Smart Forfour Die Lümmel-Lounge

Das neue Terminal "Dock Midfield" auf dem Flughafen Zürich-Kloten wird zwar erst im September seiner Bestimmung übergeben, doch gab es bereits so etwas wie eine Generalprobe: Die Mercedes-Mini-Marke Smart stellte dort ihr neues Modell Forfour vor.

Statische Präsentation heißt ein Ereignis wie dieses in Branchenkreisen. Es ist ein Tanz ums goldene Kalb, im konkreten Fall um den Smart Forfour. Mit diesem Auto wird die Marke, die der Welt das erste "Micro Compact Car" bescherte, den 2,50 Meter kurzen Smart, und die vor wenigen Monaten mit dem rassigen Smart Roadster sozusagen pubertierte, ihre automobile Volljährigkeit erreichen. Der Forfour ist das erste "richtige" Auto der Kleinwagenspezialisten des Daimler-Chrysler-Konzerns. Nämlich eins mit vier Türen, einer Heckklappe und je nach Ausstattung vier oder fünf Sitzplätzen.

Der Aufwand bei der Präsentation war immens. Die 450 aus aller Welt angereisten Journalisten wurden im "Smart-Terminal" mit Snacks und Getränken versorgt, die auf Flugzeug-typischen Trolleys serviert wurden. Dann die Präsentation: Auf einem großen Gepäckband fuhren verhüllte Autos vorbei: ein Peugeot 206, ein VW Polo und zuletzt gar ein VW Golf GTI. Somit war klar, in welchem Umfeld die Macher den neuen Smart Forfour sehen.

Sodann begannen die Huldigungen des Autos. Mercedes-Chef Jürgen Hubbert scherzte, er hätte sich vor "zwei oder drei Jahren noch nicht getraut, eine Smart-Präsentation auf einer Baustelle stattfinden zu lassen". Das neue Modell, so Hubbert voller Ernst, sei ein Premium-Produkt wie alle anderen Autos der Mercedes-Benz-Gruppe auch. Smart-Chef Andreas Renschler verstieg sich anschließend gar zu folgender Empfehlung: "Schauen Sie mal in die Gesichter von Kleinwagenfahrern. Sie werden feststellen, dass Smart-Fahrer einfach besser drauf sind als die Fahrer anderer Fabrikate."

Der Zeitplan für das neue Modell sieht folgendermaßen aus: Nach der Presse am gestrigen Abend darf zur IAA in Frankfurt jedermann das Auto anschauen und befingern. Im Frühjahr 2004 dann werden die ersten Exemplare auf die Straße rollen - in Deutschland zum Mindestpreis von ungefähr 12.800 Euro für das Basismodell.

Was bekommt man dafür? Ein 3,75 Meter langes Auto - zum Vergleich, der VW Polo misst 3,89 Meter - im typischen Smart-Look, das heißt mit zweifarbiger Karosserie, vier einzelnen Frontscheinwerfern, runden, übereinander angeordneten Rückleuchten und sehr kurzen Überhängen, vor allem am Heck.

Beim Forfour richtet sich das Interesse natürlich vor allem auf die Rücksitze, den die gab es bislang bei Smart noch nicht. Die Rückbank ist um 15 Zentimeter in Längsrichtung verstellbar, sie ist geteilt, die Lehnen können einzeln nach vorne geklappt oder aber die komplette Sitzanlage nach vorne gekippt werden. Damit vergrößert sich die Kofferraumkapazität von 268 Liter in Normalkonfiguration auf maximal 910 Liter (Beispiel VW Polo: 270 bis 1030 Liter). Als aufpreispflichtiges Extra bietet der Forfour das so genannte Lounge-Konzept. Bei Autos mit dieser Ausstattung können die Lehnen der Vordersitze so geklappt werden, dass eine große, ebene Sitzfläche entsteht. Nutzbar zum Beispiel als Lümmel-Lounge nach einem anstrengenden Tag und ideal für Menschen, die kein Wohnzimmer ihr Eigen nennen. Smart-Mann Renschler: "Das ist der Smart für vier und 24 Stunden."

Logisch, dass es bei diesem Anspruch auch Getränkehalter braucht. Kissen für noch mehr Gemütlichkeit stehen in der Sonderausstattungsliste, ebenso eine "lehnenintegrierte Mittelarmstütze". Auch beim Dach hat der Kunde die Wahl: zwischen dem standardmäßigen Kunststoffdach, einem 1,4 Quadratmeter großen Glasdach oder einem elektrisch betätigten Glasschiebedach.

Ist dies geklärt, bleibt die Frage nach dem Motor. Es werden zwei Dreizylinder-Diesel mit jeweils 1,5 Liter Hubraum sowie 68 oder 95 PS (50 oder 70 kW) angeboten. Darüber hinaus sind ein 1,1-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 74 PS (55 kW) und zwei Vierzylinder-Benziner mit 95 oder 108 PS (70 oder 80 kW) verfügbar. Alle Motoren erfüllen die Abgasnorm Euro 4. Die Diesel kommen von Mercedes aus Stuttgart-Untertürkheim, die Benziner aus einem gemeinsam mit Mitsubishi im thüringischen Kölleda errichteten Motorenwerk.

Montiert wird der Smart Forfour gemeinsam mit Mitsubishis neuem Kompaktwagen im niederländischen Born. Um den Forfour deutlich vom Konzernnachbarn abzugrenzen und den so genannten Premium-Anspruch zu verdeutlichen, erhalten alle Forfour-Versionen ab Werk ABS, ESP, Front- und Seitenairbags - Kopfairbags sind gegen Aufpreis verfügbar. Außerdem gibt es in der langen Liste mit den Extras Komfort-Bauteile wie Multifunktionslenkrad, Fahrlicht- und Regensensor.

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