Showcars Spielplatz für Kreative

Serienmodelle sind Pflicht, Studien die Kür. Auch wenn - oder gerade weil - es die meisten Modelle nicht auf die Straße schaffen, dürfen Designer und Ingenieure bei der Gestaltung ihrer Phantasie freien Lauf lassen. Auf der 60. IAA gibt es davon reichlich zu sehen.

Frankfurt/Main - Wer hätte das nicht gerne? Dass sein Entwurf zu einem "richtigen" Auto wird, zumindest als Showcar auf der IAA? Dem deutschen Multimedia-Designer ward dies Glück beschieden. "Peugeot 4002" heißt sein Projektauto, die reale Umsetzung eines Entwurfs, mit dem er beim zweiten Peugeot-Designwettbewerb den ersten Platz belegte.

Mit dem 407 Elixir haben die Franzosen aber selbst auch ein eigenes Concept-Car auf die Räder gestellt - denn auch professionelle Autodesigner spielen gerne. Und das Publikum schaut gerne zu. Deshalb gibt es kaum einen Hersteller, der nicht mit einer Studie unter Beweis stellt, dass er auch anders kann als business as usual.

So gibt die Schwestermarke Citroën gibt auf dem Nachbarstand mit dem C-Airlounge einen Blick in die Zukunft. Die windschlüpfrige (cW-Wert 0,26) Limousine soll durch einfachen Umbau vom Fünf- zum Viersitzer besonders den Fondpassagieren bequeme Platzverhältnisse sowie ein wechselndes Beleuchtungsambiente bieten.

Auch Renault , der größte französische Autohersteller, wird mit den beiden Be-Bop-Kompaktvan-Studien die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Beide bauen auf der gleichen Plattform auf, der eine jedoch als robuster Gelände-Van mit Allradantrieb, der andere als sportliches Familienauto modelliert.

Wobei die Be-Bops so nie in Serie gehen werden, sondern vielmehr Design-Variationen darstellen, mit denen Renault seine Vorreiter-Rolle in Sachen Kompaktvan unterstreichen will.

Ähnliches gilt für den martialisch gestylten Nissan "Dunehawk", der die Offroad-Kompetenz der Japaner in Erinnerung rufen soll. Die wuchtige Allrad-Studie soll die Geländetauglichkeit eines SUV mit dem Platzangebots eines Mehrzweckfahrzeugs (MPV) verbinden.

Schrankwände und Überraschungseier

Von Schrankwänden und Überraschungseiern

Ebenso dreht Mazda mit dem Concept Car Kusabi seine neue Designlinie noch ein Stückchen weiter. Der Name bedeutet "Keil" und entsprechend scharfkantig geschnitten ist die Sportwagen-Studie auf Basis des Mazda 2. Neben seinem aggressiven Styling fallen die zweigeteilten Heckklappenflügel ins Auge. Angetrieben wird der Viersitzer von einem 1,6-Liter-Common-Rail-Dieselmotor.

Voll fahrtauglich ist auch der Mitsubishi "i". Das eiförmige Konzeptfahrzeug mit Alu-Karosserie und Kunststoffbauteilen soll mit minimalen Abmessungen maximalen Innenraum bieten. Und dabei noch durch die Kombination aus Einliter-Benzinmotor, variabler Ventilsteuerung, stufenlosem CVT-Getriebe und automatischem Start-Stopp-System besonders sparsam sein. In einem vorgezogenen Eco-Test des ADAC bekam der Mini Bestnoten und wegen seiner geringen C02-Emission die Einstufung als Drei-Liter-Auto. 2005 soll er zunächst in Japan und wenig später in Europa eingeführt werden.

Dem spritsparenden Fahren widmet sich auch Toyotas  Sportwagen-Hybrid-Studie CS&S (Compact Sports & Speciality). Wie der ebenfalls präsentierte neue Prius wird der offene 2+2-Sitzer mit einer Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor angetrieben.

Bonuspunkte für Anmut und Ästhetik

Wie schön technische Raffinesse sein kann, zeigen Hyundai  und Karmann mit der Cabrio-Coupé-Studie CCS, die mit elektrischem Drei-Stufen-Glasdach daherkommt. Auf Knopfdruck verwandelt sich das Coupé damit zunächst in einen Targa und in einer zweiten Stufe in ein echtes Cabrio. Ob der Wagen in Serie geht, will Hyundai von der Reaktion der IAA-Besucher abhängig machen.

Bonuspunkte für Anmut und Ästhetik sind Lancias neuem Fulvia sicher. Mit der Design-Studie erinnert Fiats  Edel-Tochter an das Fulvia-Coupé aus den sechziger Jahren, dessen Dimensionen und Stufenheck-Linie stilistisch fortgesetzt werden.

Unverkennbar von dem im vergangenen Jahr in Detroit vorgestellten Crossover-Coupé inspiriert ist das Design des Saab 9-3 Sportkombi-Konzepts. Ins Auge fällt besonders der kompakte Heckabschluss mit den vertikal geknickten Rücklicht-Kanten. Angetrieben wird das seriennahe Concept Car von einem Zwei-Liter-Vierzylinder-Turbo mit 250 PS (184 kW).

Auch Skoda zeigt mit dem Roomster ein Kombi-Konzept, das vor allem durch seine stark geneigte Frontscheibe sowie das einfallslose Schrankwand-Heck auffällt. Dafür soll das Familienauto dank seiner Breite und Höhe im Innenraum mit größtmöglichem Platz und Gestaltungsmöglichkeiten glänzen.

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