Jaguar XK Studiennahe Serie

Selten retten Autodesigner ihre Studien so unverändert in die Serienproduktion: Nur ein paar Details unterscheiden den neuen Jaguar XK, der auf der IAA Premiere feiert, vom Konzeptauto "Advanced Lightweight Coupé". Der Sportwagen markiert die Abkehr vom Retro-Style.

Frankfurt am Main - Eine Marke wie Jaguar lebt von der Tradition - jedoch nicht nur. In den vergangenen Jahren haben die Briten die "Heritage"-Schraube wohl ein wenig überdreht. Immer wieder mäkelten Kritiker, die neuen Modelle könne man kaum von den bisherigen unterscheiden.

Ob X- oder S-Type, stets wurde das Thema Retro ein bisschen zu stark betont, was die Autos schon vom Start weg bekannt und damit wenig interessant erscheinen ließ. Fatal für einen Hersteller, der sich nobles Understatement auf die Fahnen geschrieben hat und im Oberklassesegment mit innovativer Konkurrenz konfrontiert ist.

Nun soll vieles anders werden, vor allem moderner, frischer, unverwechselbarer. Und die Briten waren schlau genug, den Neustart mit einem Sportwagen zu propagieren. Der neue XK, ein sinnlich gestrecktes Coupé, zeigt die künftige Formensprache der Marke: straffe Flächen, fließende Linien und ausgewogene Proportionen. Und gleicht damit fast bis in jedes Detail der Sportwagen-Studie "Advanced Lightweight Coupé", die Jaguar auf der Detroit Motor Show im Januar vorstelle. Das Design setzt kein Ausrufezeichen, sondern vielmehr einen Doppelpunkt: Das ist die neue Formensprache von Jaguar.

Typisch britisch: Die Silhouette des Jaguar XK erinnert an Aston Martin

Typisch britisch: Die Silhouette des Jaguar XK erinnert an Aston Martin

XK-Cockpit: Gediegener Minimalismus

XK-Cockpit: Gediegener Minimalismus

XK-Heck: Symbol einer neuen Designsprache

XK-Heck: Symbol einer neuen Designsprache

Studie "Advanced Lightweight Coupé": Für die Serie nur ein paar Nuancen verändert

Studie "Advanced Lightweight Coupé": Für die Serie nur ein paar Nuancen verändert


Der neue Jaguar XK und sein Design-Vorläufer
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Die Aha-Effekte finden unter der Oberfläche statt. Zum Beispiel ist die Karosserie aus Aluminium gefertigt, weshalb der neue Wagen mit knapp 1600 Kilogramm leichter geraten ist als das Vorgängermodell und schlanker daherkommt als einige seiner Konkurrenten. Dazu kommen technische Details wie ein Starterknopf, ein neues Bremssystem, eine Reifendruckkontrolle, Kurvenlicht, eine adaptive Geschwindigkeitsregelung und ein spezielles Fußgängerschutzsystem, was für Sportwagen dieses Typs bislang einzigartig ist.

Im Falle einer Kollision mit einem Fußgänger schnellt das hintere Ende der Motorhaube um gut zehn Zentimeter in die Höhe. Dadurch entsteht ein Hohlraum zwischen der vergleichsweise weichen Motorhaube und dem harten Motorblock. Die Aufprallenergie des Körpers kann so besser abgefangen werden, das Verletzungsrisiko für den Fußgänger wird verringert.

Wenn der neue XK im kommenden Frühjahr zu den Händlern kommt, dann zunächst mit einem 4,2-Liter-V8-Saugmotor unter der Haube. Die Maschine leistet 298 PS (219 kW), entwickelt ein Drehmoment von maximal 411 Newtonmeter und beschleunigt das Auto auf 250 km/h, ehe der elektronische Tempobegrenzer eingreift. Beim Spurt von 0 auf 100 km/h vergehen 6,2 Sekunden. Verwaltet wird die Motorkraft über ein sequenzielles Sechsgang-Automatikgetriebe.

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