Mittwoch, 13. November 2019

Solarcity Tesla und Walmart legen Streit um brennende Solardächer bei

Tesla-Chef Elon Musk: Die Übernahme des Solarmodul-Herstellers Solar City hat Musk nicht nur Beifall eingebracht

Der US-Einzelhandelsriese Wal-Mart Börsen-Chart zeigen und der Elektroauto-Hersteller Tesla Börsen-Chart zeigen haben ihren Rechtsstreit wegen brennender Solaranlagen beigelegt. Das erklärten die beiden Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung, ohne sich zu den Einzelheiten der Einigung zu äußern.

Walmart hat etwa 240 Supermärkte mit Solaranlagen von SolarCity ausgestattet, das 2016 von Tesla übernommen worden war. Im August verklagte der Einzelhandelsriese Tesla Börsen-Chart zeigen , da nach jahrelanger Vernachlässigung Solaranlagen Feuer ausgelöst hätten. Tesla habe die Anlagen entworfen, installiert und versprochen, sie auf den Dächern Hunderter Walmart-Supermärkte sicher zu betreiben.

Tesla-Chef Elon Musk hatte zuvor kräftig die Werbetrommel für seine Solarunternehmung gerührt. Auf Twitter kündigte er jüngst ein neues Mietprogramm für seine Solaranlagen an. Das sei, schrieb er, "als hätte man einen Gelddrucker auf dem Dach".

Teslas milliardenteures Investment bleibt weit hinter Erwartungen zurück

Tesla hatte 2016 rund 2,6 Milliarden Dollar für Solarcity bezahlt. Zusammen mit Panasonic wollte man in der Gigafactory 2 Komponenten für innovative Solardächer produzieren. Tesla-Chef Elon Musk sprach seinerzeit von einer "idealen Verbindung". Die Übernahme schaffe den einzigen vollintegrierten Energiekonzern der Welt, mit Nachhaltigkeit aus einer Hand: Stromerzeugung und Energiespeicher von Solarcity, umweltschonender Transport mit dem Elektroauto von Tesla. Als "einzigartige Kombination, die übertrifft, was jedes andere Unternehmen bieten kann", schwärmte und tönte Musk seinerzeit.

Doch stieß der Deal schon damals auf Kritik und Widerstand. Aus zweierlei Gründen:

Zum einen arbeitete das Unternehmen, das auch sogenannte "Powerwall"-Akkus als Energiespeicher für Eigenheime und Solar-Dachziegel anbietet, immer noch defizitär und liegt weit hinter den Erwartungen. Statt wie geplant 73 Megawatt, installierte Solarcity im ersten Quartal 2019 lediglich 47 Megawatt und fiel damit deutlich hinter die Konkurrenten Sunrun und Vivint zurück.

Eingesparte Mitarbeiter, weniger Service

In Berichten ist zudem davon die Rede, dass Mitarbeiter aus Kostengründen eingespart und somit auch die Serviceleistungen eingedampft wurden. So manche notwendige Arbeit zum Betrieb und Kontrolle der Solaranalgen müssten die Kunden selbst erledigen.

Zum anderen warfen Kritiker Musk damals schon Interessenkonflikte und Vetternwirtschaft vor, da er zugleich größter Anteilseigner und Verwaltungsratschef bei Solarcity ist. Musk gilt als Geburtshelfer der von Cousins gegründeten und geführten Firma. Der Großinvestor Jim Chanos bezeichnete den Deal seinerzeit daher als "schlimmstes Beispiel für schamlose Unternehmensführung". Die "New York Times" geißelte den den Deal in einer Kolumne als "inzestuös" und stark von Interessenkonflikten behaftet.

la/rei/reuters

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