Fotostrecke

Boot 2014: Jachten, Wakeboards und Tauchbecken

Foto: DPA

Wassersportmesse Boot 2014 Alle Mann ans Geld

Die Düsseldorfer Boot ist die wichtigste Wassersportmesse der Welt. Die Branche segelt im Aufwind: Einer aktuellen Umfrage zufolge wollen Jachtenkäufer immer größere und teurere Boote. Hier sind erste Messehighlights.

Düsseldorf - In Halle 13 findet einmal täglich der kontrollierte Untergang statt. Ein mit Lecks präpariertes Schiff bietet das in diesem Fall ungefährliche Erlebnis auf der weltgrößten Wassersportmesse "boot" in Düsseldorf. "Es ist ein echtes untergehendes Schiff", sagt Moderator Jürgen Hilcken über den im seichten Wasserbecken liegenden Kahn. Die mutigen Freiwilligen sollen das Loch finden und so schnell wie möglich abdichten. Am Samstag (18. Januar) öffnet die Messe.

Freizeit und Sport können immer bequemer werden, wie die Messe zeigt. David Thomas etwa stellt nach eigenen Angaben eine Neuheit vor: einen Motor fürs Surfbrett. Wie von Zauberhand gezogen, saust der junge Mann auf dem flachen Brett durchs Wasser. "Man kann den Motor benutzen, um hinter die Wellen zu kommen", sagt der Engländer, und dann könne man mehr Wellenreiten.

Eine umworbene Zielgruppe sind die Anfänger im Wassersport. Einfache Angebote sollen ihnen den Einstieg in die Welt des maritimen Sports ermöglichen. Zu den preiswertesten Modellen gehört ein Gummiboot, das variabel ist: Es kann als Segelboot, als Board oder auch als Badeinsel genutzt werden, mit zwei Paddeln wird es zum Kajak. Ohne Luft und zusammengefaltet passe es in eine Golftasche, versichert der Vertreter des Herstellers.

Für weniger als 1000 Euro ist das Gummiboot eines der preiswertesten Modelle auf der Messe. 1700 Boote sind in den Messehallen auf dem Trockenen ausgestellt. Darunter sind schnittige Rennboote, Segelschiffe aller Größen und pompöse Millionärsjachten von 30 Metern Länge. Die Luxusabteilung ist wieder größer geworden. Mehr als 40 voluminöse Schiffe werden präsentiert.

Faltbarer Solargenerator und wasserdichte Tauchcomputer

Ein kleiner Motor kann Kanuten das Reisen auf dem Wasser erleichtern. Nun gibt es dazu auch einen faltbaren Solargenerator, der auf dem Boot befestigt wird und die Sonnenenergie einfängt. Wenn Wassersportlern beim anstrengenden Paddeln die Puste ausgeht, können sie den Motor dazuschalten. Auch Handy oder Navigationsgerät ließen sich so unterwegs aufladen und betreiben, versichert Entwickler Hans Ramsperger über seine Kooperation mit der Faltbootwerft Klepper.

Für technikbegeisterte Taucher wird ein wasserdichter Tauchcomputer präsentiert, der ein iPhone integriert und demnächst in Serie gehen soll. Kleiner als ein Taschenbuch ist das Gerät, das unter Wasser als Kamera, Navigationsgerät, Temperaturmesser und Logbuch dienen kann. Bis 150 Meter sei der Tauchcomputer wasserdicht, versichert Hersteller Holger Heinemann, der Modelle auch für andere Smartphones entwickeln will. Weil die Bildschirme nicht auf Berührung durch Tauchhandschuhe reagieren, wird die Bedienung durch Klopfen gesteuert.

Dem Wassersport fehlt es einer Erhebung des Bundesverbands Wassersportwirtschaft zufolge an Nachwuchs - der durchschnittliche Freizeitkapitän ist schon hoch in den Fünfzigern. Deshalb wird der Mitmachfaktor immer wichtiger auf der Wassersport-Messe, die bis zum 26. Januar dauert. Erstmals können Besucher das Segeln ausprobieren - sicher im Wasserbecken. Eine Flotte von acht Optimisten-Booten und eine Windmaschine stehen für einen sicheren Törn bereit. Und an einem künstlichen Fluss in der Kanu-Abteilung dümpeln die Kajaks.

Umfrage: Im Durchschnitt geben Segler gut 200.000 für Boot aus

Düsseldorf - Wassersportler wollen nach einer Marktstudie in den nächsten drei Jahren viel Geld in ihr Hobby investieren. Für ein neues Motorboot wollen die Kaufwilligen demnach im Durchschnitt fast 141.000 Euro ausgeben (2012: 121 000 Euro), heißt es in der Studie des Verlags Delius Klasing, die bei der Messe "boot" in Düsseldorf vorgestellt wird. Die Segelsportler wollen sogar durchschnittlich knapp 203.000 Euro (2012: 155.000 Euro) aufwenden. Der Trend gehe insgesamt wieder zu längeren Booten von 10 bis 15 Metern.

Die weltgrößte Wassersportmesse beginnt an diesem Samstag. Rund 1650 Aussteller decken alle Bereiche des Wassersports ab. In den Hallen stehen 1700 Boote aller Größen. Das größte Schiff ist eine 30 Meter lange Millionärsjacht. Gegen den Nachwuchsmangel setzt die Messe auf das Ausprobieren von Trendsportarten wie Stand-up-Paddeln oder Wakeboarden. Erstmals können Neugierige sich im Segeln versuchen - eine Windmaschine macht es möglich. Die Publikumsmesse dauert bis zum 26. Januar. Erwartet werden etwa 230.000 Besucher.

An der Marktstudie hatten sich mehr als 4000 Leser der Magazine "Yacht" und "Boote" beteiligt. Etwa jeder Zweite wolle sich sicher oder möglicherweise in den nächsten drei Jahren ein neues Boot zulegen, hieß es. Bei den Segeljachten wollen sich 42 Prozent der Kaufwilligen ein Modell zuwischen 10 und 12 Metern Länge zulegen. Das sind 16 Prozent mehr als 2012. Bei den Motorbooten peilen 32 Prozent ein 10 bis 15 Meter langes Boot an (plus 7 Prozent).

Ulrike Hofsähs, dpa/mh
Mehr lesen über