Detroit Motor Show 460 PS und mehr

Auf der wichtigsten US-Automesse punkten die deutschen Hersteller beim amerikanischen Publikum. manager-magazin.de zeigt, welche Neuheiten Daimler, BMW und Co. zu bieten haben.

Hamburg/Detroit - Die Veranstaltung hatte noch nicht begonnen, da sprach Bill Demmer schon von einem Erfolg. "Die Zahl der Neuvorstellungen in diesem Jahr ist beeindruckend", jubelte der Co-Chairman der North American International Auto Show (NAIAS) , besser bekannt als Detroit Motor Show, drei Tage vor dem Beginn der US-Fahrzeugmesse.

Tatsächlich ist der Ausstellerfahrplan dicht gepackt. In der Zeit vom 5. bis zum 20. Januar werden mehr als 60 automobile Neuheiten und Konzeptstudien präsentiert. "Die Zahl zeigt, wie stark die Automobilindustrie ist, und das die Welt ihre Liebe zu Autos nicht verloren hat", frohlockte Demmer.

Der Messechef hat guten Grund, den Erfolg herbeizubeten. Die Detroit Motor Show steht am Anfang eines Marathons für die Fahrzeugbauer. Zwei Monate später startet der Autosalon in Genf. Ab dem 9. September öffnet die IAA in Frankfurt ihre Tore. Hersteller und Veranstalter brauchen also jetzt einen Auftakt nach Maß, zumal die NAIAS auch als Trendbarometer fürs Design gilt.

Für die amerikanischen Hersteller geht es allerdings um mehr. 2003 droht schon jetzt zum Krisenjahr für die US-Autoindustrie zu werden. General Motors, Ford und Chrysler treffen nicht mehr den Geschmack der heimischen Fahrer. In einer KPMG-Umfrage unter hundert Top-Managern der Autobranche geht die Mehrheit davon aus, dass die US-Autobauer in den nächsten fünf Jahren weitere Marktanteile verlieren werden.

Honda Studio E Concept

Honda Studio E Concept

Hyundai OLV Concept

Hyundai OLV Concept

2004 Mitsubishi Endeavor

2004 Mitsubishi Endeavor

Acura Sport Sedan

Acura Sport Sedan


Exotische Konzepte auf der Messe: Klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen.

Umgekehrt können die ausländischen Unternehmen in den USA bei den Verkaufszahlen hinzugewinnen. Kein Wunder, dass gerade sie sich bei der Motorshow besonders ins Zeug legen, um die Aufwärtsentwicklung zu forcieren. manager-magazin.de zeigt, mit welchen Modellen die deutschen Hersteller in Detroit punkten wollen.

Mercedes Benz – Kombi in XXL

Mercedes Benz – Kombi in XXL

Schon der Vorgänger gehörte zu einem meistverkauften Kombis seiner Klasse: Über eine viertel Million Fahrzeuge verkaufte Mercedes Benz vom T-Modell. Die Neuauflage, die jetzt in Detroit vorgestellt wird, ist elf Millimeter länger, 23 Millimeter breiter und fährt mit einem 21 Millimeter größeren Radstand.

Zwar sind große Kombifahrzeuge in den USA jüngst aus der Mode gekommen. Doch gerade die Daimler-Modelle bilden die Ausnahme und erfreuen sich beim US-Publikum einer ungebrochenen Beliebtheit.

Neben der T-Familienkutsche wollen die Stuttgarter auch die US-Premiere des SL 600 feiern. Das Sechsliter-Triebwerk des hinterradgetriebenen Zweisitzers leistet 368 kW (500 PS) und braucht von 0 auf 100 km/h 4,7 Sekunden.

Zwar ist die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 250 km/h heruntergeregelt, dafür entschädigen das Comand-System, eine Audioanlage mit CD-Wechsler, sowie die Einparkhilfe Parktronic, die serienmäßig an Bord sind.

BMW – Der sportliche kleine Bruder vom X5

BMW: Der sportliche kleine Bruder vom X5

Seriennah soll sie schon sein, die Studie vom xAcitvity, eine Sportausgabe des Münchener Allradungetüms X5. Das Modell stellt sich in Detroit als Mixtur aus Geländewagen, Cabriolet und einer Prise Pickup vor.

Unter der Haube des 4,55 Meter langen Spaßmobils steckt ein 3-Liter-Reihensechszylinder mit 170 kW (231 PS). Zur Abrundung der Optik bekam die Studie 18-Zoll-Räder montiert, auf die wiederum 245er- (vorne) und 275er-Breitreifen aufgezogen sind. Damit sollte sich Eindruck schinden lassen.

Ebenfalls im Gepäck hat BMW die neuen Versionen des 3er-Coupés und des 3er-Cabrios. Das Design wurde leicht geändert. Die Coupé-Ausgabe wirkt länger, breiter und niedriger als das Limousinen-Pendant. Das Cabriolet erscheint durch eine flachere Frontscheibe noch sportlicher.

Eine Publikumspremiere der besonderen Art feiert der Münchener Autobauer mit dem ersten unter BMW-Regie entwickelten Rolls-Royce. Der RR 01 genannte Nachfolger des Silver Seraph wird von einem 338 kW (460 PS) starken V12-Motor mit 6,75 Liter Hubraum

Die Höchstgeschwindigkeit des RR 01 beträgt den Angaben zufolge 240 km/h. Das Design des Luxusfahrzeugs orientiert sich mit langer Motorhaube, mächtigem Kühlergrill und massiven C-Säulen an typischen Rolls-Royce-Formen.

Audi A8L – Es zieht sich in die Länge

Audi A8L: Es zieht sich in die Länge

Bei Audi steht in Detroit das neue Langmodell vom A8 im Zentrum. Der Radstand ist gegenüber der normalen Version um 130 auf insgesamt 3074 Millimeter verlängert worden. Von dem Raumgewinn profitieren vor allem Passagiere im Fonds, die sich über noch mehr Beinfreiheit freuen können.

Den nunmehr 5,18 Meter langen Audi A8L gibt es nur mit dem 4,2-Liter V8 (335 PS) und mit dem Allradantrieb Quattro. Wer hinten Wert auf getrennte Sitze legt, bekommt auf Wunsch elektrisch einstellbare Einzelplätze, Massagefunktion und Sitz-Klimatisierung inklusive.

In den USA wird die Auslieferung der Stretch-Version schon im Frühjahr beginnen. Das deutsche Publikum muss sich noch etwas gedulden. Hierzulande zieht sich der Verkaufsstart noch bis zum Sommer in die Länge.

Volkswagen – Käfer ohne Dach

Volkswagen: Käfer ohne Dach

Im Gegensatz zu den Europäern haben die Amerikaner den Beetle von Volkswagen in ihr Herz geschlossen. Da ist es nur konsequent, wenn die Wolfsburger die Weltpremiere der Cabrio-Version in Detroit feiern.

Die Verneigung vor dem historischen Modell von 1949 kommt in den USA mit einem 110 kW (150 PS) Motor in den Handel. Die Europäer müssen sich hingegen ab dem Frühjahr mit 85 KW (115 PS) zufrieden geben, können dafür aber auch ein TDI-Modell kaufen. Sowohl in den USA als auch hierzulande wird das Käfer-Cabrio mit der neuen Sechsgang-Automatik angeboten.

Den Sportfaktor erhöht das Kraftei vor allem dadurch, dass auf einen sichtbaren Überrollschutz verzichtet wurde. Der versteckt sich hinter der Rücksitzlehne. Bei Überschlagsgefahr schnellen zwei Stützprofile binnen 0,25 Sekunden hoch.

Das zweite Eisen, das Volkswagen in Detroit im Feuer hat, ist der Touareg. Genau wie Porsche mit dem Cayenne nutzen die Wolfsburger die Motorshow, um dem US-Publikum den neuen Allradableger zu präsentieren.

Detroit Motor Show: Gedrängel in der deutschen Ecke Autotechnologien: Vollgas für den Fortschritt BMW vs. Mercedes: Duell der Giganten Autoindustrie 2003: Vor dem Härtetest

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