Sonntag, 18. August 2019

Roboter entkommt menschlicher Kontrolle Aufstand der Automaten - Roboter flieht aus russischem Labor

Verkehrshindernis in Perm: 50 Meter weit entkam der Promobot seinem Testgelände - dann war der Akku leer
Youtube / Liza Heinz
Verkehrshindernis in Perm: 50 Meter weit entkam der Promobot seinem Testgelände - dann war der Akku leer

Ist das die künstliche Intelligenz, vor der Silicon-Valley-Größen wie Elon Musk warnen? "Es besteht das Risiko, dass innerhalb von fünf Jahren etwas ernsthaft Gefährliches passiert", hatte der Unternehmer vor Experimenten seiner Freunde von Alphabet Börsen-Chart zeigen mit lernenden Maschinen gewarnt. Das war vor fast zwei Jahren - die Frist läuft also.

Ernsthaft gefährlich - nun, zumindest zu einem Verkehrsunfall hätte es in dieser Woche kommen können, als ein erster Roboter die ihm von Menschen vorgegebenen Grenzen durchbrach. Wie die "BBC" unter Berufung auf die russische Zeitung "Argumenty i Fakty" berichtet, trug zu diesem Ausbruch allerdings wohl auch menschliches Versagen bei.

Demnach habe ein Forscher der Firma Promobot im russischen Perm vergessen, das Tor des Testgebäudes zu schließen. Daraufhin rollte einer der Roboter heraus und legte 50 Meter bis auf die anliegende Hauptstraße zurück - wo ihm dann der Strom ausging. Nach einer knappen Stunde, in der Promobot den Verkehr aufhielt, konnte ein Mitarbeiter ihn dann von Hand wieder in Sicherheit bringen, wie ein auf Youtube veröffentlichtes Video zeigt.

Entlaufener Roboter hält den Verkehr in Perm auf

Klingt alles ziemlich harmlos. Doch die Nachricht vom ausbrechenden Roboter weckt Fantasien von einem Aufstand oder gar einer Machtübernahme der Maschinen nach Art des "Skynet"-Netzwerks aus den "Terminator"-Filmen.

Den Menschen überlegen: "Niemals krank, keine Pause, kein Lohn"

Promobot selbst stellt auf seiner Firmen-Homepage die Überlegenheit der Automaten gegenüber menschlichen Arbeitskräften heraus: "niemals krank, keine Pause, kein Lohn, keine Arbeitskleidung nötig". Der rasante technische Fortschritt in der Branche macht Roboter immer leistungsfähiger - zugleich werden sie mitunter wie Hunde getreten. Was fehlt also, bis die Maschinen zu dem Schluss kommen, ohne Menschen besser dran zu sein?

Ziemlich viel, glaubt man den Roboterforschern. Bei allem Fortschritt mit künstlicher Intelligenz ist der aktuelle Gipfel der Technik (jenseits von Software), dass Roboter auf dem Niveau von Dreijährigen mit Bauklötzen spielen können. Wirklich intelligent sind die Geräte noch lange nicht. Sie alle werden von Menschen programmiert, um menschlichen Zwecken zu dienen.

Die russischen Promobots können nach Angaben des Herstellers Fragen beantworten und den Weg weisen - auch wenn sie selbst nur bis zur nächsten Straße finden. Vor allem aber geht es, wie der Name verrät, um Promotion: Zuerst eingesetzt in einem lokalen Einkaufszentrum, verbreiten die Promobots als rollende Lautsprecher vorgefertigte Werbebotschaften.

Der Promotion dient womöglich auch der Labor-Ausbruch in Perm. Aufmerksamkeit erregen - das können die Roboter schon gut genug.


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