Sonntag, 21. Juli 2019

Konflikt zwischen Iran und USA Ölpreise steigen nach Drohnen-Abschuss deutlich

Ölfeld in Bahrain

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre anfänglichen Kursgewinne ausgeweitet. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete im Mittagshandel 63,58 US-Dollar. Das waren 1,76 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,91 Dollar auf 55,67 Dollar.

Die gewachsenen Spannungen zwischen dem Iran und den USA stützten die Ölpreise. Die iranischen Revolutionsgarden bestätigten am Morgen den Abschuss einer US-Drohne. Eine amerikanische "Global Hawk"-Drohne sei in den iranischen Luftraum in Kuh-Mubarak in der Provinz Hormusgan eingedrungen und von den Revolutionsgarden abgeschossen worden. Diese Provinz liegt direkt am Persischen Golf und ist für Beobachter auch der eventuelle Schauplatz einer militärischen Konfrontation zwischen den beiden Erzfeinden. Amerikanische Medien berichteten, US-Vertreter hätten den Abschuss einer US-Drohne durch die Iraner bestätigt.

Aber auch die Signale der US-Notenbank für eine lockere Geldpolitik wirkten am Ölmarkt nach. Am Mittwochabend hatte Notenbankchef Jerome Powell eine lockerere Zinspolitik in Aussicht gestellt. Die Federal Reserve senkte den Leitzins zwar nicht, Powell verwies aber auf die Unsicherheit durch die Handelskonflikte und das nachlassende Weltwirtschaftswachstum. Man werde daher neue Informationen genau beobachten und "angemessen handeln", um das Wirtschaftswachstum zu stützen.

Die Ölpreise sind stark von der Konjunkturentwicklung abhängig. Zudem stützt der schwächere Dollar die Nachfrage, da Rohöl in Dollar gehandelt wird.

la/dpa

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