Montag, 17. Juni 2019

Trasco Panzer im Schafspelz

2. Teil: Erhöhtes Dach für Scheich-Turbans

Erhöhtes Dach für die Turbans der Scheichs

Die Bremer Firma mit ihren rund 140 Mitarbeitern baut überwiegend Fahrzeuge der Marken Mercedes, Toyota und Nissan um. Die Autos kommen zwar fertig aus dem Herstellerwerk, werden aber komplett wieder auseinander genommen. Dann wird der Innenraum des Wagens mit Stahl verkleidet. Die Scheiben werden durch mehrere Zentimeter dickes Panzerglas ausgetauscht.

Sperrgebiet: Auch der Firmensitz von Trasco ist gut gesichert
In die Reifen kommt zudem ein Notlaufsystem, so dass der Wagen auch nach Schüssen auf die Räder noch bis zu 50 Kilometer weiter rollen kann. Auf Wunsch wird zudem ein Bombendetektor eingebaut. Eine Fernstartanlage kann bei Verdacht auf eine mit der Zündung gekoppelte Bombe genutzt werden.

Einige S-Klassen von Mercedes bekommen zudem ein erhöhtes Dach, "weil viele Scheichs ihren Turban auflassen", erklärt Manske. Für den Innenraum kann eine Luxusausstattung mit Fernsehern und DVD-Playern bestellt werden. "Ein James-Bond-Auto gibt es bei uns aber nicht", betont die Assistentin der Geschäftsleitung.

20 Liter Verbrauch gehören dazu

Ist der Wagen fertig, verlässt er mit neuem Trasco-Markenzeichen das Werk. Für den künftigen Besitzer sind dann Kosten zwischen 120.000 Euro und einigen Millionen fällig.

Nach der Aufrüstung ist das Auto etwa eineinhalb Tonnen schwerer - und verbraucht etwa 20 Liter. Durch das Mehr an Gewicht ändert sich auch das Fahrverhalten. Weil die Fahrqualität jedoch nicht leiden darf, muss jeder fertige Wagen noch auf der internen Teststrecke bestehen. Zudem vermittelt das Unternehmen seinen Kunden auf Wunsch ein Fahrertraining.

Nadine Emmerich, ddp

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