Montag, 16. September 2019

Übernahmeangebot liegt auf dem Tisch Scout24-Aktionäre müssen sich bis Mai entscheiden

Der Online-Marktplatzbetreiber Scout24 könnte bald einen neuen Eigentümer bekommen

Die bislang größte Übernahme eines börsennotierten Unternehmens durch Private-Equitiy-Investoren läuft an. Die Finanzinvestoren Blackstone und Hellman & Friedmann bieten 46 Euro je Aktie des Online-Marktplatzes Scout24. Die Angebotsfrist endet am 9. Mai.

Die Finanzinvestoren Blackstone und Hellman & Friedman haben ihr milliardenschweres Übernahmeangebot für den Anzeigenportal-Betreiber Scout24 auf den Tisch gelegt. Die im Februar angekündigte Offerte von 46 Euro je Aktie laufe bis zum 9. Mai, teilten die beiden Beteiligungsgesellschaften mit.

Kommt der Deal zustande, wäre es mit 5,7 Milliarden Euro die bislang größte Übernahme eines börsennotierten Unternehmens in Deutschland durch Private Equity. Zur Bedingung haben die beiden Bieter gemacht, dass ihnen aus dem Kreis der gegenwärtigen Anteilseigner mehr als 50 Prozent der Aktien angedient werden.

Nach einer Übernahme wollen die Investoren den Münchner Anzeigenportal-Betreiber erwartungsgemäß auch durch Zukäufe stärken. "Als strategische Partner wollen Hellman & Friedman und Blackstone das Managementteam von Scout24 dabei unterstützen, das organische und anorganische Wachstum voranzutreiben", heißt es in der Mitteilung. Dazu solle in bestehende Plattformen und Produktentwicklungen investiert werden. Die Münchner betreiben Deutschlands größten Wohnungs- und Häuservermittler Immobilienscout24 sowie die Portale Autoscout24 und Financescout24.


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An der womöglich bald zum Verkauf stehenden Ebay-Kleinanzeigen-Sparte interessiert Scout24 vor allem Mobile.de, die Nummer eins in Deutschland für Gebrauchtwagen-Anzeigen vor der Scout-Tochter Autoscout24.

Scout24-Vorstandschef Tobias Hartmann hatte zu Wochenbeginn offen sein Interesse an dem Marktführer bekundet.Ihm kommt entgegen, dass Ebay auf Druck von aktivistischen Investoren hin angekündigt hat, seine Struktur zu überprüfen. Dabei könnte die Ebay Classifieds Group (ECG) oder Teile davon auf den Markt kommen. Auch der Medienkonzern Springer hat einem Medienbericht zufolge ein Auge auf die Ebay-Kleinanzeigen geworfen.

rei/Reuters

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