Porsche Breiten-Sportler

Ein Porsche ist ein Porsche ist ein Porsche - und doch treibt die Elfer-Baureihe immer neue Blüten. Jüngster Ableger ist das neue 911 Carrera 4S Cabrio, das ab 4. Oktober zum Händler rollt.
Von Frank Wald

Der offene Allradler ist bereits die zehnte Variante der Porsche-911-Baureihe sowie das dritte Cabrio nach den Modellen mit Hinterrad- (C2) und Allradantrieb (C4). Was die gegenüber dem C4-Cabrio fast 10.000 Euro teurere S-Version auf den ersten Blick unterscheidet, ist der Turbo-Look mit den um 60 Millimeter ausgestellten hinteren Kotflügeln, großen Lufteinlässen in der Bugschürze sowie die Entlüftungsschlitze im hinteren Stoßfänger.

Vom 911 Turbo übernommen wurde auch die Bremsanlage, gegen Aufpreis auch mit Keramik-Bremsscheiben, sowie die Abstimmung des Fahrwerks, das außerdem noch um zehn Millimeter tiefer gelegt wurde. Unverändert geblieben dagegen die Leistung des 3,6-Liter-Boxermotors mit 320 PS.

Doch der Saugmotor sorgt nach wie vor für beeindruckende Fahrleistungen. Aus dem Stand geht es, akustisch untermalt von typischen Sound des wassergekühlten Sechszylinders, in 5,3 Sekunden auf 100 km/h.

Bei geschlossenem Dach auch noch weiter bis zur 280 km/h-Marke. Kurioserweise muss das S-Modell damit wegen seiner breiteren Karosserie und Reifen sowie seines höheren Gewichts das C4-Cabrio in Beschleunigung (5,2 Sekunden) und Endgeschwindigkeit (285 km/h) ziehen lassen.

Doch in der Praxis ist davon wenig zu spüren. Dafür umso mehr von der sicheren Spur, mit der der offene Allradler um die Ecke fährt. Durch die zusätzlichen Karosserieversteifungen bringt das Cabrio im Vergleich zum entsprechenden Coupé zwar 70 Kilogramm mehr auf die Waage, aber ein biege- und verwindungssteifes Rückgrat für das sportliche Fahrwerk mit. Auch das exakt schaltende Sechsganggetriebe und die präzise Lenkung bescheren ein sicheres Handling.

Vor allem beim Fahren unter freiem Himmel, das die Zuffenhausener so bequem wie möglich gestaltet haben. So verschwindet das elektrohydraulische Stoffverdeck auf Knopfdruck schnell und nahezu geräuschlos unter einer Abdeckklappe - auch während der Fahrt bis Tempo 50. Bei dieser Geschwindigkeit dauert es nicht länger als 20 Sekunden, bis man im Freien sitzt.

Wenn davon auch kaum etwas zu spüren ist. Das serienmäßige Windschott zähmt den Fahrtwind so zuverlässig, dass sich selbst bei Tempo 200 kaum ein Härchen kräuselt. Für kältere Jahreszeiten und Regionen ist ein in Wagenfarbe lackiertes Hardtop im Preis inbegriffen. Der allerdings steht mit happigen 99.792 Euro in der Liste. Dafür kommen zur üblichen Serienausstattung bei der C4 S-Version das Porsche-eigene elektronische Stabilitätsprogramm PSM, Volllederausstattung, Memory-Sitze, CD-Radio, Metallic-Lackierung und 18-Zoll-Räder im Turbo-Look hinzu.

Wer jedoch ein Elfer-Cabrio will, das nicht nur nach Turbo aussieht, sondern in dem auch Turbo drinsteckt, muss bis nächstes Frühjahr warten. Dann komplettiert Porsche den offenen Reigen mit dem vierten 911 Carrera Cabrio mit einem 420 PS starken Turbomotor.

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