Drahtzieher der Anschläge getötet Belgische Polizei nimmt neun Verdächtige fest

Attentäter haben Frankreichs Hauptstadt Paris mit Terror überzogen. Es ist die schwerste Anschlagserie in Europa seit mehr als zehn Jahren. Die wichtigsten Nachrichten im Ticker von manager-magazin.de.
Von mm-newsdesk
Abdelhamid Abaaoud: Der IS-Terrorist und mutmaßliche Organisator der Anschläge von Paris ist tot

Abdelhamid Abaaoud: Der IS-Terrorist und mutmaßliche Organisator der Anschläge von Paris ist tot

Foto: Islamistisches Propaganda-Magazin

17.45 Uhr: Bei den Razzien im Großraum Brüssel hat die Polizei neun Verdächtige zu Verhören mitgenommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die belgische Nachrichtenagentur Belga sprach von neun Festnahmen. Demnach standen die Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit dem Pariser Selbstmordattentäter Bilal Hadfi, der in Belgien lebte. So wurden Häuser von dessen Freunden und Familienangehörigen durchsucht. Die Untersuchung gegen Hadfi habe bereits Anfang 2015 begonnen, als dieser nach Syrien ausgereist war. Erst am Freitag solle über das weitere Vorgehen gegen diese Personen entschieden werden, eine sei bereits festgenommen worden. Die Aktionen fanden in den Brüsseler Bezirken Molenbeek, Uccle, Jette und Laeken statt.

16.30 Uhr: Frankreich macht den getöteten mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris auch für geplante weitere Angriffe verantwortlich. Abdelhamid Abaaoud könnte in den vereitelten Angriff auf den Thalys-Zug Ende August im belgisch-französischen Grenzgebiet verwickelt gewesen sein, erklärte Innenminister Bernard Cazeneuve. Auch für das geplante Attentat auf zwei Kirchen in Villejuif im Süden von Paris sei er mitverantwortlich. Insgesamt sei Abaaoud wohl für vier von insgesamt sechs vereitelten Anschlägen in Frankreich seit dem Frühling verantwortlich.

14.40 Uhr: Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE war Abaaoud wiederholt in Deutschland. Die Bundespolizei kontrollierte ihn am 20. Januar 2014 am Flughafen Köln/Bonn, als er von dort nach Istanbul fliegen wollte. Wie aus Sicherheitskreisen verlautete, hatte sich Abaaoud bereits 2007 einmal in Köln aufgehalten. Abaaoud galt als gefährlichster Extremist Belgiens und als Schlüsselfigur des Terrors von Paris.

14.15 Uhr: Es sei unklar, ob sich Abaaoud selbst in die Luft gesprengt hat oder nicht, teilt die Staatsanwaltschaft weiter mit.

13.45 Uhr: Der als mutmaßlicher Drahtzieher der Anschläge von Paris gesuchte Abdelhamid Abaaoud ist tot. Er starb bei der Polizeiaktion nördlich der französischen Hauptstadt am Mittwoch. Dies teilte die Pariser Staatsanwaltschaft nach der Untersuchung der Leiche mit.

13.30 Uhr: Bei den Razzien in Brüssel gegen mutmaßliche Islamisten hat die belgische Polizei eine Person festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Ministerpräsident Charles Michel kündigte an, man werde schärfer gegen Hassprediger vorgehen und die Befugnisse der Polizei erweitern. Belgien war in den Fokus der Ermittlungen gerückt, nachdem bekannt wurde, dass mindestens zwei der Attentäter von Paris im Brüsseler Viertel Molenbeek gelebt hatten.

Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek: Mehrere Razzien, eine Festnahme

Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek: Mehrere Razzien, eine Festnahme

Foto: YOUSSEF BOUDLAL/ REUTERS

13.15 Uhr: Die Gefahr durch islamistischen Terrorismus wird nach Einschätzung von BKA-Präsident Holger Münch noch länger bestehen. "Wir gehen nicht von einer kurzfristigen Bedrohung aus, sondern auf unabsehbare Zeit ist das eine zentrale Herausforderung für die Sicherheitslage in Deutschland", sagte Münch am Rande der Herbsttagung des Bundeskriminalamts (BKA) in Mainz. Die Zahl potenzieller Terroristen nehme zu, ebenso die internationale Vernetzung. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte am Mittwoch im ZDF gesagt: "Die Terrorgefahr wird längere Zeit bestehen bleiben in Europa und in Deutschland."

13 Uhr: Frankreichs Nationalversammlung billigt die Verlängerung des Ausnahmezustandes auf drei Monate. Die Zustimmung des Senats wird am Freitag erwartet.

12.30 Uhr: Die EU-Innenminister wollen am Freitag beschließen, die Passkontrollen an den Außengrenzen des Schengen-Gebietes zu verschärfen. Das geht aus dem Entwurf des Abschlussdokuments ihrer Ratstagung hervor.

Polizei in Straßburg: Beamte sollen ihre Waffe künftig auch außer Dienst tragen und benutzen dürfen

Polizei in Straßburg: Beamte sollen ihre Waffe künftig auch außer Dienst tragen und benutzen dürfen

Foto: AFP

11.50 Uhr: Französische Polizisten erhalten im Rahmen des Ausnahmezustandes das Recht, auch außerhalb des Dienstes ihre Schusswaffe zu tragen, um sich selbst und die Bürger an öffentlichen Plätzen schützen zu können. Das teilte ein Polizeisprecher mit.

11 Uhr: Russland hat einen neuen UN-Resolutionsentwurf zur Terror-Bekämpfung eingebracht. Dieser Text sei für alle akzeptabel, die "wirklich gegen den Terrorismus kämpfen wollen", sagte Moskaus UN-Botschafter Vitali Tschurkin. Während Russland Syriens Machthaber Baschar al-Assad in den Kampf einbeziehen will, bekräftigte US-Präsident Barack Obama die Forderung nach dessen Entmachtung. "Wir rufen zu einer engeren Zusammenarbeit all' derer auf, die in Syrien und im Irak kämpfen", sagte Tschurkin in New York. Der Sicherheitsrat strebe eine Einigung an, er sehe "keine große Kluft".

Der französische Präsident François Hollande hatte nach den Anschlägen in Paris eine rasche Resolution des Sicherheitsrates zur Verstärkung des Kampfes gegen den Islamischen Staat (IS) gefordert, der sich zu den Anschlägen bekannt hat. Paris will dafür einen eigenen Entwurf in New York einbringen. Der russische Vorschlag werde nun "sorgfältig geprüft", um zu sehen, ob Teile davon in den französischen Resolutionsentwurf aufgenommen werden könnten, sagte Frankreichs UN-Botschafter François Delattre.

10.30 Uhr: In Belgien hat die Polizei mit neuen Razzien begonnen. Es gebe sechs Durchsuchungen in der Region Brüssel, darunter auch im Stadtteil Molenbeek, sagte ein Sprecher der belgischen Generalstaatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP. Die Razzien stehen demnach in "Verbindung mit Bilal Hadfi", einem der Selbstmordattentäter von Paris.

Abdelhamid Abaaoud: Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris soll bei der Polizeirazzia in Saint-Denis gestern getötet worden sein

Abdelhamid Abaaoud: Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris soll bei der Polizeirazzia in Saint-Denis gestern getötet worden sein

Foto: DPA/ Islamistisches Propagandavideo

9.40 Uhr: Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist einem Medienbericht zufolge tot. Dies berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf Geheimdienstkreise. Die Pariser Staatsanwaltschaft erklärt, bei der Polizeirazzia in Saint-Denis sei ein "Team von Terroristen" ausgeschaltet worden, das neue Angriffe geplant habe.

9.15 Uhr: US-Präsident Barack Obama hält eine politische Lösung des Syrien-Konflikts für nötig, um die Extremistenmiliz Islamischer Staat zu zerschlagen. Eine derartige Vereinbarung könne es aber nicht geben, solange Syriens Präsident Baschar al-Assad im Amt sei, sagt Obama.

8.45 Uhr: Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD), hat einen verstärkten Einsatz der Bundeswehr im Inneren im Zuge der Anschläge von Paris erneut abgelehnt. Die Bundeswehr entlaste die Behörden bereits bei "ordnenden Aufgaben", etwa bei der "Bewältigung der Antragswelle" im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf), sagte Bartels im "Morgenmagazin" der ARD. "Polizeiaufgaben sind nicht ihre Sache." Es gebe eine klare Grenze zwischen militärischen Aufgaben und dem, was die Polizei hoheitlich tun dürfe, fuhr Bartels fort. Auch Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, die Sicherheitsbehörden in Deutschland seien "wachsam und gut aufgestellt". Für einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren sehe er in der derzeitigen Lage "keinen Bedarf".

7.42 Uhr: Ein Flugzeug auf dem Weg von Warschau ins ägyptische Hurghada macht offiziellen Angaben zufolge wegen einer Bombendrohung eine Notlandung im bulgarischen Burgas.

6.50 Uhr: Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Ralf Jäger, erklärt im Deutschlandfunk, es gebe keine konkreten Hinweise auf Anschläge. Zugleich sagt Jäger, es bestehe eine hohe Anschlagsgefahr in Deutschland.

Fotostrecke

Fotostrecke: Schüsse bei Anti-Terror-Einsatz

Foto: AP/dpa

6.45 Uhr: Japan will nach den Pariser Anschlägen seine Geheimdienstarbeit stärken. Ein Regierungssprecher kündigt an, eine neue Einheit zu gründen, die sich ausschließlich mit dem Sammeln von Informationen über internationalen Terrorismus befasst.

6.30 Uhr: Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser. Über die neuesten Entwicklungen nach den Anschlägen von Paris halten wir Sie auch heute mit diesem Ticker auf dem Laufenden.

Festnahmen und Tote bei Polizeieinsatz in Saint-Denis

Mittwoch, 18. November, 17 Uhr: Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat eine neue Ausgabe ihres englischsprachigen Propagandamagazins "Dabiq" veröffentlicht. Darin zeigen die Dschihadisten ein Bild der Bombe, die den Absturz der russischen Passagiermaschine über dem Sinai Ende Oktober verursacht haben soll. Demnach war der Sprengsatz in einer leeren Getränkedose versteckt. Außerdem sind auf dem Foto ein Zünder und ein Schalter zu erkennen. Ob es sich bei dem Sprengsatz auf dem Foto tatsächlich um die Bombe handelt, die den Airbus mit 224 Menschen an Bord zur Explosion brachte, ist aber unklar.

15.55 Uhr: Schweden hebt die Terrorismus-Warnstufe auf das zweithöchste Niveau an. Anlass dafür seien "konkrete Informationen", erklärt die Polizei. Die Staatsanwaltschaft habe Vorermittlungen eingeleitet wegen des Verdachts der Vorbereitung einer Terrorismus-Straftat.

15.35 Uhr: Paris war "das Ergebnis oder Teil einer durch den IS gesteuerten Anschlagserie", sagt Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin. Es sei also mit weiteren Anschlägen zu rechnen.

15.25 Uhr: Fans wollen den Coversong "Save A Prayer" der US-Rockband Eagles of Death Metal in die Charts bringen. Auf der Facebook-Seite "Eagles Of Death Metal For No. 1" rufen sie dazu auf, das Lied massenhaft herunterzuladen. Beim Konzert der Band im Club Bataclan in Paris waren am Freitagabend etwa 90 Menschen von Terroristen getötet worden. Bei dem Song handelt es sich um eine Coverversion des Hits der britischen Band Duran Duran aus dem Jahr 1982. Die Aktion sei als Zeichen der Solidarität aus Großbritannien gedacht gewesen, schrieben die Initiatoren am auf Facebook. "Nun ist der Song dabei, zahlreiche Charts rund um die Welt zu erobern." Sänger Simon Le Bon von Duran Duran schrieb auf Twitter, man werde alle Erlöse für einen guten Zweck spenden.

15.10 Uhr: Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve teilt mit, die Polizei habe in der Nacht zum heute 118 Hausdurchsuchungen vorgenommen und 29 Personen inhaftiert. 34 Waffen seien dabei beschlagnahmt worden.

15 Uhr: "Unbestätigten Berichten zufolge war die Frau, die sich in Saint-Denis in die Luft sprengte, eine Cousine von Abdelhamid Abaaoud." Das twittert SPIEGEL-ONLINE-Korrespondent Björn Hengst . Abaaoud war Ziel der Razzia, die die französische Polizei bis heute Mittag in dem Pariser Vorort durchführte. Ob er unter den Festgenommenen oder Toten ist, war noch unklar. Der 28-Jährige gilt als möglicher Drahtzieher der Anschläge von Paris mit 129 Toten und Hunderten Verletzten.

14.45 Uhr: Der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" ist auf dem Weg in sein Einsatzgebiet im östlichen Mittelmeer. Er habe den Hafen von Toulon verlassen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Präsident François Hollande rief die internationale Gemeinschaft erneut zur Bildung einer großen Koalition gegen die Extremistenmiliz IS auf. Dazu sollten die manchmal unterschiedlichen nationalen Interessen zurückgestellt werden, sagt er.

14.20 Uhr: Nach dem Fund eines herrenlosen Gepäckstücks ist der Flughafen in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen zeitweise teil-evakuiert worden. Ein Terminal sei abgeriegelt worden, nachdem ein "verdächtiger Koffer" entdeckt worden sei, teilte die Polizei mit. Ein Sprengstoffspürhund sei im Einsatz, der Zugverkehr zum Flughafen Kastrup sei unterbrochen worden. Eine konkrete Anschlagsdrohung habe aber nicht vorgelegen, erklärte ein Polizeisprecher. Der Vorfall ereignete sich wenige Stunden nachdem die dänische Polizei wegen der erhöhten Gefährdungslage im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris die zweithöchste Warnstufe aufgerufen hatte. Inzwischen ist der Flughafen wieder normal geöffnet.

13.55 Uhr: Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, sieht in den Anschlägen von Paris eine neue Stufe der Eskalation. Es sei zwar seit langem klar, dass "wir im Zielspektrum des internationalen Terrorismus stehen", doch nun sei eine neue Dimension erreicht, sagte er am Mittwoch.

13.30 Uhr: Die Polizei hat den Mann, der den mutmaßlichen Terroristen seine Wohnung zur Verfügung gestellt hat, festgenommen. Das teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Der Mann hatte die Fremden beherbergt, die sich später einen Schusswechsel mit der Polizei lieferten. Nach der Razzia hatte der Mann gesagt: "Ich wusste nicht, dass es Terroristen sind" (siehe Video). Auch eine seiner Bekannten wurde festgenommen.

Bei den Toten handelte es sich derweil neben einer Frau, die sich selbst in die Luft gesprengt hatte, um einen Mann, der von Schüssen und Granaten tödlich verletzt worden, so Staatsanwalt François Molins. Die Identität der Toten war unklar.

12.30 Uhr: Bei dem inzwischen beendeten Anti-Terror-Einsatz nördlich von Paris sind zwei Menschen getötet worden. Dies sagte der französische Innenminister Bernard Cazeneuve in Saint-Denis. Sieben Menschen seien festgenommen worden.

12 Uhr: Der Polizeieinsatz in Saint-Denis ist beendet. Dies sagte Regierungssprecher Stéphane Le Foll in Paris. Innenminister Bernard Cazeneuve werde später Details zu der Aktion verkünden. Sie zielte nach Medienberichten auf einen mutmaßlichen Drahtzieher der blutigen Terroranschläge vom vergangenen Freitag.

11.42 Uhr: Drei der inzwischen von der Polizei in Paris festgenommenen Terrorverdächtigen verschanzten sich in der Wohnung dieses jungen Mannes (siehe Video). Er brachte die Männer unter, die er nicht kannte - scheinbar als Gefallen für Freunde oder Bekannte. "Ich wusste nicht, dass es Terroristen sind", sagt er im Video.

11.30 Uhr: Fußballfans bekommen ihr Geld für die Eintrittskarten des abgesagten Länderspiels Deutschland gegen die Niederlande in Hannover zurück. "Der genaue Ablauf wird zurzeit vom Veranstalter DFB geplant", teilte Bundesligist Hannover 96 mit, in dessen Stadion die Partie stattfinden sollte. Jeder Ticketkäufer habe "selbstverständlich das Recht auf eine Erstattung". Der Ablauf soll im Lauf des Tages geklärt und veröffentlicht werden.

11.20 Uhr: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius will ebenso wie Ministerpräsident Weil weiter keine Details zu den Hinweisen auf eine Sicherheitsgefährdung geben. Wenn die Politik solche Angaben nach außen gebe, drohten die Quellen für diese Informationen zu versiegen, sagte Pistorius. "Wir haben schlicht und ergreifend eine sorgfältige Abwägung vorgenommen", sagte Pistorius zum Zustandekommen der Spielabsage.

11.10 Uhr: Die Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover ist laut Ministerpräsident Weil wegen "konkreter Hinweise auf konkrete Gefahren" gerechtfertigt gewesen. "Es ist gestern niemand zu Schaden gekommen und das ist ein Erfolg", so Weil. Polizei und Stadionbesucher hätten besonnen reagiert.

10.55 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil nennt die Sicherheitslage nach der Absage des Fußball-Länderspiels stabil.

10.45 Uhr: Die Verdächtigen in der Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis haben einem Insider zufolge einen weiteren Anschlag in der französischen Hauptstadt geplant. Dieser sollte im Geschäftsviertel La Defense stattfinden, sagt eine mit den Ermittlungen vertraute Person.

10.35 Uhr: Bei dem Anti-Terror-Einsatz nördlich von Paris sind nach einer ersten Bilanz fünf Polizisten leicht verletzt worden. Es handele sich um Mitglieder einer Spezialeinheit, teilte die Polizei auf Twitter mit. Der stundenlange Einsatz dauerte nach Angaben der Polizei am Vormittag noch an, der Grund dafür war zunächst nicht klar.

10.15 Uhr: Die Führung der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) zieht sich nach Angaben von Beobachtern aus der syrischen Stadt Rakka zurück. Die Kämpfer und ihre Familien ließen sich nun in der irakischen Metropole Mossul nieder. Bei Luftschlägen Frankreichs und anderer Länder sind in den vergangenen drei Tagen nach Angaben von Beobachtern mindestens 33 IS-Kämpfer getötet wurden.

9.40 Uhr: Bei dem Polizeieinsatz im Pariser Vorort Saint-Denis sind mindestens fünf Verdächtige verhaftet worden. Sie würden nun vernommen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. "Drei Männer, die sich in der Wohnung verschanzt hatten, wurden herausgeholt und werden verhört." Nahe der Wohnung wurden ein weiterer Mann und eine Frau gestellt, die nun ebenfalls vernommen würden. Ziel der Razzia war Justizkreisen zufolge der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom Freitag, Abdelhamid Abaaoud. Ermittler gehen davon aus, dass der Belgier die Anschläge mit mindestens 129 Toten angeordnet hat. Ob er gefasst wurde, war zunächst unklar.

9.10 Uhr: An der Börse halten sich Anleger zurück, der Dax startet mit Verlusten.

9 Uhr: Die Pariser Staatsanwaltschaft bestätigt eine Tote bei dem Anti-Terror-Einsatz der Polizei in Saint-Denis. Eine in der Wohnung verschanzte Frau habe sich in die Luft gesprengt, teilte die Behörde mit. Drei Männer seien in der Wohnung festgenommen worden. Zuvor war von zwei Toten die Rede gewesen.

8.40 Uhr: Bei dem Anti-Terror-Einsatz in Saint-Denis nördlich von Paris werden drei Verdächtige festgenommen, wie AFP unter Berufung auf Ermittler berichtet.

8.03 Uhr: Zwei Verdächtige kommen zu Tode. Unter ihnen sei eine Frau, die sich selbst in die Luft sprengte, sagten Polizisten der Nachrichtenagentur AFP. Ein Verdächtiger sei nach wie vor in der von der Polizei belagerten Wohnung im Pariser Vorort Saint-Denis verschanzt.

7.41 Uhr: In Saint-Denis sind weitere Schüsse und Explosionen zu hören.

7.24 Uhr: Polizeikreisen zufolge gehört der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom Freitag, Abdelhamid Abaaoud, zu den Zielen bei der Polizeirazzia in Saint-Denis. Französische Ermittler gehen davon aus, dass die Anschläge von ihm angeordnet wurden.

7.20 Uhr: Im Norden von Paris ist es im Zusammenhang mit der Fahndung nach Verdächtigen, die an den Anschlägen vom Freitag beteiligt gewesen sein sollen, zu einer Schießerei gekommen. Das erfuhr Reuters aus Polizeikreisen. Im Vorort Saint-Denis hätten sich nach dem Schusswechsel mehrere mutmaßliche Angreifer und mögliche Komplizen in einer Wohnung verschanzt. Spezialkräfte der Polizei seien im Einsatz. Der Sender BFMTV berichtete, einige Polizisten seien während des Einsatzes verletzt worden. BFMTV und der Sender iTele zeigten Amateurvideoaufnahmen von der Schießerei und zitierten Zeugen vor Ort, die ab 4.30 Uhr sporadisch Schüsse hörten. Der Einsatz fand nahe der Sportarena Stade de France statt, wo am Freitag drei Selbstmordattentäter ihre Sprengstoffgürtel zur Explosion gebracht und einen Passanten getötet hatten.

+++ News der Nacht +++ News der Nacht +++ News der Nacht +++

  • Aufgrund von Zeugenhinweisen hat es am Dienstagabend einen Großeinsatz der Polizei in Rostock gegeben. Anlass war die Aussage eines Anwohners, der den gesuchten Salah Abdeslam an einer Flüchtlingsunterkunft erkannt haben wollte. Die Flüchtlingsnotunterkunft im Stadtteil Toitenwinkel sei allerdings über etwa 90 Minuten hinweg erfolglos durchsucht worden, wie ein Polizeisprecher erklärte. In dem ehemaligen Hotel nur wenige Kilometer vom Fährhafen entfernt leben derzeit rund 100 Zuwanderer.
  • Wegen Bombendrohungen sind in den USA zwei Maschinen der französischen Fluggesellschaft Air France kurz nach ihrem Start umgeleitet worden. Es habe anonyme Bombendrohungen gegen die Flugzeuge gegeben, teilte Air France mit. Eines der Flugzeuge wurde nach seinem Start in Los Angeles nach Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah umgeleitet, die andere Maschine landete aus Washington kommend im kanadischen Halifax. Beide Flüge sollten ursprünglich nach Paris gehen. Laut Air France waren der Flug mit der Nummer 65 aus Los Angeles und der Flug 55 aus Washington-Dulles betroffen. In sozialen Netzwerken hieß es, bei der Landung von Flug 65 in Salt Lake City sei ein Großaufgebot der Polizei zugegen gewesen.
  • Nach der Absage des Fußball-Länderspiels in Hannover wegen Terroralarms will sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Mittwoch zu den Vorfällen äußern. In der Landeshauptstadt, wo der Schock noch nachwirkt, soll außerdem der niedersächsische Tag der Wirtschaft stattfinden. Als einer der Hauptredner wird Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erwartet.
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Foto: AP/dpa

7.15 Uhr: Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser. Über die neuesten Entwicklungen nach den Anschlägen von Paris halten wir Sie auch heute mit diesem Ticker auf dem Laufenden.

Bombendrohung - Polizei sagt Fußball-Länderspiel in Hannover ab

Dienstag, 17. November, 20 Uhr: Gut 90 Minuten vor Anpfiff sagt die Polizei das Fußball-Länderspiel Deutschland-Niederlande wegen einer Bombendrohung ab.

18.00 Uhr: Den Fahndern in NRW ist nach den Worten von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere anders als erhofft kein "dicker Fisch" ins Netz gegangen. Die sieben Festnahmen bei Aachen stünden anscheinend nicht in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris, sagt de Maiziere in Berlin.

16.45 Uhr: Nach Angaben der Aachener Polizei erhöht sich die Zahl der Festnahmen in Alsdorf auf sieben. Demnach wurden zwei weitere Personen festgenommen.

Die Republik wankt, aber sie geht nicht unter: Frankreich wird die Terrorattacken überwinden

Die Republik wankt, aber sie geht nicht unter: Frankreich wird die Terrorattacken überwinden

Foto: Malte Christians/ dpa

15.45 Uhr: Der französische Präsident Francois Hollande wird nach Angaben des Präsidialamtes am Dienstag in einer Woche (24. November) nach Washington reisen. Danach folgt zwei Tage später eine Visite in Moskau.

15.15 Uhr: Spezialkräfte der deutschen Polizei haben im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris zwei weitere Personen festgenommen. Sie seien in Alsdorf bei Aachen gefasst worden. Damit erhöht sich die Zahl der Festnahmen bei dem Polizeieinsatz auf fünf.

14.30 Uhr: Die EU-Kommission signalisiert Frankreich wegen der Anschläge von Paris Entgegenkommen beim Staatsdefizit. In der aktuellen Situation sei klar, dass "in diesem schrecklichen Moment der Schutz der Bürger, die Sicherheit der Bürger in Frankreich und Europa Vorrang haben", sagte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Die EU-Regeln könnten bei Staaten flexibel ausgelegt werden, die auf "unerwartete Umstände" reagierten. Die EU werde Frankreichs Haushalt wegen zusätzlicher Ausgaben neu bewerten, ergänzte Moscovici, der früher selbst Finanzminister in Paris war. Frankreichs Regierungschef Manuel Valls hatte zuvor angekündigt, das Land werde wegen steigender Ausgaben für die nationale Sicherheit das EU-Ziel für das Staatsdefizit verfehlen. Die Regierung in Paris will mehrere Tausend zusätzliche Polizisten und Sicherheitskräfte einstellen. Der Haushaltsentwurf für 2016 sieht bislang vor, dass Frankreichs Defizit auf 3,3 Prozent sinkt von 3,8 Prozent 2015. Brüssels Obergrenze liegt bei 3 Prozent.

13.10 Uhr: Im Zusammenhang mit den Terroranschlägen von Paris hat die Polizei am Dienstag in Alsdorf bei Aachen drei Verdächtige festgenommen. "Wir haben Hinweise bekommen, dass sich einer der Gesuchten im Zusammenhang mit Paris möglicherweise in unserem Bereich aufhält", teilte ein Polizeisprecher mit. Ein Spezialeinsatzkommando habe drei Menschen festgenommen - zu den Umständen wurden keine Angaben gemacht. Die Identitäten seien noch nicht geklärt, die Vernehmungen liefen. Die Polizei sucht derzeit mit Haftbefehl den 26-Jährigen Salah Abdeslam, einen Bruder eines Selbstmordattentäters von Paris.

Polizei-Einsatz in Alsdorf bei Aachen: Drei Verdächtige festgenommen

Polizei-Einsatz in Alsdorf bei Aachen: Drei Verdächtige festgenommen

Foto: DPA

11.15 Uhr: Der iranische Präsident Hassan Ruhani erklärt in einem Telefongespräch mit seinem französischen Kollegen Francois Hollande, der IS müsse "mit all unserer Macht" bekämpft werden. Beide Politiker hätten die Bedeutung der Wiener Syrien-Gespräche hervorgehoben, erklärt das Präsidialamt in Paris. Der Iran ist überwiegend schiitisch, während der IS eine Sunnitenmiliz ist.

11.10 Uhr: Russland fliegt nach französischen Angaben Angriffe auf die IS-Hochburg Rakka in Syrien. Der russische Geheimdienst FSB hatte zuvor erklärt, das im Oktober über der Sinai-Halbinsel abgestürzte Passagierflugzeug sei von einer Bombe zerrissen worden. Der IS hatte sich dazu bekannt.

11.05 Uhr: Die bayerischen Behörden wissen weiter nicht, ob es bei dem in der vorletzten Woche bei Rosenheim festgenommenen Mann aus Montenegro eine Verbindung zu den Attentätern von Paris gibt. Der 51-Jährige schweige, sagt ein Sprecher des Landeskriminalamts. Nach seiner Festnahme hatte er lediglich gesagt, dass er den Eiffelturm besichtigen wollte. Von den im Auto verbauten Waffen und Sprengstoffen habe er nichts gewusst.

11.03 Uhr: Ungarns Parlament autorisiert die Regierung, den Verteilungsplan der EU für Flüchtlinge vor Gericht anzufechten. Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mahnt die Staaten Europas eindringlich, Flüchtlinge nicht für die Anschläge von Paris verantwortlich zu machen und sie zurückzuweisen. "Wir sind zutiefst verstört über eine Sprache, die die Flüchtlinge als Ganzes dämonisiert", sagt eine UNHCR-Sprecherin in Genf.

10.45 Uhr: Die 28 EU-Mitgliedsstaaten haben Frankreich auf dessen Bitte hin einstimmig Beistand angeboten, teilt die Außenbeauftragte Federica Mogherini mit.

10.25 Uhr: Frankreich und die USA wollen im Kamf gegen die Islamisten-Miliz IS enger zusammenrücken. Das sagt US-Außenminister John Kerry nach einem Treffen mit Frankreichs Präsident Francois Hollande.

10.15 Uhr: Nach den tödlichen Attacken der Extremistenmiliz Islamischer Staat in Parisbittet Frankreich die Europäische Union offiziell um Beistand. "Habe eben im Namen Frankreichs um Beistand nach Artikel 42.7 des EU-Vertrags gebeten", twittert Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian vor einer Sitzung der EU-Verteidigungsminister in Brüssel.

09.15 Uhr: Großbritannien befürchtet nach Worten von Finanzminister George Osborne in Zukunft auch Cyber-Attacken der radikalen Miliz Islamischer Staat (IS) mit Todesopfern. Ziele könnten etwa die Stromversorgung, die Flugverkehrskontrolle oder Krankenhäuser sein, warnt Osborne. Deswegen werde das Land die Ausgaben für die Abwehr potenzieller Cyberangriffe bis 2020 fast verdoppeln. Die Entscheidung für die Verstärkung der Internetsicherheit sei schon vor den Anschlägen in Paris gefallen.

8.40 Uhr: Frankreich werde das von der EU vorgegebene Defizitziel brechen, kündigt Premierminister Manuel Valls an. Die als Antwort auf die Anschläge vom Freitag steigenden Sicherheitsausgaben machten das "notwendig", sagte er im Radiosender France Inter. Die Regierung wolle unter anderem 10.000 zusätzliche Polizisten und Gendarmen einstellen und ihre Ausrüstung verbessern. "Die Europäische Kommission muss verstehen", dass der Kampf gegen die Anhänger des Islamischen Staats "Frankreich betrifft, aber auch Europa betrifft."

08.13 Uhr: Die französische Polizei hat in der Nacht zum Dienstag 128 Razzien durchgeführt. Die Polizei komme bei ihren Ermittlungen gegen die Hintermänner der Pariser Anschläge rasch voran, sagt Innenminister Bernard Cazeneuve dem Radiosender "France Info". Details nennt er nicht.

07.00 Uhr: Die französische Luftwaffe hat in der Nacht neue Angriffe gegen die von der Extremistenmiliz IS kontrollierte syrische Stadt Rakka geflogen. Das teilt das französische Militärkommando mit.

+++ News der Nacht +++ News der Nacht +++ News der Nacht +++

  • Frankreich will im Kampf gegen den Terrorismus die europäischen Partner in die Pflicht nehmen. Dazu soll Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian am heutigen Dienstag in Brüssel offiziell die Unterstützung der anderen EU-Staaten anfordern, wie Diplomaten bestätigten. Demnach will sich die französische Regierung bei ihrem Gesuch auf Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrages berufen. Dort heißt es: "Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung." Welche Art von Unterstützung sich Frankreich konkret vorstellt, war nach Angaben aus EU-Kreisen zunächst unklar. Diplomaten sagten, es könne um einen eher symbolischen Akt gehen, vielleicht aber auch um sehr konkrete Maßnahmen wie einen intensiveren Austausch von Geheimdienstinformationen.
  • Frankreich kündigte zudem an, seinen Flugzeugträger ins östliche Mittelmeer zu schicken. Die "Charles de Gaulle" werde am Donnerstag auslaufen, sagte Präsident François Hollande. "Das wird unsere Handlungsfähigkeit verdreifachen", sagte Hollande. An Bord befinden sich 26 Kampfjets. Sie kommen zu den zwölf französischen Kampfflugzeugen hinzu, die derzeit von den Vereinigten Arabischen Emiraten und Jordanien aus Angriffe auf den IS in Syrien fliegen. Mit insgesamt 38 Kampfjets wird die französische Luftwaffe in der Lage sein, ihre Einsätze gegen den IS zu intensivieren.
  • Der britische Premierminister David Cameron will die militärischen Spezialkräfte mit Milliarden-Investitionen im Anti-Terror-Kampf stärken. Innerhalb der nächsten fünf Jahr sollen zusätzlich zwei Milliarden Pfund (2,8 Milliarden Euro) investiert werden, kündigte Cameron in London an. Das Geld solle nach Informationen britischer Medien für Waffen, Ausrüstung sowie für vermutlich auch für Hubschrauber und Drohnen ausgegeben werden.
  • US-Außenminister John Kerry hat Frankreich nach den Anschlägen von Paris die volle Unterstützung seines Landes im Kampf gegen die radikal-islamische IS-Miliz zugesichert. Die Vereinigten Staaten würden "Schulter an Schulter" neben Frankreich stehen, sagte Kerry am Montag nach seiner Ankunft in der französischen Hauptstadt. Der Islamische Staat (IS) werde besiegt werden.
  • Das US-Verteidigungsministerium lehnt es ab, sich beim Kampf gegen den IS mit Moskau abzustimmen: "Wir koordinieren unsere Operationen nicht mit den Russen und wir kooperieren nicht mit ihnen", sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook im CNN-Fernsehen. Kremlchef Putin hatte beim G20-Gipfel im türkischen Belek erklärt, er hoffe weiter auf eine große internationale Koalition gegen den Terrorismus in Syrien.
  • Der belgische Fußballverband hat ein für diesen Dienstag in Brüssel angesetztes Freundschaftsspiel gegen Spanien aus Sicherheitsgründen verschoben. Die belgische Regierung habe dazu unter Verweis auf die Lage nach den Anschlägen von Paris geraten, begründete der Verband die Maßnahme. Ein Ersatztermin wurde zunächst nicht genannt. Die Spur der Täter führt nach Belgien. Ermittler vermuten, dass von dort der Drahtzieher der Anschläge stammen könnte. Das Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden soll am Abend wie geplant in Hannover stattfinden.

6.30 Uhr: Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser. Über die neuesten Entwicklungen nach den Anschlägen von Paris halten wir Sie auch heute mit diesem Ticker auf dem Laufenden.

IS droht mit neuen Anschlägen - auch gegen Washington

Montag, 16. November, 16.45 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande will den UN-Sicherheitsrat im Kampf gegen des Islamischen Staat (IS) anrufen. Die Notwendigkeit der Zerstörung des IS sei eine Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, sagte Hollande. Er werde sich in den nächsten Tagen mit US-Präsident Barack Obama und Kremlchef Wladimir Putin treffen, um eine einheitliche Strategie in Syrien und gegen den IS zu erreichen. "Was wir brauchen, ist eine gemeinsame Bewegung all jener, die gegen den Terrorismus kämpfen", sagte Hollande. "Syrien ist zur größten Terrorismusfabrik der Welt geworden."

Hollande in Versailles: "Syrien ist zur größten Terrorismusfabrik der Welt geworden."

Hollande in Versailles: "Syrien ist zur größten Terrorismusfabrik der Welt geworden."

Foto: REUTERS

16.15 Uhr: "Frankreich befindet sich im Krieg", sagt Präsident Francois Hollande in einer Sondersitzung von beiden Parlamentskammern in Versailles. Es sei aber kein Krieg der Zivilisationen, weil die Attentäter keine Zivilisation verträten. Frankreichs Werte seien angegriffen worden. "Sie sind eine Aggression gegen unser Land, unsere Werte, unsere Jugend und unseren Lebensstil", sagte Hollande. Diese Angriff erfolge, weil Frankreich das Land der Freiheit und der Menschenrechte sei. "Unsere Demokratie hat sehr viel schlimmere Feinde überwunden als diese abscheulichen Mörder."

15.55 Uhr: US-Präsident Barack Obama bezeichnet die Anschläge von Paris als schrecklichen Rückschlag im Kampf gegen den IS, in dem es aber Fortschritte gebe. So sei die Miliz in einigen Regionen zurückgedrängt worden, sagt Obama nach Abschluss des G20-Gipfels. Die Anführer der Miliz würden nirgendwo einen sicheren Rückzugsort haben, drohte Obama.

15.50 Uhr: In ihrem neuen Video droht die Extremistenmiliz IS mit Anschlägen in den Ländern, die sich an Luftangriffen gegen die Islamisten in Syrien beteiligen. Diese Länder würden dasselbe Schicksal erleiden wie Frankreich. Die amerikanische Hauptstadt Washington wird explizit als Anschlagsziel benannt.

15.35 Uhr: Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen erwartet nicht, dass die Anschläge von Paris nachhaltige Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Wirtschaft haben. Sich nicht einschüchtern zu lassen, das sei jetzt "genau die richtige Antwort" der Gesellschaft, sagt er am Rande einer Finanzkonferenz in Frankfurt.

Börsenexperte im Interview: "Meist ein Fehler, wenn man mit Verkäufen reagiert"

15.05 Uhr: Die Familie des deutschen Opfers der Pariser Terrorserie hat die Öffentlichkeit um Zurückhaltung gebeten. "Wir trauern um unseren Angehörigen, Raphael H., und bitten darum, unsere Privatsphäre zu respektieren", schrieb die Familie aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen in einem Brief, den das Polizeipräsidium Oberbayern Süd am Montag veröffentlichte. Der 28 Jahre alte Architekt aus Oberbayern lebte schon seit längerem in Paris. Am Freitagabend saß er in einem Café und wurde dort von den Terroristen getötet. Die Angehörigen hätten übereinstimmend beschlossen, keinen Kontakt zu Medienvertretern aufzunehmen. "Wir appellieren außerdem an ihr Mitgefühl: Ziehen Sie die bereits vor Ort befindlichen Fernsehteams umgehend wieder ab!", schrieb die Familie.

Einsatz in Brüssel: Die Polizei habe den mutmaßlichen Attentäter Salah Abdeslam verhaftet, heißt es zunächst - später folgt das Dementi

Einsatz in Brüssel: Die Polizei habe den mutmaßlichen Attentäter Salah Abdeslam verhaftet, heißt es zunächst - später folgt das Dementi

Foto: REUTERS

14.50 Uhr: Der Polizeieinsatz in Brüssel ist ohne Festnahmen beendet worden. "Das Ergebnis ist negativ", sagte ein Sprecher der belgischen Generalstaatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur AFP. Der Einsatz im Stadtteil Molenbeek hatte der Behörde zufolge einem der Hauptverdächtigen der Anschläge, Salah Abdeslam, gegolten. Dutzende Beamte und Polizeiwagen einschließlich maskierter Spezialkräfte waren vor Ort gewesen. Salah Abdeslam ist international zur Fahndung ausgeschrieben und wird als "gefährlich" beschrieben.

14.25 Uhr: In einer neuen Videobotschaft hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Frankreich und seinen Verbündeten mit weiteren Terrorangriffen gedroht. "Wir erneuern unseren Aufruf an die Muslime in Europa, im ungläubigen Westen und überall, die Kreuzfahrer in ihrer Heimat und wo immer sie sind zu attackieren", sagt ein Sprecher in einem rund elfminütigen Film, der über das Internet verbreitet wurde. Darin droht ein Kämpfer: "Ich schwöre bei Gott, wir werden Amerika auf seinem eigenen Boden schlagen. Wir werden Rom erobern." Die Authentizität des Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen. Es ähnelt aber ähnlichen Veröffentlichungen des IS.

IS-Kämpfer (Archiv): "Ich schwöre bei Gott, wir werden Rom erobern"

IS-Kämpfer (Archiv): "Ich schwöre bei Gott, wir werden Rom erobern"

Foto: REUTERS/ FBI

14.10 Uhr: Hier eine Übersicht über die getöteten Selbstmordattentäter und mutmaßlichen Terroristen .

13.05 Uhr: Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hält die Diskussion, ob Europa sich nach den Pariser Terrorangriffen im Krieg befindet, für überflüssig. Es sei unnötig, über einen möglichen Nato-Bündnisfall und eine militärische Beteiligung Deutschlands zu spekulieren. Nichts davon werde von Frankreich gefordert, sagte Gabriel. Deutschland stehe "mit uneingeschränkter Solidarität an der Seite unserer französischen Freunde". Der Vizekanzler distanzierte sich von der Äußerung des bayerischen Finanzministers Markus Söder (CSU), der am Wochenende mit Blick auf die Flüchtlingskrise erklärt hatte, nach Paris sei alles anders. "Ich fand den Satz, nach Paris ist alles anders, den falschesten Satz, den man aussprechen kann. Ich finde, nach Paris darf nichts anders sein", betonte Gabriel.

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Anschläge in Frankreich: Terror, Trauer, Hoffnung - Die Bilder aus Paris

Foto: KENZO TRIBOUILLARD/ AFP

12.55 Uhr: Der öffentlich-rechtliche belgische Rundfunk widerspricht einem Bericht des Privatsenders RTL, der international gesuchte mutmaßliche Attentäter Abdeslam Salah sei in Belgien verhaftet worden.

12.05 Uhr: Die beiden großen deutschen Reiseveranstalter TUI und Thomas Cook bieten Paris-Urlaubern kostenlose Stornierungen ihrer Reisen an. Dabei handle es sich um Kulanzregelungen, betonen Sprecher beider Unternehmen. Am Wochenende seien jeweils 60 Reisende mit den Firmen in der Stadt gewesen.

12.01 Uhr: Die belgische Polizei hat den international gesuchten mutmaßlichen Attentäter Salah Abdeslam verhaftet. Das berichtet der Rundfunksender RTL.

12 Uhr: Schweigeminute.

11.50 Uhr: Mehrere Medien berichten mittlerweile, der Drahtzieher der Anschläge von Paris könnte der polizeibekannte belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud sein. Mindestens einer, wenn nicht zwei der Selbstmordattentäter seien Freunde von Abaaoud gewesen, berichtete die belgische Tageszeitung "De Standaard" unter Berufung auf belgische Sicherheitsdienste. Abaaoud gilt bereits seit Längerem als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Er soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten haben.

Abdelhamid Abaaoud: Der polizeibekannte belgische Dschihadist soll Drahtzieher der Anschläge von Paris sein

Abdelhamid Abaaoud: Der polizeibekannte belgische Dschihadist soll Drahtzieher der Anschläge von Paris sein

Foto: youtube

11.25 Uhr: Acht muslimische Verbände in Deutschland treten als Konsequenz aus den Anschlägen von Paris für einen stärkeren gesellschaftlichen Schulterschluss gegen Extremisten und Gewalt ein. Die Attentate seien "barbarisch und niederträchtig", das Mitgefühl der Muslime gelte Familien und Freunden der Anschlagsopfer sowie der gesamten französischen Nation, hieß es in einer in Köln vorgelegten gemeinsamen Erklärung der Verbände. "Die Mörder von Paris irren, wenn sie glauben, sie seien Vollstrecker eines göttlichen Willens", hieß es weiter. Die Muslime stünden gegen Terror und jede Form von Gewalt.

11 Uhr: Nicht vergessen: In einer Stunde, um 12 Uhr, sollen alle Menschen in Europa eine Minute lang innehalten, um der Opfer der Anschläge zu gedenken. Zu der Schweigeminute haben die Staats- und Regierungschefs der EU in einer gemeinsamen Erklärung eingeladen. Das Gute sei stärker als das Böse, heißt es in dem Papier vom Wochenende.

10.45 Uhr: An den Börsen reagieren Anleger zunächst besonnen: Der Pariser Leitindex CAC 40 begrenzt seine Verluste, auch der Dax macht Boden gut.

10.35 Uhr: Die französischen Ermittler haben einen vierten Selbstmordattentäter identifiziert. Der Mann sei der Polizei seit 2012 bekannt gewesen, sagt der Staatsanwalt. Die Fingerabdrücke eines Attentäters stimmten auch mit denen eines Mannes überein, der im Oktober in Griechenland registriert wurde, sagt der Staatsanwalt.

10.30 Uhr: Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat die Polizei den Kurfürstendamm ("Kudamm") in Berlin für gut eine Stunde gesperrt. Grund für die Maßnahme sei eine verdächtige Tasche gewesen. Die Sperrung soll inzwischen wieder aufgehoben sein.

10.15 Uhr: Einer der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal Bataclan stand schon einmal wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung unter Verdacht. Gegen Amy Amimour wurde wegen einer versuchten Reise in den Jemen 2012 ermittelt, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit.

9.45 Uhr: Nach Informationen des französischen Senders RTL haben Ermittler den zentralen Drahtzieher der Terroranschläge in Paris identifiziert. Der 27 Jahre alte IS-Terrorist Abdelhamid Abaaoud soll die Operation demnach organisiert und überwacht haben. Der Mann aus dem Brüsseler Viertel Molenbeek war bereits im Januar mit einer Anschlagserie Belgien in Zusammenhang gebracht worden.

9.30 Uhr: Bei Durchsuchungen in Lyon sind ein Raketenwerfer und andere Waffen gefunden worden. Zudem seien fünf Verdächtige festgenommen worden, verlautete aus Ermittlerkreisen. In der Nacht zu Montag liefen im Rahmen des nach den Anschlägen verhängten Ausnahmezustands auch in Bobigny, Toulouse, Grenoble und anderen Städten Frankreichs dutzende Durchsuchungen im islamistischen Milieu, die aber nicht in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris standen. Insgesamt habe es mehr als 150 Durchsuchungen in Frankreich gegeben, sagte Ministerpräsident Manuel Valls am Montagmorgen im Radiosender RTL. Präsident François Hollande hatte am Freitagabend nach den islamistischen Anschlägen mit 129 Toten den Ausnahmezustand verhängt. Er erlaubt insbesondere Durchsuchungen ohne richterlichen Beschluss in der Nacht.

9.20 Uhr: Ist ein möglicher Nato-Bündnisfall vom Tisch? Frankreichs Botschafter in Deutschland, Philippe Etienne, betont, dass Frankreich keinen Beistand nach dem Nato-Vertrag gefordert hat. Eine entsprechende Forderung habe die Regierung in Paris nicht erhoben, sagt er im Deutschlandfunk.

9.05 Uhr: Der britische Premierminister David Cameron fordert vom Parlament Unterstützung für die Beteiligung seines Landes an Luftangriffen in Syrien. "Wir müssen das Parlament überzeugen", sagt er in der BBC.

8.50 Uhr: Nach der Anschlagserie von Paris wollen die G20-Staaten dem internationalen Terrorismus den Geldhahn zudrehen und die Bewegungsfreiheit von Extremisten einschränken. Das geht aus dem Entwurf der Abschlusserklärung des G20-Gipfels in Belek bei Antalya hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Dort heißt es, die Zusammenarbeit zur Austrocknung der Finanzkanäle von Terroristen solle ausgebaut werden. Um den wachsenden Strom von Extremisten einzudämmen, die nach Ausbildung und Kampf in Bürgerkriegsländern in ihre Heimat zurückkehren und dort eine Terrorgefahr darstellen, sollen die Grenzen besser überwacht werden.

8.45 Uhr: Der Dax  notiert im frühen Handel deutlich schwächer.

8.30 Uhr: Die Terrorbedrohung durch den Islamischen Staat richtet sich nach den Worten von Valls auch gegen weitere europäische Länder. "Wir wissen, dass Operationen vorbereitet wurden und noch vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder", sagte Valls dem Sender RTL.

8.20 Uhr: Die Terroranschläge wurden nach Angaben von Frankreichs Premierminister Manuel Valls von Syrien aus "organisiert" und "geplant". "Wir müssen länger mit dieser Bedrohung leben", sagte er am Montagmorgen dem Sender RTL.

8.10 Uhr: Die Terroranschläge in Paris drücken den deutschen Aktienmarkt wohl zunächst klar ins Minus. Der Broker IG sieht den Dax mit 10.578 Punkten um 1,22 Prozent unter dem Xetra-Schluss vom Freitag. Zuletzt bewegt sich der deutsche Leitindex ohnehin im Rückwärtsgang. Er hatte in der Vorwoche ein Minus von 2,54 Prozent hinnehmen müssen. Die Anschläge träfen auf einen schwächeren Markt, der auch unter den fallenden Ölpreisen und einer lahmenden Konjunktur leide, sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK. Auch die US-Wirtschaft wirke eher mau. Die Spekulationen auf zusätzliche Unterstützung der Europäischen Zentralbank dürften aber zunehmen.

8 Uhr: Als Reaktion auf die wachsende Bedrohung durch militante Islamisten baut Großbritannien die Geheimdienste aus. Das Personal werde um 15 Prozent aufgestockt, kündigte Premierminister David Cameron am Rande des G20-Gipfels im türkischen Belek an. Anschläge wie zuletzt in Paris aber auch wie das Hotel-Attentat in Tunesien im Sommer hätten die Regierung dazu veranlasst. Die Geheimdienste MI5 und MI6 und GCHQ erhielten deswegen 1900 zusätzliche Stellen. Zudem würden die Ausgaben für die Luftverkehrssicherheit von derzeit jährlich rund neun Millionen Pfund in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppelt. "Ich bin fest entschlossen, den Ressourcen, die wir im Kampf gegen die terroristische Bedrohung brauchen, Priorität einzuräumen, denn der Schutz der britischen Bevölkerung ist meine erste Pflicht", sagte Cameron. Über weitere Maßnahmen zum Schutz an Flughäfen soll der Nationale Sicherheitsrat am Dienstag sprechen.

7.50 Uhr: Nach den Terroranschlägen von Paris trifft sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft heute Mittag in Barsinghausen zur Vorbereitung auf das Testländerspiel gegen die Niederlande. "Jetzt sind wir gefordert, ein Signal zu setzen", sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch der ARD mit Blick auf die Partie am Dienstagabend (20.45 Uhr/ZDF) in Hannover. Angesichts der Ereignisse in Frankreich sei klar: "Sicherheit hat Prio 1", betonte Koch. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihr Kabinett wollen im Stadion dabei sein.

7.25 Uhr: Die Börse in Tokio hat in Reaktion auf die Terroranschläge in Paris und enttäuschende Konjunkturdaten für Japan nachgegeben. Der Nikkei  fiel um 203,22 Punkte oder gut 1 Prozent und ging beim Stand von 19.393,69 Zählern aus dem Handel. Die Regierung hatte zuvor bekanntgegeben, dass Japans Wirtschaft im zweiten Quartal in Folge geschrumpft ist. Ökonomen sprechen in diesem Fall von einer "technischen Rezession".

+++ News der Nacht +++ News der Nacht +++ News der Nacht +++

  • Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Rande des G20-Gipfels in der Türkei mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammengetroffen. Die beiden Politiker sprachen über die Entwicklung in Syrien, wie es in deutschen Delegationskreisen in der Nacht auf Montag hieß. Dabei sei es insbesondere um die Einschätzungen beider Seiten zum Ergebnis des jüngsten Außenministertreffens in Wien gegangen. Dort hatten die wichtigsten mit dem Thema befassten Länder, zu denen auch Deutschland und Russland zählen, einen Zeitplan zur Entschärfung des Bürgerkriegs in dem Land erarbeitet. Der Konflikt in Syrien, wo sich das Assad-Regime, Rebellen und der IS gegenüberstehen, gilt als eine der Hauptursachen für die Flüchtlingswelle in Europa. Russland hat sich auf die Seite von Machthaber Baschar al-Assad geschlagen, eine Koalition unter anderem aus USA und Frankreich unterstützt die Rebellen.

7.15 Uhr: Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser. Über die neuesten Entwicklungen nach den Anschlägen von Paris halten wir Sie auch heute mit diesem Ticker auf dem Laufenden.

Frankreich greift IS-Hochburg in Syrien an

Sonntag, 15. November, 22.15 Uhr: Frankreich greift laut der Nachrichtenagentur Reuters die IS-Miliz in Syrien an. Das Verteidigungsministerium erklärte, die Angriffe haben der IS-Hochburg Rakka gegolten. Ein Kommando- und Kontrollcenter sowie eine dschihadistische Rekrutierungseinheit , ein Munitionsdepot und ein Trainingscamp seien getroffen worden. Die Ziele seien ein IS-Trainingslager und ein Camp gewesen, das den Dschihadisten als Kommandozentrale und Waffenlager gedient habe, erklärte das französische Verteidigungsministerium. "Die beiden Ziele der Luftangriffe wurden zerstört", hieß es. Die Angriffe wurden rund 48 Stunden nach der Anschlagsserie von Paris geflogen. Frankreich fliegt seit September 2014 Luftangriffe gegen die IS-Dschihadisten im Irak und weitete den Einsatz im vergangenen September auf Syrien aus.

21.50 Uhr: Laut Nachrichtenagentur AP ist es womöglich zu einem schweren Polizeifehler gekommen: Nach den Anschlägen befragten die Ermittler eine Person, ließen sie aber wieder laufen. Nun zählt sie doch wieder zu den Verdächtigen. Demnach hätten alle Polizisten den Verdächtigen angehalten, seine Identität überprüft - und ihn dann weiterfahren lassen. Die vier Quellen sprachen AP gegenüber ohne ihren Namen preiszugeben, da sie nicht befugt sind, öffentlich über die Untersuchungen zu sprechen.

20.30 Uhr: Innenminister Thomas de Maizière warnt davor, dass möglicherweise noch mehrere Täter auf der Flucht seien. "Am besorgniserregendsten ist die Information, dass möglicherweise noch eine Tätergruppe in Frankreich unterwegs ist", sagte der CDU-Politiker im ZDF. Deswegen sei es richtig, die Kontrollen an der Grenze zu Frankreich zunächst beizubehalten. Die belgische Justiz schrieb am Sonntag einen 26-jährigen Verdächtigen international zur Fahndung aus. "Wir untersuchen mit Hochdruck alle möglichen Deutschland-Bezüge", so de Maizière. "Es wird jetzt jeder Stein umgedreht, ob es irgendeinen Bezug gibt."

18.15 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande will den nach den Anschlägen verhängten Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Parlamentskreise. Das Parlament müsste für eine Verlängerung über zwölf Tage hinaus ein Gesetz beschließen.

17.20 Uhr: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hält nach den Anschlägen von Paris die Ausrufung des Nato-Bündnisfalls für möglich. "Diese Entscheidung läge bei den Nato-Partnern, falls Frankreich einen entsprechenden Antrag stellt", sagte von der Leyen der "Passauer Neuen Presse". "Wir sind im engen Kontakt mit unseren französischen Freunden. Wir stehen fest an ihrer Seite", unterstrich die CDU-Politikerin. Das habe sie am Samstag in einem Telefonat auch ihrem französischen Kollegen Jean-Yves le Drian versichert. Nach den Nato-Statuten kann ein Angriff auf ein Nato-Land als Angriff auf alle Partner gewertet werden, was eine entsprechende Pflicht zur Unterstützung nach sich zieht. Von der Leyen sagte, es habe sich nicht allein um einen Anschlag auf Frankreich gehandelt, "sondern auf uns alle". "Es ging den Terroristen nicht um Symbole des Staates, sondern um Menschen, die leben wie wir - es ging ihnen um uns." Deutschland werde die Lage gemeinsam mit Frankreich und den verbündeten Nationen analysieren und dann geschlossen handeln.

16.50 Uhr: Frankreichs Premierminister Manuel Valls hat Politik und Gesellschaft zur Einigkeit aufgerufen. "Wir sind im Krieg", sagte Valls beim Besuch der Polizeipräfektur von Paris. "Was in einem Krieg unverzichtbar ist, ist eine heilige Union", sagte der Sozialist. "So widersteht ein großes Land, eine Demokratie mit unseren Werten dem Terrorismus, dieser Geist des Widerstands, diese Fähigkeit zur Einigkeit, diese heilige Union."

16.30 Uhr: In die Anschläge waren nach Ermittlerangaben drei Brüder verwickelt. Einer sei bei den Attentaten selbst ums Leben gekommen, während sich ein zweiter derzeit in Belgien in Polizeigewahrsam befinde, verlautete aus Ermittlerkreisen in der französischen Hauptstadt. Beim dritten Bruder sei nicht klar, ob er einer der Selbstmordattentäter war oder auf der Flucht ist.

16.05 Uhr: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird am Dienstag in Hannover das Testländerspiel gegen die Niederlande bestreiten. Das bestätigte der Deutsche Fußball-Bund nach Beratungen seiner Interimsführung mit der Sportlichen Leitung um Bundestrainer Joachim Löw. Als Zeichen gegen den Terror werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und sämtliche Kabinettsmitglieder dabei sein, wie die "Bild" berichtet. Vize-Kanzler Sigmar Gabriel sagte, er finde es "gut und richtig, dass das Länderspiel trotz der Attentate stattfindet. Gerade jetzt dürfen und werden wir nicht weichen".

15.30 Uhr: Die USA werden mit Frankreich zusammenarbeiten, um die Luftangriffe gegen den IS in Syrien und den Irak auszuweiten. Dies kündigte der Sicherheitsberater des US-Präsidialamts, Ben Rhodes, in einem NBC-Interview am Rande des G20-Gipfels an.

15.05 Uhr: Zwei der getöteten Attentäter von Paris lebten zuletzt im Großraum Brüssel. Es handele sich um Personen mit französischem Pass, wie die Brüsseler Staatsanwaltschaft nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga mitteilte. Weitere Details zu ihrer Identität gab es zunächst nicht. Bei der Anti-Terror-Razzia am Samstagabend im Brüsseler Stadtteil Molenbeek wurden nach jüngsten Angaben insgesamt sieben Personen festgenommen. Ob sie in die Anschläge verwickelt sind, wird zurzeit untersucht. Fahnder aus Frankreich unterstützten die Arbeit der belgischen Ermittler, hieß es.

Polizei in Brüssel: Zwei der Attentäter lebten zuletzt in der belgischen Hauptstadt

Polizei in Brüssel: Zwei der Attentäter lebten zuletzt in der belgischen Hauptstadt

Foto: AP/dpa

14.10 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck hat nach den Anschlägen in Paris von einem "Krieg" gesprochen. "Wir leben in Zeiten, in denen wir Opfer einer neuen Art von Krieg beklagen", sagte Gauck in der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag in Berlin. Frankreichs Präsident François Hollande hatte die Anschlagsserie mit 129 Toten zuvor als "Kriegsakt" bewertet.

13.15 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU haben für Montag um 12.00 Uhr alle Europäer zu einer Schweigeminute aufgerufen. "Das Gute ist stärker als das Böse", erklärten sie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit den EU-Institutionen. "Wir werden alles Notwendige tun, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bekämpfen." Die Anschläge von Paris würden als an Angriff gegen alle EU-Staaten gewertet.

12.35 Uhr: Nach dem Terroranschlag auf das Pariser Konzert der Eagles of Death Metal wird Anfang der Woche über den Tourplan der Band in Deutschland entschieden. "Wir erwarten am Montag Nachricht vom Management", sagte eine Sprecherin von Marek Lieberberg, dem deutschen Konzertveranstalter der US-Band. In Deutschland sind Auftritte in Köln (17.11.), München (19.11.) und Bremen (22.11.) angesetzt. "Es ist der Band zu überlassen, ob sie diese Konzerte spielen will", sagte Marek Lieberberg. Einige Crewmitglieder der Band gelten demnach immer noch als vermisst. "Man muss befürchten, dass sie leider Opfer dieser verabscheuungswürdigen Angriffe geworden sind." Vor dem Hintergrund der Anschläge hatte zuletzt die Rockband Foo Fighters ihre Europatournee abgebrochen (siehe unten).

12.15 Uhr: In dem schwarzen Seat, den die Polizei in einem Vorort östlich von Paris sichergestellt hat, sind nach übereinstimmenden Medienberichten drei Kalaschnikows entdeckt worden. Diese Sturmgewehre hatten die Terroristen bei den Überfallen in Paris verwendet.

12 Uhr: Wie wirken sich die Anschläge auf die weltweiten Börsen aus? Experten rechnen mit Verlusten. Sämtliche Handelsplätze - auch die französischen - sollen am Montag wie gewohnt öffnen.

Eagles of Death Metal im Pariser "Bataclan", kurz vor dem Anschlag: Crew-Mitglieder auch am Sonntag noch vermisst

Eagles of Death Metal im Pariser "Bataclan", kurz vor dem Anschlag: Crew-Mitglieder auch am Sonntag noch vermisst

Foto: Marion Ruszniewski/ AFP

11.20 Uhr: Bei den Attentaten von Paris ist auch ein Deutscher getötet worden. "Wir müssen leider bestätigen, dass unter den Todesopfern der Anschläge von Paris auch ein deutscher Staatsangehöriger ist", teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin mit. Aus dem Außenministerium hieß es weiter, der Krisenstab und die Botschaft Paris seien in engem Kontakt mit den französischen Behörden. Die Identifizierung der Opfer sei noch nicht vollständig abgeschlossen. Es lägen auch noch keine vollständigen Angaben über die Identitäten der Verletzten vor. Bei den Attentaten waren nach letztem Stand 129 Menschen getötet und mehr als 350 verletzt worden.

10.45 Uhr: Die Anschläge müssen aus Sicht der CSU zu einer schärferen Kontrolle der nach Deutschland und Europa kommenden Flüchtlinge führen. "Der Kontinent muss sich besser schützen vor Feinden, die vor nichts zurückschrecken", sagte der bayerische Finanzminister Markus Söder der "Welt am Sonntag". "Die Zeit unkontrollierter Zuwanderung und illegaler Einwanderung kann so nicht weitergehen. Paris ändert alles." Söder forderte erneute eine Begrenzung des Zuzugs nach Deutschland. Auf die Frage, welche Zahl Deutschland jährlich verkraften könne, antwortete er: "Eine Million ist viel zu viel. Vorstellbar ist allenfalls eine geordnete Zuwanderung von 200.000 bis 300.000 Menschen. Mehr können wir nicht sinnvoll integrieren."

10.35 Uhr: Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz und Münchner Kardinal Reinhard Marx warnt angesichts der Anschläge vor einer Gewaltspirale. "Gewalt wird nicht durch Gewalt überwunden", sagte Marx in seiner Predigt im Freisinger Mariendom. "Das heißt nicht, dass man sich nicht verteidigen darf, aber auch die Gewalt der Verteidigung wird nie die Erlösung sein." Der Kardinal erinnerte dabei an die Aussöhnung nach dem Zweiten Weltkrieg. "Es gibt keine Möglichkeit zur Heilung der Welt, wenn wir die Kräfte der Liebe und Versöhnung nicht mobilisieren." Bleibt die Frage: Ist eine Aussöhnung mit dem Islamischen Staat, der sich angeblich zu den Anschlägen bekannt hat, überhaupt möglich?

9.40 Uhr: Sechs Angehörige eines der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal Bataclan haben Ermittler in Polizeigewahrsam genommen. Das berichtet der französische Fernsehsender BFMTV. Die Befragung von Angehörigen gehört in solchen Fällen zu den Ermittlungen. Ob zwei bereits festgenommene Angehörige (siehe unten) in der Zahl enthalten sind, war zunächst unklar.

9.30 Uhr: Bei dem gefundenen Auto handelt es sich um einen schwarzen Seat. Er ist nach Einschätzung der Ermittler von den Terroristen benutzt worden, die vor mehreren Cafés und Restaurants wahllos Menschen erschossen. Unklar blieb, ob der oder die Täter weiter auf der Flucht sind, oder bereits am Samstag in Belgien gefasst wurden (siehe unten).

9 Uhr: Französische Ermittler haben ein zweites Auto der Attentäter von Paris östlich der französischen Hauptstadt gefunden. Nach Einschätzung der Ermittler bedeute dies, dass einem der drei Terrorkommandos die Flucht gelungen sei, berichtete der französische Sender Europe 1 am Sonntag.

+++ News der Nacht +++ News der Nacht +++ News der Nacht +++

  • In französischen Justizkreisen wird bestätigt, dass Personen aus dem Umfeld der Attentäter festgenommen worden seien und verhört werden. Unklar ist zunächst, ob es sich um Bruder und Vater eines der Angreifer auf die Konzerthalle Bataclan handelt.
  • Russland geht davon aus, dass die Nato nach den Anschlägen ihre Prioritäten ändern wird. Der Schock von Paris werde vermutlich zu einem Umdenken bei den Regierungen in Washington und anderen Nato-Ländern führen, antwortete der stellvertretende russische Verteidigungsminister Sergej Rjabakow vor Beginn des G20-Gipfels im türkischen Antalya auf die Frage, ob Russland und die USA nach den Anschlägen enger zusammenrücken würden.
  • Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat die Terroranschläge für ein Plädoyer für laxere Waffengesetze genutzt. "Niemand hatte Waffen, und sie (die Angreifer) haben einfach einen nach dem anderen erschossen", sagte der 69-Jährige laut US-Medienberichten. Wenn die Menschen hätten Waffen tragen dürfen wie in den USA, dann wäre die Situation ganz anders verlaufen.
  • Die Foo Fighters brechen ihre Europatournee ab. "Mit großer Trauer und tief empfundener Sorge für jeden in Paris sehen wir uns gezwungen, den Rest unserer Tour abzusagen", erklärte die US-Rockband. Eigentlich wollte sie nach einem Konzert am Samstag in Turin am Montag in Paris und anschließend noch in Lyon und Barcelona spielen. "Im Lichte dieser sinnlosen Gewalt, der Schließung von Grenzen, der internationalen Trauer, können wir jetzt nicht weitermachen", hieß es weiter. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei jedem, der verletzt wurde oder einen Lieben verloren hat."

8.55 Uhr: Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser. Über die neuesten Entwicklungen nach den Anschlägen von Paris halten wir Sie auch heute mit diesem Ticker auf dem Laufenden.

Attentäter hatte Ticket für Länderspiel Frankreich-Deutschland

Samstag, 14. November, 22.32 Uhr: Geschätzte Leserinnen und Leser, für heute beenden wir unsere Live- Berichterstattung über die Folgen des Terror-Anschlags von Paris. Für aktuelle Informationen in der Nacht empfehlen wir das Angebot unserer Kollegen von Spiegel Online. Morgen sind wir dann wieder für Sie da. Wir wünschen Ihnen eine friedvolle Nacht. Au revoir.

22.20 Uhr: Entwarnung vom Innenministerium: Der Polizeieinsatz rund um den Eiffelturm und das Pullman-Hotel fußte auf einem falschen Alarm.

22.10 Uhr: Zumindest einer der sieben Attentäter von Paris hatte ein Ticket für das Länderspiel Frankreich-Deutschland, meldet das "Wall Street Journal". Dem Bericht zufolge habe der Mann etwa eine Viertelstunde nach Spielbeginn versucht, mit dem Ticket die Einlasskontrollen zum Stade de France zu passieren. Als ein Wachmann die Sprengstoffweste des Täters entdeckte und ihm den Zugang verweigerte, sei der Täter geflohen und habe den Sprengsatz gezündet. Die Zeitung beruft sich auf Angaben der französischen Polizei und eines anderen Wachmanns.

21.55 Uhr: Reuters meldet: Die Gegend um den Eiffelturm wird evakuiert, große Polizei-Aktivität rund um den touristischen Anziehungspunkt.

Frankreichs Präsident Francois Hollande in seiner Rede zur Lage der Nation

Frankreichs Präsident Francois Hollande in seiner Rede zur Lage der Nation

Foto: Christelle Alix/ dpa

21.10 Uhr: Frankreich will auch nach den Anschlägen den IS weiter in Syrien aus der Luft angreifen. Das kündigt Ministerpräsident Manuel Valls an.

21.05 Uhr: Alle Fluggesellschaften müssen für Flüge nach Frankreich überprüfen, dass die Passagiere mit gültigen Ausweispapieren reisen. Die von der europäischen Flugaufsichtsbehörde Eurocontrol erlassene Anweisung sieht Strafzahlungen von 5000 Euro für jeden nicht kontrollierten Passagier vor. Die Anweisung gilt auch für den Schengen-Raum, in dem Grenzkontrollen weitgehend abgeschafft sind.

21.00 Uhr: Nach den Anschlägen in Paris mit mindestens 129 Toten hat die belgische Polizei mehrere Menschen verhaftet. Die Aktion stehe im Zusammenhang mit einem Auto mit belgischem Nummernschild, teilte Justizminister Koen Geens am Samstag über Twitter mit. Augenzeugen hatten das Fahrzeug in der Nähe der Konzerthalle Bataclan gesehen, wo vier Bewaffnete am Freitagabend 89 Menschen erschossen hatten. Die Polizei durchsuchte mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtviertel Molenbeek, wie der Sender RTBF im Internet unter Berufung auf einen Insider berichtete. Fünf Menschen seien festgenommen worden. Die Ermittlungen dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft an. Die Extremistenorganisation Islamischer Staat hatte sich zu den Anschlägen bekannt. Die Person, die das Auto gemietet habe, sei nahe der belgischen Grenze festgehalten worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft mit. Insgesamt habe es drei Angreifer-Teams gegeben.

20.30 Uhr: Im Fall des in bayrischen Rosenheim verhafteten mutmaßlichen Terroristen und eventuellen Komplizen der Pariser Attentäter (siehe unten) teilte das bayerische Landeskriminalamt weitere Details mit: Der Verdächtige sei 51 Jahre alt und stamme aus Montenegro. In seinem Auto seien acht Maschinenpistolen, ein Revolver und zwei weitere Pistolen gefunden worden.

19 Uhr: Die französische Staatsanwaltschaft korrigiert in einer Pressemitteilung die vorläufige Zahl der Toten auf 129. Bisher waren die Behörden von 128 Toten ausgegangen. Die Zahl der Verletzten wurde mit 352 angegeben; 99 von ihnen befinden sich nach Angaben von Staatsanwalt François Molins in kritischem Zustand.

18.00 Uhr: Die EU kündigt eine Verschärfung der gemeinsamen Terrorbekämpfung an. "Das ist ein Angriff auf uns alle", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs und der EU-Institutionen. "Wir werden dieser Bedrohung mit allen Mitteln und schonungsloser Entschlossenheit entgegentreten." Alles, was auf europäischer Ebene möglich sei, um die Sicherheit Frankreichs zu gewährleisten, werde unternommen. "Wir werden tun, was nötig ist, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bezwingen."

17.45 Uhr: Die belgische Polizei hat Medienberichten zufolge in Brüssel nach Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris einen Mann festgenommen. Näheres wurde noch nicht bekannt.

17.25 Uhr: Die britische Regierung überprüft ihre Sicherheitskonzepte. Es solle sichergestellt werden, dass die Lehren aus den Anschlägen von Paris gezogen würden, teilt ein Sprecher von Premierminister David Cameron mit. Die Polizei habe die Sicherheitsvorkehrungen erhöht, und die Grenzschützer arbeiteten eng mit ihren Kollegen aus Frankreich zusammen, das die Grenzkontrollen verschärft hat.

17.20 Uhr: Das Pentagon meldet, dass US-Streitkräfte neue Luftangriffe in Libyen fliegen. Ziele der Angriffe seien IS-Führungspersonen.

17.18 Uhr: Papst Franziskus hat die Terroranschläge von Paris scharf verurteilt und den Hinterbliebenen sein Mitgefühl ausgesprochen. "Es gibt keine Rechtfertigung für solche Taten. Das ist nicht menschlich", sagte der Argentinier dem Sender TV2000 der italienischen Bischofskonferenz. Auf die Frage, ob damit der Dritte Weltkrieg in Stücken fortgesetzt werde, vor dem Franziskus bereits oft gewarnt hatte, sagte er: "Das ist ein Teil davon." Er sei bestürzt und bete für das französische Volk und die Familien der Opfer, ergänzte der Papst.

17.15 Uhr: In der Union wird überlegt, ob neben Polizei und Geheimdiensten auch die Bundeswehr eine Rolle im Kampf gegen islamistischen Terror spielen könnte. Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Henning Otte, erklärte am Samstag, alle verfügbaren Mittel müssten in Betracht gezogen werden. Die Bundeswehr hat im Inland keine hoheitlichen Zwangs- und Eingriffsbefugnisse, sie kann also keine Polizeiaufgaben übernehmen.

16.50 Uhr: Einer der Angreifer auf das Konzerthaus Bataclan war französischer Staatsbürger. Er sei für seine Beziehungen zu islamistischen Extremisten bereits der Polizei bekannt gewesen, heißt es in Ermittlerkreisen.

16.15 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere appelliert außerdem an Politiker und Bevölkerung, "keinen Bogen" zwischen den Pariser Anschlägen und der Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen zu schlagen. Zugleich gab er bekannt, dass die Flug- und Zugverbindungen von und nach Frankreich seit der Nacht verstärkt kontrolliert werden.

16.10 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht auch Deutschland nach den Anschlägen von Paris weiter im Visier des internationalen Terrorismus. "Die Lage ist ernst. Jetzt gilt es, zusammenzustehen in Regierung und Parlament, in der Bevölkerung und in Europa", sagte er am Samstag nach einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und anderen Ministern zu Konsequenzen aus den Terrorattacken von Paris. "Auch Deutschland steht unverändert stark im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus."

15.55 Uhr: Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen nach den Terroranschlägen laut Innenminister de Maizière mit Hochdruck möglichen Bezügen nach Deutschland nach. Er verwies auf den Fall eines 51 Jahre alten Autofahrers, der auf dem Weg nach Paris vor gut einer Woche in Oberbayern mit einem umfangreichen Waffen-Arsenal aufgeflogen war. Der Fall werde gerade aufgeklärt, betonte der Minister. "Es gibt einen Bezug nach Frankreich, aber es steht nicht fest, ob es einen Bezug zu diesem Anschlag gibt." Auf dem Navigationsgerät des Mannes habe man eine Adresse in Paris gefunden.

15.15 Uhr: Italien hat seine Grenzkontrollen und Sicherheitsvorkehrungen im gesamten Land verschärft. "Wir haben zwei grundlegende Entscheidungen getroffen: eine Verstärkung der Kontrollen im Land und der Kontrollen an den Grenzen", sagte Innenminister Angelino Alfano nach einem Treffen des Sicherheitsrates in Rom. Insbesondere die Kontrollen an der Grenze zu Frankreich seien verschärft worden, erklärte er. Die Alarmstufe innerhalb des ganzen Landes wurde zudem auf das zweithöchste Level angehoben, das auch den schnellen Einsatz von Sondereinsatzkräften des Militärs erlaubt. "Wir haben zudem ab sofort 700 Soldaten für Rom zur Verfügung gestellt", sagte Alfano.

Die Regierung von Spanien hat ebenfalls eine Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen beschlossen, den Terror-Alarm aber vorerst weiter auf der zweithöchsten Stufe gelassen. Die Sicherheit solle "in einigen Bereichen" erhöht werden, sagte Innenminister Jorge Fernández Díaz nach einer Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Madrid. Unter Hinweis auf die nötige Vorsicht wollte er vor Journalisten aber keine Details verraten. Ein Behördensprecher in Navarra verriet der Nachrichtenagentur efe, die Präsenz an der 143 Kilometer langen Grenze zwischen der Autonomen Gemeinschaft und Frankreich solle durch Einheiten der Bereitschaftspolizei UIP deutlich verstärkt werden. Ähnliche Aktionen werden nach Medienberichten an der gesamten, rund 656 Kilometer langen gemeinsamen Grenze zu Frankreich erwartet.

14.55 Uhr: Einer der mutmaßlichen Attentäter in der Pariser Konzerthalle "Bataclan" ist identifiziert worden. Es handele sich um einen Franzosen, der dem Geheimdienst bekannt war, hieß es aus Ermittlerkreisen.

14 Uhr: Frankreich will der Opfer der blutigen Terroranschläge am Montagmittag mit einer Schweigeminute gedenken. Die Flaggen sollen auf Halbmast gesetzt werden, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Umgebung des Premierministers Manuel Valls meldete. Zuvor hatte Präsident François Hollande bereits eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

13.35 Uhr: Nahe einem der Attentäter von Paris ist nach Angaben aus Polizeikreisen ein syrischer Pass gefunden worden. Der Pass sei in der Nähe der Leiche entdeckt worden, sagte ein Polizeivertreter. Laut Polizeikreisen gehen die Ermittler zusammen mit französischen und ausländischen Geheimdiensten derzeit einer "syrischen Spur" nach.

13.05 Uhr: Im Kanzleramt soll zur Stunde ein Krisentreffen des Sicherheitskabinetts stattfinden. Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel ging es darum, die Lage in Frankreich und alle damit verbunden Fragen zu erörtern. Unmittelbar vorher telefonierte Merkel mit Frankreichs Staatschef François Hollande. Deutschland stehe fest an der Seite Frankreichs und werde Paris bei der Bekämpfung des Terrorismus jede gewünschte Unterstützung zukommen lassen, versicherte sie dem Präsidenten.

Zuvor war Bundesinnenminister Thomas de Maizière mit den Chefs der Sicherheitsbehörden zusammengekommen. Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, die Gefährdungslage in Deutschland sei hoch. Deutschland stehe unverändert im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus. Weiter betonte sie, die Sicherheitsbehörden von Bund und Ländern analysierten kontinuierlich die Lage in Deutschland und stünden im engen Austausch mit den französischen Behörden.

13 Uhr: Die Anschläge stellen nach Expertenansicht eine neue Dimension des Terrorismus dar. Es handele sich um eine koordinierte Aktion und eine synchrone Anschlagsserie einer ganzen Zelle, sagte der Terrorexperte Rolf Tophoven der dpa. Das operative Vorgehen der Terroristen zeige zunehmend "kriegsmäßige Planungen", bei dem die Täter an mehreren Orten gleichzeitig zuschlagen.

Die Anschläge seien nach den ersten Erkenntnissen wohl eindeutig von der Terrormiliz IS inspiriert. "Das passt klar in das IS-Modell", sagte Tophoven. "Frankreich ist aktiv in der Koalition gegen den Islamischen Staat." Es habe schon mehrere schwere Attacken auf das Land gegeben. "Frankreich ist permanent im Visier von Terroristen." Aber auch Deutschland stehe nach wie vor im Fadenkreuz des Terrorismus. "Das kann jederzeit auch bei uns passieren."

12.55 Uhr: Der frühere Nato-General Egon Ramms hält die Ausrufung eines Nato-Bündnisfalls nicht mehr für ausgeschlossen. "Eine ähnliche Situation hat im Jahr 2001 zum Bündnisfall geführt. Der Nato-Rat müsste auf Antrag von Frankreich entscheiden, ob das nach den Anschlägen von Paris jetzt auch der Fall ist", sagt Ramms der "Bild".

12.45 Uhr: Frankreich hat den Ausnahmezustand verhängt - was heißt das? Der Ausnahmezustand ermöglicht unter anderem Ausgangssperren, Wohnungsdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss und Hausarrest für Menschen, deren "Aktivität" als "gefährlich für die Sicherheit und die öffentliche Ordnung" angesehen wird. Außerdem können Versammlungsverbote verhängt und Konzertsäle und Kinos geschlossen werden. Der Ausnahmezustand kann zunächst für höchstens zwölf Tage verhängt werden, eine Verlängerung muss per Gesetz gebilligt werden. Seit Verabschiedung des Gesetzes 1955 wurde der Ausnahmezustand nur zwei Mal verhängt: 1985 nach politischen Unruhen auf der zu Frankreich gehörenden Inselgruppe Neukaledonien und 2005 nach schweren Vorstadt-Krawallen in Frankreich. Nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris im Januar dieses Jahres mit 17 Todesopfern wurde der Ausnahmezustand nicht verhängt.

IS-Kämpfer im Irak: Angriff auf die "Hauptstadt der Unzucht und Laster"

IS-Kämpfer im Irak: Angriff auf die "Hauptstadt der Unzucht und Laster"

Foto: STRINGER/IRAQ/ REUTERS

12.20 Uhr: Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich in einer zunächst nicht verifizierbaren Erklärung zu den Anschlägen bekannt. "Eine treue Gruppe der Armee des Kalifats [...] griff die Hauptstadt der Unzucht und Laster an", hieß es in einer im Internet kursierenden Botschaft im Namen des IS. Es seien Sprengstoffgürtel und Maschinenpistolen eingesetzt worden. In dem Schreiben wurden neue Drohungen ausgesprochen: Frankreich werde ganz oben auf der Liste der Ziele bleiben, hieß es. Zugleich wurde indirekt auf die französischen Luftangriffe auf den IS verwiesen: Der Geruch des Todes werde ihre Nasen nicht verlassen, solange sie den Propheten beleidigten und Muslime im Land des Kalifats angriffen.

11.40 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin ruft die internationale Gemeinschaft zum gemeinsamen "Kampf gegen den Teufel" auf. "Diese Tragödie ist ein erneuter Beweis für die Barbarei des Terrorismus, der eine Herausforderung für die menschliche Zivilisation ist", hieß es in einem vom Kreml veröffentlichten Beileidstelegramm Putins an den französischen Präsidenten François Hollande. "Die internationale Gemeinschaft muss sich zu einem effektiven Kampf gegen den Teufel vereinen." Russland hat sich in den Syrien-Krieg eingemischt und sich auf die Seite von Machthaber Baschar al-Assad, seines langjährigen Verbündeten, gestellt. Seit Monaten bombardieren russische Jets vor allem Stellungen der Rebellen in dem Land, während die USA mit ihren Verbündeten, darunter Frankreich, gegen den immer weiter vorrückenden IS kämpfen.

Frankreichs Präsident François Hollande spricht von einem "Kriegsakt" des IS

Frankreichs Präsident François Hollande spricht von einem "Kriegsakt" des IS

Foto: CHRISTELLE ALIX/ AFP

11.30 Uhr: Die Anschläge von Paris gehen nach den Worten des französischen Präsidenten François Hollande auf das Konto der Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS). Es handele sich um einen "Kriegsakt", sagte Hollande. Die Anschläge seien im Ausland mit Hilfe aus Frankreich organisiert worden. Kurz zuvor hatte der IS ein Video mit einem Terroraufruf gegen Frankreich veröffentlicht.

11.05 Uhr: Ging es bei den Terroranschlägen in Paris um Syrien? Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat ein Video veröffentlicht, in dem zu Anschlägen in Frankreich aufgerufen wird. In der Aufzeichnung ist ein bärtiger, arabisch sprechender Mann zu sehen, der französische Muslime auffordert, Anschläge zu verüben. "Solange ihr uns weiter bombardiert, werdet ihr nicht in Frieden leben können", sagte der Mann mit Verweis auf französische Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien. "Ihr werdet sogar Angst haben, auf einen Markt zu gehen." Das Video wurde vom Sprachrohr der Islamisten, dem, Al-Hayat-Medien-Zentrum veröffentlicht. Die Aufzeichnung selbst war nicht datiert.

IS-Kämpfer in Syrien: Die Terrororganisation versucht scheinbar selbst, sich mit den Anschlägen von Paris in Verbindung zu bringen

IS-Kämpfer in Syrien: Die Terrororganisation versucht scheinbar selbst, sich mit den Anschlägen von Paris in Verbindung zu bringen

Foto: AP/ Islamistische Propagandawebsite

Derweil hat in Wien die Syrienkonferenz begonnen. Die Außenminister und Vertreter aus 17 Staaten wollen erneut erste Schritte für einen Ausweg aus dem Bürgerkrieg suchen. Darunter sind die fünf UN-Vetomächte, Deutschland, der Iran und Saudi-Arabien. Das Treffen gilt als der bisher ernsthafteste diplomatische Versuch zur Beilegung des Syrienkriegs. Allerdings streiten die Staaten unter anderem über die Rolle des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in dem Prozess. Der Bürgerkrieg mit bisher 250.000 Toten ist einer der Hauptgründe für die Flüchtlingskrise.

10.50 Uhr: Fahnder der Polizei im bayerischen Rosenheim haben nach Informationen des Bayerischen Rundfunks vor wenigen Tagen einen Mann aus Montenegro festgenommen, der vermutlich zum Kreis der Attentäter von Paris gehörte. Der 51-Jährige sei mit seinem VW-Golf auf der Autobahn Salzburg-München bei Bad Feilnbach von Schleierfahndern kontrolliert worden. Bei der genauen Untersuchung seines Autos hätten die Polizisten ein Versteck gefunden, in dem sich mehrere Pistolen, Revolver, Munition, Maschinenpistolen sowie einige Kilogramm TNT-Sprengstoff befunden hätten.

Unmittelbar nach der Festnahme habe das Bayerische Landeskriminalamt mit den französischen Behörden Kontakt aufgenommen und sie über Details informiert. Aus den sichergestellten Unterlagen hätten sich erhebliche Anzeichen dafür ergeben, dass der Mann auf dem Weg nach Paris gewesen sei, berichtete der Radiosender unter Berufung auf Ermittlerkreise.

10.45 Uhr: Bei den Anschlägen sind nach vorläufigen Angaben der Ermittler 128 Menschen getötet worden. 99 Menschen befänden sich in einem kritischen Zustand.

Krisentreffen im Kanzleramt: "Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris", sagte Angela Merkel heute Nacht

Krisentreffen im Kanzleramt: "Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris", sagte Angela Merkel heute Nacht

Foto: AFP

10.30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei einem Krisentreffen mit ihren zuständigen Ministern über mögliche Konsequenzen beraten. Nach dpa-Informationen ist die Sitzung für 13.00 Uhr im Kanzleramt angesetzt. Daran sollen unter anderem Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU), Innenminister Thomas de Maizière (CDU), der Chef des Bundeskanzleramtes, Peter Altmaier (CDU) und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) teilnehmen.

10.15 Uhr: Die Rockband, bei deren Konzert am Freitagabend im Pariser "Bataclan" die Anschläge passierten, heißt "Eagles of Death Metal". Es handelt sich dabei um ein Nebenprojekt von Josh Homme, Frontmann der "Queens of the Stone Age". Auf ihrer Facebook-Seite  schreibt die Band, sie stelle derzeit sicher, dass alle Band- und Crew-Mitglieder in Sicherheit seien. Die Anteilnahme der Facebook-Gemeinde ist riesengroß: Gut 13.000 Nutzer haben den Eintrag bereits kommentiert. 

10 Uhr: Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf ein Konzert, und plötzlich schießt jemand um sich ... Einen erschütternden Augenzeugenbericht aus dem Pariser Musik-Club "Bataclan" lesen Sie hier.

Evakuierung des Pariser Musik-Clubs "Bataclan": Was ein ausgelassener Abend werden sollte, endete in einem Blutbad

Evakuierung des Pariser Musik-Clubs "Bataclan": Was ein ausgelassener Abend werden sollte, endete in einem Blutbad

Foto: Yoan Valat/ dpa

9.30 Uhr: Liebe Leserin, lieber Leser, zu den Entwicklungen nach den verheerenden Anschlägen in Paris halten wir Sie mit diesem Nachrichten-Ticker auf dem Laufenden. Lesen Sie zunächst, was in der vergangenen Nacht geschah.

+++ News der Nacht +++ News der Nacht +++ News der Nacht +++

  • Bei einer beispiellosen Terrorserie in Paris mit mehreren fast zeitgleichen Anschlägen sind mindestens 120 Menschen getötet worden. Mehr als 200 wurden zum Teil schwer verletzt. Die Attentäter schossen am Freitagabend an verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt um sich und zündeten mehrere Bomben.
  • Präsident François Hollande rief in einer Fernsehsprache an die Nation den Ausnahmezustand aus und versetzte die Armee in Alarmbereitschaft. Zugleich sagte er dem Terrorismus "erbarmungslosen" Kampf an. Die Grenzkontrollen wurden verstärkt - auch mit Blick auf den Weltklimagipfel, zu dem Paris Ende des Monats Spitzenpolitiker aus aller Welt erwartet. Entgegen ersten Ankündigungen blieben die Grenzen aber geöffnet.
  • Die genauen Hintergründe der Angriffe waren auch nach Stunden noch unklar. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Terrorismus ein. Befürchtet wurde, dass sich Attentäter oder Komplizen noch auf freiem Fuß befinden könnten. Nach Polizeiangaben starben mindestens acht Angreifer. Mit einer Ausnahme sprengten sich alle selbst in die Luft. Ein Terrorist wurde von der Polizei erschossen.
  • Nach bisherigen Erkenntnissen begannen die Anschläge kurz nach 21.00 Uhr an sechs verschiedenen Orten der französischen Hauptstadt.
  • Ziel war vor allem der Musik-Club "Bataclan", dort starben mindestens 80 Menschen. Nach Augenzeugenberichten waren mehrere unmaskierte Männer in den ausverkauften Saal gestürmt, wo gerade die US-Rockband "Eagles of Death Metal" auftrat. Mit Maschinengewehren schossen sie mehr als 10 Minuten wild um sich. Der Boden war anschließend übersät mit Leichen.
  • Im Café "Le Carillon" gab es mindestens 14 Tote, im Café "La Belle Équipe" mindestens 18 Tote.
  • Vier Tote gab es in der Nähe des Stadions Stade de France, wo gerade das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Frankreich stattfand.
  • Präsident Hollande wandte sich noch während der Anschläge übers Fernsehen an seine Landsleute. In einer Rede an die Nation sagte er: "Die Terroristen wollen uns in Angst und Schrecken versetzen. Man kann Angst haben, man kann Schrecken verspüren. Aber dem Entsetzen steht eine Nation gegenüber, die weiß, wie sie sich verteidigt. Die weiß, wie sie ihre Kräfte sammelt. Und die einmal mehr wissen wird, wie sie die Terroristen besiegen wird."
  • Die Anschlagsserie löste weltweit Entsetzen aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck äußerten ihre tiefe Erschütterung. Merkel sagte: "Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris."
  • US-Präsident Barack Obama verurteilte die Anschläge als "abscheulichen Versuch", die Welt zu terrorisieren. "Wir werden tun, was immer auch getan werden muss, um diese Terroristen zur Verantwortung zu ziehen." Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, sprach ebenfalls von "abscheulichen Terrorakten".
  • Mit mindestens 120 Toten ist dies die schlimmste Terrorserie in Europa seit mehr als zehn Jahren. Im März 2004 waren bei mehreren Anschlägen auf Züge in Madrid 191 Menschen getötet und annähernd 2000 verletzt. Die Anschläge gingen auf das Konto von islamistischen Terroristen. Erst vor zehn Monaten hatte ein brutaler Überfall von islamistischen Terroristen auf die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt das Land erschüttert.
ts / la /soc mit Agenturen und Spiegel Online
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