Mittwoch, 20. November 2019

"Buste de Femme" Kunstdetektiv findet vor 20 Jahren gestohlenen Picasso

Kunstdetektiv Arthur Brand mit dem Gemälde "Buste de Femme": Das Bild ist 1999 von der Yacht eines saudischen Geschäftsmannes gestohlen worden
DPA/ AP/ Arthur Brand
Kunstdetektiv Arthur Brand mit dem Gemälde "Buste de Femme": Das Bild ist 1999 von der Yacht eines saudischen Geschäftsmannes gestohlen worden

Erneuter Erfolg für den Jäger des verlorenen Schatzes: Der niederländische Kunstexperte Arthur Brand hat ein seit zwanzig Jahren verschwundenes Gemälde von Pablo Picasso wiedergefunden. Das berichtet die Zeitung "De Volkskrant" am Dienstag. Die niederländische Polizei bestätigte, dass das Bild gefunden wurde.

Picasso malte "Buste de Femme" 1938, es zeigt seine Geliebte und Muse. Sein Wert wird heute auf 25 Millionen Euro geschätzt. Unbekannte hatten das Bild 1999 von der Yacht eines saudischen Geschäftsmannes im südfranzösischen Antibes gestohlen. Die Polizei hatte die Suche nach dem Täter bereits eingestellt, als sich Brand des Falls annahm. Er hat sich auf verschwundene Kunstwerke spezialisiert und wird deshalb auch als "Indiana Jones der Kunst" bezeichnet.

Die Polizei sei von dem Detektiv informiert worden und habe auch Kontakt zu den französischen Ermittlern aufgenommen, sagte ein Sprecher. "Da der Diebstahl verjährt ist, ermitteln wir nicht mehr."

"Das Gemälde ist noch in gutem Zustand", sagte Kunstdetektiv Arthur Brand der Zeitung. Die Versicherung hatte damals eine Belohnung von 400.000 Euro ausgesetzt, dennoch fehlte von dem Kunstwerk lange Zeit jede Spur.

Gemälde war in der Vergangenheit öfter Pfand für kriminelle Geschäfte

Brand hatte in kriminellen Kreisen gestreut, dass er an dem Bild Interesse habe. Vor zehn Tagen hätten dann plötzlich zwei Mittelsmänner bei ihm in Amsterdam vor der Tür gestanden, sagte der Kunstexperte: "Sie hatten den Picasso bei sich, eingewickelt in ein Tuch und in schwarze Müllsäcke." Über Nacht habe er das Bild zunächst bei sich aufgehängt und so seine Wohnung kurzfristig zu einer der teuersten in Amsterdam gemacht, fügte er hinzu.

Nach seinen Angaben wurde das Gemälde in den vergangenen Jahren öfter als Pfand bei kriminellen Geschäften verwendet - "mal in einem Drogendeal, vier Jahre später dann bei einem Geschäft mit Waffen". Der aktuelle Besitzer, ein niederländischer Geschäftsmann, habe geglaubt, er habe das Bild rechtmäßig erworben. Die Polizei will nach Angaben des Experten nicht gegen den Mann vorgehen.

Brand war 2015 weltweit bekannt geworden, als er in Deutschland zwei Bronzepferde des NS-Bildhauers Josef Thorak wiederfand, die einst vor Adolf Hitlers Reichskanzlei in Berlin gestanden hatten und nach dem Mauerfall verschwunden waren. Ein Jahr später sorgte er erneut für Aufsehen, als er aus einem niederländischen Museum gestohlene Gemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert in der Ukraine aufstöberte.

mg/dpa, afp

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