Montag, 9. Dezember 2019

Britische Währung Johnsons Brexit-Volte schickt britisches Pfund in die Tiefe

Unter Druck: Das britische Pfund notiert nur noch knapp über 1,20 US-Dollar

Das britische Pfund ist am Mittwoch stark unter Druck geraten, nachdem bekannt wurde, dass Premierminister Boris Johnson eine befristete Parlamentsschließung erreichen und auf diese Weise einen harten Brexit am Parlament vorbei durchdrücken will.

Das Pfund sank nach ersten Berichten auf ein Tagestief bei 1,2157 US-Dollar. Das ist nur knapp über seinem Fünfjahrestief. Zuletzt erholte sich das Pfund wieder etwas und wurde am Mittag mit 1,2205 Dollar gehandelt.

Der britische Premierminister Boris Johnson will eine vorübergehende Schließung des Parlaments von Mitte September bis Mitte Oktober erreichen. Gegner eines No-Deal-Brexits hätten damit kaum eine Chance, einen EU-Austritt Großbritanniens ohne Abkommen am 31. Oktober zu stoppen.

Es sei zwar schon vorher über diese "schmutzige Taktik" gesprochen worden, aber es habe die Hoffnung gegeben, dass solche "undemokratischen Maßnahmen" nicht angewendet würden, schreibt Craig Erlam, Analyst bei Oanda. Der Devisenmarkt sei auf dem falschen Fuß erwischt worden, nachdem sich das Pfund in den vergangenen Tagen erholt habe.

Wenn das Parlament bis zum 14. Oktober geschlossen würde, dann würde es für das Parlament schwierig, einen harten Brexit noch zu verhindern, kommentierte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank.

Zugelegt hat dagegen der britische Aktienmarkt. Die großen britischen Unternehmen erzielen einen Großteil ihrer Umsätze im Ausland und profitierten daher von der starken Abwertung des Pfund.

la/dpa

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