösen wie leistungsstarken Viertürer. Eventuell wird der Wagen sogar gebaut.

Detroit - Aston Martin zeigt ein Herz für Besserverdiener mit Familie. Während eine Ausfahrt in den Sportwagen der britischen Ford-Tochter bislang nur allein stehenden Gentleman mit dicker Brieftasche oder gut situierten Paaren vorbehalten war, können vielleicht schon bald auch Kind und Kegel mit auf die Reise oder die Rundstrecke gehen.

Nein, nein - der Shooting Brake als sportliche Interpretation des Luxus-Kombis kommt nicht zurück. Doch zumindest liebäugelt die noble Manufaktur aus dem Königreich mit einem Viertürer und hat deshalb unter lautem Beifall auf der Motorshow in Detroit als siebte Neuheit binnen zweieinhalb Jahren die Studie Rapide enthüllt.

Hier wohnt die Kraft: Wer Aston Martin sagt, tut sich auch leicht mit dem Wort Zwölfzylinder. In diesem Fall hat die Maschine 6 Liter Hubraum, das sollte genügen

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So kann man es aushalten: Für die Passagiere in der zweiten Reihe gibt es ausreichend Bein- und Kopffreiheit sowie Unterhaltungsprogramm auf den Monitoren im vorderen Gestühl

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Drehen, drücken, schieben: Die Armaturentafel des Prototyps zeigt, dass Aston Martin keine Design-Experimente wünscht. Die Nobeluhr in der Mitte kann übrigens auch als Taschenchronograf genutzt werden

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Alles auf mein Kommando: Der Fahrerplatz des Rapide. Hier werden vielleicht schon in drei Jahren anglophile und vor allem solvente Familienväter Platz nehmen

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Champagnerbar in Kofferraum: In speziellen Boxen im Fond des Aston Martin Rapide sind Gläser und Flaschen untergebracht, außerdem ist ein Schachspiel stets an Bord

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Vier Türen sind genug: Das klassische Öffnungsschema einer Limousine kombiniert der Aston Martin Rapide mit den Proportionen eines Coupés

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Offen für Familien: Vier ordentliche Sitzplätze und dazu ein Gepäckraum, der seinen Namen verdient. Aston Martin denkt über dieses Auto ernsthaft nach

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Es werde Licht: Ein Glasdach lässt ausreichend Helligkeit in den Innenraum des Aston Martin Rapide, auf Knopfdruck können die Scheiben abgedunkelt werden

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Aston Martin Rapide: Die Antwort auf den Porsche Panamera
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"Ein Sportwagen lässt sich nicht einfach durch die Zahl der Türen bestimmen", sagt Ulrich Bez. "Auch ein Viertürer kann durchaus das Design und die Performance eines Sportwagens haben", belehrt der schwäbelnde Chef von "Äschdn Marddin" und lenkt den Blick auf ein lang gestrecktes Coupé mit vier Türen, das seinem Namen schon im Stand alle Ehre macht. Denn fast alles an diesem Wagen stürmt förmlich nach vorn - die Motorhaube ist lang über den knapp 500 PS starken Zwölfzylindermotor gestreckt, die markanten LED-Scheinwerfer sind große Tropfen im schnellen Wind, der fließende Bogen des Daches duckt sich tief zur Straße, und das Heck ist kurz und knackig wie bei den Zweitürern Vantage und DB9.

Um Platz für die beiden zusätzlichen Türen zu schaffen, ist der Rapide gegenüber dem DB9 um 30 Zentimeter auf exakt fünf Meter gewachsen. Außerdem wurde der Radstand von 2,74 auf 2,99 Meter gestreckt und damit innen so viel Raum gewonnen, dass man nun erstmals von einem 2+2-Sitzer sprechen kann. Weil Rahmen und Karosserie aus Aluminium und Kohlefaser bestehen, schlägt das Wachstum dabei nur mit 140 Extra-Kilo zu Buche.

Einer klaren Form und einer schönen Silhouette verpflichtet, hat Designchef Marek Reichman beim "schönsten Viertürer der Welt" auf die üblichen Gimmicks zur Tarnung der hinteren Türen verzichtet. Deshalb gibt es weder einen gegenläufigen Anschlag noch versteckte Griffe, sondern einfach zwei etwas kleinere Türen, die den Blick auf zwei feudale Einzelsessel freigeben. Zwar sollten dort nicht unbedingt Basketballprofis auf lange Reisen gehen, doch sind die beiden Plätze im Fond allemal mehr als ein Alibi und damit bequemer als in jedem anderen Aston Martin.

Leder, Eschenholz und Teppiche aus Kathmandu

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Und auch der mit Sattelleder ausgeschlagene Kofferraum wird seinem Namen mit 615 Litern Fassungsvermögen gerecht, sofern die Lehnen der hinteren Schalensitze versenkt sind. Allerdings machen die beiden Magnumflaschen Champagner und das luxuriöse Schachspiel in den drei separaten Staufächern über der Hinterachse schnell deutlich, dass hier nur Preziosen eingeladen werden sollte.

Das Interieur ist so edel, wie man es von den britischen Kunsthandwerkern in Gaydon erwarten darf: Das cremfarbene Leder flauschig weich, das helle Eschenholz fein glänzend lackiert und die Seidenteppiche angeblich von Hand in Katmandu gewirkt. Dazu gibt es als Blickfang auf der Mittelkonsole eine hochglanzpolierte Kommandozentrale, in die vom Luxushersteller Jaeger-LeCultre eine eigens entwickelte Uhr eingepasst wurde. Wer beim Verlassen des Autos Angst um das feine Zeiteisen hat, kann den Chronometer herausnehmen und als Taschenuhr benutzen. Ein weiteres Glanzlicht des Rapide ist sein vom Maybach 62 inspiriertes Glasdach, das für eine lichte Atmosphäre sorgt und auf Knopfdruck eingetrübt werden kann.

Der Zeitpunkt für die Präsentation des Rapide war gut gewählt. Denn Coupés mit vier Türen liegen bei den Besserverdienern derzeit im Trend. So feiert Mercedes den CLS als echtes Erfolgsmodell, der Maserati Quattroporte hat sich im Straßenbild überraschend schnell etabliert, und bis 2009 wird Porsche als vierte Baureihe unter dem Namen Panamera ebenfalls einen Viertürer mit fließenden Linien und rundem Rücken fertig stellen.

Ob Aston Martin dann mit einer Serienversion des Rapide dagegenhalten wird, lässt der einstige Porsche-Entwickler Bez in Detroit noch offen. Doch im Vorfeld der Messe war in Interviews wiederholt zu lesen, dass sein Unternehmen kein Auto nur für die Show baut. Binnen 36 Monaten könne der Wunsch sportlicher Herrenfahrer mit Kind und Kegel deshalb zur Wirklichkeit werden - vorausgesetzt, man hat bis dorthin geschätzte 250.000 Euro Kaufpreis auf der Kante.

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