Donnerstag, 23. Januar 2020

BMW 1er Auffällig unauffällig

Ab dem 16. September liefert BMW die neue 1er-Baureihe an die Kunden aus. Mit "Einer wie keiner" preisen die Bayern ihren Einstieg in die Klasse der Kompakten. Dabei hebt sich die jüngste BMW-Baureihe vor allem durch den Preis von der Konkurrenz ab.

Der von BMW-Chef Helmut Panke ausgegebenen Parole "Wir können nur Premium" folgend, zielt der Einser auf die Käuferklientel, der Marke und Image immer schon etwas mehr Geld wert war. Und beim Einser müssen sie davon richtig viel auf den Tisch legen.

BMW 1er: Viel zu wenig Auto für viel zu viel Geld
Das Basismodell 116i mit 115 PS (85 kW) starkem 1,6-Liter-Benziner kostet 19.800 Euro und setzt sich damit vom Start weg an die Spitze der Mitbewerber mit vergleichbaren Motorisierungen: Audi A3 1.6 (19.050 Euro), VW Golf 1.6 FSI (17.995 Euro), Opel Astra 1.6 (16.460 Euro) oder Alfa 147 1.6 (17.660 Euro).

Zwar bekommt der Käufer dafür ab Werk eine technisch nahezu komplette Ausrüstung mit elektronischen Stabilitäts- (DSC), Traktions- (DTC, ASC) und Bremshilfen (ABS, CBC, DBC), Front-, Seiten- und Kopf-Airbags vorne und hinten. Dazu auch noch einige technische Goodies wie schlüsselloses Starten per Knopfdruck, zweistufige Bremsleuchten oder die pannensichere Runflat-Bereifung.

Lange Optionsliste

Doch Ausstattungsstandards, die seine Konkurrenten größtenteils ab Werk mitbringen, wie etwa eine Klimaanlage (1500 Euro), CD-Radio (ab 400 Euro), Nebelscheinwerfer (200 Euro) oder gar Isofix-Vorrichtungen (100 Euro), Armauflage mit Ablagefach (150 Euro) und Cupholder (40 Euro) stehen selbst bei den höheren Motorisierungen nur auf einer langen Optionsliste. Auf der sich weitere Luxusfeatures wie Navigationssystem (ab 1800 Euro), Xenon-Licht (790 Euro), Bluetooth-Freisprecheinrichtung fürs Handy (750 Euro) oder das i-Drive-Bediensystem mit Spracheingabe (ohne Preisangabe) finden.



 Markante Frontpartie: "Adleraugen"-Front eines Fünfer  Blick ins Innere: Zu wenig Ablagen und Staufächer  Diskussion ums Design: "Gutes Design erklärt sich halt ohne viele Worte"  Heckpartie: In natura stramm und stimmig

1er-Prespektiven:
Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild,
um zur Großansicht zu gelangen.

Entwicklungsvorstand Göschel meint dennoch, dass in der Kompaktklasse "der Bedarf an Premium-Fahrzeugen mit exklusiven Fahreigenschaften" noch längst nicht erschöpft ist. Deshalb rechnet BMW für die neue 1er-Baureihe auch mit einem jährlichen Auftragsvolumen im sechsstelligen Bereich. "Zunächst mal etwas bescheiden mit einer Eins davor", orakelt Göschel. Schließlich habe man sich bei den Prognosen für den Mini auch schon verschätzt.

Auffällig an der unauffälligen Präsentation des Einser in einem Seitentrakt des Münchener Flughafens ist, dass kein Wort über das Design des Wagens verloren wird. Weder haben die Weiß-Blauen ihren umtriebigen Chefgestalter Chris Bangle vor Ort, noch findet sich ein Absatz über die Formgebung in der 50 Seiten langen Pressemappe. "Gutes Design erklärt sich halt ohne viele Worte", findet Baureihen-Sprecher Wieland Bruch.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung