Montag, 16. September 2019

Mercedes SL Flügeltür mit Folgen

Gewisse Damen (Rosemarie Nitribitt) und KP-Funktionäre (Breschnew) fuhren ihn: den SL. Geschadet hat es dem Mercedes-Coupé, das dank seiner Flügeltüren berühmt wurde, nicht. Zum 50. Geburtstag ist es längst eine Legende.

Hamburg - Für viele Autofans ist dieser Wagen auch heute noch der Inbegriff für Schönheit auf vier Rädern: der Mercedes-Benz SL 300 mit Flügeltüren. 1954 kam der Zweisitzer auf den Markt und war damit der Grundstein für eine ganze Sportwagen-Dynastie.

Mercedes SL, aktueller Jahrgang: Nicht alle sind so schön wie das erste Modell
Nicht alle waren so schön wie das erste Modell. Aber mit dem SL gelang es Mercedes immer, sich neben den oft behäbigen Limousinen einen sportlichen Akzent zu bewahren. In diesen Tagen wird die Sportwagenbaureihe für den älteren Herren 50 Jahre alt. Mit dem kleinen Bruder SLK wurden bisher insgesamt 870.000 Exemplare gebaut.

Alles begann 1952, als Mercedes an die Renntradition der Silberpfeile aus der Vorkriegszeit anknüpfen wollte. Der Konstrukteur Rudolf Uhlenhaut plante einen besonders leichten Rennwagen und kam auf den so genannten Gitterrohrrahmen, der nur 50 Kilogramm wog und trotzdem sehr steif war. Der Name SL war geboren: super leicht.

 SL 55 AMG mit Performance Package: SL-Version für die Generation Fitnessstudio  Aktueller SL: Das Sondermodell "Mille Miglia" erinnert an alte Renntraditionen  300 SL von 1957: Klassiker seines Genres  300 SL Coupé von 1954: Abheben mit Flügeltüren
 Men in Black: Der 350 SL der 80er Jahre in allen Aggregatzuständen  "Gullwing", das Original: Die Amerikaner flippten aus, als sie die Türen sahen  Lieblich gerundet: Die Bleche des Ur-SL waren auf einen 50 Kilogramm leichten Rahmen montiert  Von wegen "Superleicht": Die 90er-Jahre waren proper und kantig
 Familientreffen: Mercedes feiert sein erfolgreiches Nischenmodell  Kleine Brüder: Ein alter 190 SL neben dem aktuellen SLK  Klassiker der klaren Linie: Bei der "Pagode" schnalzen Kenner mit der Zunge  Drei Generationen des feinen Dachs: Überblick über die ersten 30 Jahre

Mercedes SL heute und gestern:
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Einziges Problem: Der Rahmen war seitlich sehr hoch, es gab keinen Platz für klassische Türen mit dem Scharnier vorne. Der Ausweg waren Flügeltüren, die nach oben aufgingen und am Dach angeschlagen waren. Die Eingänge trugen mächtig zum Erfolg des SL in den USA bei, wo sich der Name Gullwing (auf Deutsch "Möwenflügel") einbürgerte, unter dem das Modell 1954 vorgestellt wurde.

Schon 1954 führte Mercedes einen kleinen Bruder des SL ein, den SL 190. Er war von der 220er-Limousine abgeleitet und hatte normale Türen und "einige grazile Details, die ihm einen hohen Anteil weiblicher Fahrer bescherten", wie es vor drei Jahren im Ausstellungskatalog zur Schau "Mythos Mercedes" hieß. Prominentester "weiblicher Fahrer" war dabei ausgerechnet die Frankfurter Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt.

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