Reichster Mann der Welt als Anlagefuchs 9 Investment-Geheimtipps von Bill Gates

Microsoft-Gründer Bill Gates, der diese Woche 60 wurde, ist nicht nur Multi-Milliardär und Philanthrop sondern auch ein gewiefter Investor. Seltener Blick auf die weniger bekannten Geldanlagen des reichsten Mannes der Welt.
Schlauer Investor: Bill Gates hat bei vielen seiner Geldanlagen die Zukunft im Blick

Schlauer Investor: Bill Gates hat bei vielen seiner Geldanlagen die Zukunft im Blick

Foto: Ramin Talaie/ AFP

Angesichts schwankender Börsen und niedriger Zinsen sind die Zeiten für lukrative Geldanlagen schwierig. Ein guter Augenblick also vielleicht, um nach Investment-Geheimtipps Ausschau zu halten. Und wer wäre ein besserer Tippgeber als Microsoft-Gründer Bill Gates? Knapp 80 Milliarden Dollar (73 Milliarden Euro) beträgt das Vermögen des reichsten Mannes der Welt laut "Forbes". Viel Potenzial für jede Menge Geldanlagen. Bekannt ist, dass Gates neben seinem Microsoft-Anteil größere Beteiligungen beispielsweise am Landmaschinenbauer John Deere sowie an Coca-Cola hält.

Der Multi-Milliardär hat aber auch verschiedene kleinere Investments in Zukunftsbranchen unternommen, von denen die Öffentlichkeit weniger weiß. Im Fokus hat er dabei vor allem die Wachstumsfelder Ernährung, Gesundheit, Energie und Kommunikation. Und offensichtlich ist: Neben der Renditejagd achtet der anerkannte Philanthrop Gates bei seinen Investments stets auch auf das Wohl der Menschheit.

Durchschnittsanleger können durchaus ihre Lehren aus Gates' Investments ziehen. Die folgenden Unternehmen kommen zwar mangels Börsennotierung für den kleineren Geldbeutel als Anlage kaum in Frage. Sie zeigen aber, in welche Richtung Bill Gates denkt - und wo er sich Rendite erhofft.

Gates arbeitet am unmöglichen Burger

Wie vor wenigen Wochen bekannt wurde, beteiligt sich Gates an einer Investoren-Runde, die 108 Millionen Dollar in das Nahrungsmittel-Start-up Impossible Foods steckt. Ebenfalls unter den Investoren ist der chinesische Immobilien-Milliardär Li Ka-shing.

Impossible Foods wurde 2011 von Patrick O. Brown, einem Biochemiker von der Stanford University, gegründet. Ziel ist es, Lebensmittel herzustellen, die wie Fleisch oder Milchprodukte schmecken, aber keins von beidem sind. Vielmehr produziert Impossible Foods auf rein pflanzlicher Basis. Zudem versucht das Unternehmen, bei der Herstellung der Nahrungsmittel so nachhaltig und umweltschonend wie möglich vorzugehen.

Gates löst das Henne-Ei-Problem

Ebenfalls auf vegetarische Nahrungsmittel spezialisiert ist die US-Firma Hampton Creek, in die Gates und Partner einen dreistelligen Millionenbetrag investiert haben. Zu weiteren Investoren zählen dort US-Medienberichten zufolge wiederum Li Ka-shing sowie Tech-Investor Peter Thiel.

Hampton Creek ist auf die Produktion verschiedener Eiprodukte wie unter anderem Mayonnaise spezialisiert - allerdings ohne dabei echte Hühnereier zu verwenden. Stattdessen kommt ein Ei-Ersatz aus dem Labor zum Einsatz.

Die Besonderheit: Firmen wie Impossible Food oder Hampton Creek produzieren zwar vegetarische oder vegane Lebensmittel. An der fleischlosen Ernährung der Kunden ist ihnen eigenen Angaben zufolge aber nicht in erster Linie gelegen. Vielmehr gehe es darum, Ressourcen zu schonen und eine nachhaltige und kostengünstige Ernährung zu entwickeln, die auch in vielen Jahren noch für möglichst viele Menschen funktioniert.

Gates überwacht Energienetze

Einen kleineren Betrag von nicht einmal zehn Millionen Dollar investierte Bill Gates gemeinsam mit der US-Investmentfirma Khosla Ventures 2013 in das junge US-Unternehmen Varentec aus Santa Clara in Kalifornien.

Varentec ist auf dem Gebiet des Energie-Managements und der Überwachung von Energienetzen tätig. Das Unternehmen bietet privaten und öffentlichen Energieunternehmen eine Möglichkeit, ihre Netze besser zu kontrollieren. Zu dem Zweck hat Varentec ein System entwickelt, mit dem in einem Netzwerk anstelle einer flächendeckenden Kontrolle gezielt die Schwachstellen observiert werden können.

Gates speichert Energie ...

Auch mit einem weiteren Investment engagiert sich Bill Gates für eine zukunftsträchtige Energieversorgung. Der Microsoft-Gründer beteiligte sich an einer 55 Millionen Dollar Finanzierungsrunde der Firma Aquion Energy, die Natrium-Ionen-Batterien herstellt.

Aquion wurde vor einigen Jahren von Jay Whitacre gegründet, einem Professor der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh. Whitacres Ziel war es, einfache und kostengünstige Energiespeicher zu entwickeln, mit deren Hilfe mehr erneuerbare Energie ins Netz gelangen könne.

... sogar mit flüssigem Metall

Auch am Batterie-Start-up Ambri ist Gates mit einer Gruppe weiterer Investoren im mittleren zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich beteiligt, so US-Medien. Gründer ist auch dort ein Universitätsprofessor, nämlich Donald Sadoway vom Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Ambri produziert Flüssigmetall-Batterien, und zwar auf der Basis einer Technologie namens "Reversible Ambipolar Electrolysis", wie das US-Blog "Greentech Media"  erklärt. Auch bei diesem Unternehmen geht es letztlich darum, möglichst langlebige, sichere und kostengünstige Energiespeicher zu entwickeln.

Gates geht auf Empfang ...

Ende 2014 steckte Bill Gates gemeinsam mit Partnern 15 Millionen Dollar in das Start-up Echodyne Corp., das sich mit der Entwicklung neuer Radartechniken beschäftigt.

Die Besonderheit dabei ist, dass Echodyne bei der Radartechnik spezielle Materialien ("metamaterial") einsetzt, mit denen sich physikalische Phänomene wie beispielsweise elektromagnetische Strahlung besonders gut kontrollieren und beeinflussen lassen. Echodynes Art, diese Materialien zu nutzen, sei "vielversprechend in Bezug auf eine Menge neuer Radaranwendungen", sagte Gates anlässlich seines Investments.

... auch im Weltall

"Metamaterials", die Zweite: Zusammen mit Partnern beteiligte sich Bill Gates mit einem hohen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag an der US-Gesellschaft Kymeta. Das Unternehmen produziert Satellitenantennen - unter Einsatz eben jener speziellen Materialen.

Die Folge ist, dass Kymeta nach eigenen Angaben besonders flache, leichte und vielseitig verwendbare Empfangsgeräte für Satelliten herstellen kann. Das führe zu einer Verbesserung der Kommunikationsmöglichkeiten auf verschiedenste Weise, so das Unternehmen.

Gates kämpft gegen Krebs

Der wohltätige Einsatz von Bill Gates und seiner Frau Melinda über deren gemeinsame Stiftung weltweit ist bekannt. Aber auch per Investment setzt sich der Multimilliardär gegen die Übel der Welt ein - wie vor allem Krankheiten.

Ein Beispiel: Gemeinsam mit Facebook-Investor Juri Milner steckte Gates vor wenigen Jahren 13,5 Millionen Dollar in die Medizinfirma Foundation Medicine. Das Unternehmen mit Sitz in Cambridge, Massachusetts, betätigt sich auf dem Gebiet der Gen-Diagnose, mit deren Hilfe die Behandlung verschiedener Krebsarten verbessert werden soll.

Gates, der Gen-Forscher

In der Gen-Forschung ist auch Editas Medicine aktiv, ein Unternehmen, das ebenfalls in Cambridge, Massachusetts, sitzt. Editas forscht im Bereich genetisch bedingter Krankheiten und versucht, Therapien mit Eingriffen in die DNA zu entwickeln.

Vor einigen Monaten gab es für das Unternehmen gute Nachrichten, die allerdings nicht direkt etwas mit Forschungsergebnissen zu tun hatten: Bill Gates und andere Geldgeber gaben bekannt, Editas mit frischen 120 Millionen Dollar zu finanzieren. Nach Angaben der Firma reicht das Geld, um zunächst schon mal drei Jahre weitermachen zu können.

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