Mittwoch, 13. November 2019

Übernahme von Allscore Payment Services Wirecard kauft in China zu

Wirecard-Chef Markus Braun: Übernahme von AllScore Payment in China

Der Zahlungsdienstleister Wirecard Börsen-Chart zeigen baut mit einem Zukauf sein Geschäft in China aus. Der Konzern habe einen Rahmenvertrag unterzeichnet für die schrittweise Übernahme aller Anteile an AllScore Payment Services, teilte Wirecard am Dienstag mit. Insgesamt legt das Unternehmen aus Aschheim bei München gut 70 Millionen Euro auf den Tisch.

Durch die Lizenzen, die sich Wirecard mit der Übernahme sichert, kann der Dax-Konzern Händlern in China Zahlungsdienste anbieten. Außerdem könnten Kunden von Wirecard einfacheren Zugang zu Verbrauchern in China bekommen. Bislang kooperiert Wirecard in China mit dem Kreditkartenanbieter Unionpay.

Von dem Zukauf erhofft sich Wirecard im Geschäftsjahr 2020 einen Ergebnisbeitrag in Höhe eines einstelligen Millionen-Euro-Betrages. 2022 soll das Betriebsergebnis (Ebitda) durch AllScore um 50 Millionen Euro steigen. Nach der noch erforderlichen Genehmigung durch die Behörden in Peking werde Wirecard zunächst 80 Prozent an AllScore halten. Die restlichen 20 Prozent könne Wirecard nach zwei Jahren übernehmen.

Der Zahlungsdienstleister Wirecard Börsen-Chart zeigen hatte bereits am Montag weitere Details zu seinem geplanten Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 200 Millionen Euro bekannt gegeben. Demnach sollte das Aktienrückkaufprogramm am heutigen Dienstag starten. Die Aktie von Wirecard setzte auch am Dienstag ihre vor einigen Tagen begonnene Erholung fort: manager magazin hatte Mitte Oktober gemeldet, dass das Unternehmen einen unabhängigen Sonderprüfer beauftragt hat, um den Bilanzierungs-Vorwürfen der "FT" entgegenzutreten.

Wirecard-Chef Markus Braun wies die Vorwürfe der Bilanzfälschung, welche die Zeitung "Financial Times" ("FT") erhoben hatte, erneut zurück. Mitte Oktober hatte ein neuer Bericht der britischen Wirtschaftszeitung inklusive angeblicher interner Wirecard-Dokumente nahegelegt, dass Töchter des Dax -Konzerns in Dubai und Irland zu hohe Umsätze ausgewiesen haben könnten. Wirecard hatte den Artikel bereits als "falsch und verleumderisch" zurückgewiesen. Das Unternehmen hat eine Sonderprüfung durch den Wirtschaftsprüfer KPMG in Auftrag gegeben, um Zweifel auszuräumen. Die Ergebnisse der auf einige Monate veranschlagten Untersuchung sollen veröffentlicht werden.

la/dpa

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